Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Schiffbauhölzer bis zyprische Erde
Person:
Lueger, Otto Frey, Ernst
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3207626
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3212168
Streidzgamfpinnerei 
433 
vorgenommen werden, damit der erforderliche Grad von Lockerheit und Reinheit erreicht wird. 
Um das zu umgehen, wird wohl der Spiral- oder der Flügelwolf angewendet, der auf feiner 
Achfe die Klopfttäbe fchraubenförmig oder die Zähne auf dem Mantel von fchraubenförmigen 
Flügeln angeordnet enthält. Die Leiftung des Reißwolfes als Oeffnungsmafchine ift verhältnis- 
mäßig gering, da die Trommel nur eine Arbeitsftelle befitzt. Als beITere Mifchung ergebende 
und das Spinngutdmehr fchonende Vorbereitungsmafchine hat {ich der Krempelwolf [5] 
eingebürgert, bei em über der 
Zahntrommel noch mehrere mit "I" 
Zähnen befetzte Walzenpaare an-    
geordnet find, an denen die von   x  
der Zahntrommel mitgeführte   er Y   
Wolle wiederholt zerteilt wird  "   „ 
(vgl. Fig. 1). Die Wendewalzen W  X     [MQA 
{ind hinter die Arbeitswalzen T  w?"     i_ 
verlegt worden; zum Heraus-   Q I  45?  '11 
{treichen der aufgelölien Woll- 7   "t  Q7   L "i; 
flocken von den Zähnen der W    , 3.? 
Haupttrommel und zumAuswerfen lf:  f  
der Wolle ift eine Läuferwalze A    .7- 
angeordnet. Diele Mafchine eig-  Figi 
net {ich auch als Auflöfungs- 
mafchine in der Kammgarnfpinnerei. Bei der Bearbeitung verfchieden langer und verfchieden 
gefärbter Wollen können {ich die Wollflocken leicht wieder fortiercn. Um das zu vermeiden, 
ift die SiebtrommelS mit dem LattentucheL angebracht. Zur Mifchung des Fafermaterials 
zwifchen Räiß- ans Krgzmpelwolf hat man befondere Sammel- und Mifchbehälter angeordnet  
Um er 0 e ür die 
nachfolgende Verarbeitung auf 4.„ 
derKrempel größere Gefchmei-    ;   a,  
digkeit und Schlüpfrigkeit zu Wrjf'_    
geben, wendet man das Ein-      Ü  
fetten (Fetttäyl Einächjmalzen,    L     A 
Schmälzen, e en, c mieren,  t   tgri_;'   
Spicken) mit ohgen Mitteln i  '37   1;"  
an  Hierzu eignet {ich am t ratvi-iii... .351;    W355! 
beften dünnflüffiges, leicht in   E   f" 
feinem Regen zerteilbares Oel,  I.  
das nicht oder nur langfam i  i  
eintrocknet, keine harligen          a1  f 
oder andere, die Wolle und die Fig. 2. 
Krempelbefchläge verfchmie- 
renden Beimengungen, keine Haar und Farbe angreifenden Säuren und Alkalien enthält und 
{ich in der Walke leicht verfeift (Olivenöl, Oelfäure [meift Olein oder Elain genannt], Walk- 
fette oder Extraktöle [aus den Walkwäffern wiedergewonnen], Mineralöle [BakuIine]). Die 
Schmälzmittel werden mit der zwei- bis dreifachen Menge Waffer unter Zufatz von Seife oder 
Soda, beffer Ammoniak, in Emulfionen übergeführt. Das Schmälzen gefchieht entweder durch 
Handarbeit oder auf den Oelwölfen. Fig.2 läßt die Einrichtung eines Oelwolfes nach einer 
Ausführung der Sächfifch en Mafchinenfabri k, Chemnitz, erkennen. Die Schmälzflüftig- 
keit wird alS feiner Regen auf die auf dem Speifetuch ausgebreitete Wolle gefprengt, indem 
eine Bürftwalzc üe einer {chrägliegenden Tropfplatte entnimmt. Zum Zerttäuben werden auch 
Braufen und Dampfttrahlbläfer (Injekteure) verwendet  
Das Krempeln (Streichen, Kratzen, Kardieren, Kardätfchen) fpielt bei Streichwolle eine 
weit wichtigere Rolle als bei Baumwolle, Hede, Jute und Kammwolle. In der Streichgarnfpinnerei 
findet ein Strecken und Doppeln in dem Sinne wie bei den andern Spinnverfahren auf be- 
fonderen Mafchinen nicht {tatt und ein eigentliches Vorfpinnen nur felten, und durch das 
Krempeln allein muß die nötige Gleichförmigkeit des der Feinfpinnmafchine vorzulegenden 
Garnes erreicht werden. Man kratzt deshalb die Wolle mehreremal nacheinander, meift auf einem 
Satze von drei, zuweilen auch von zwei oder vier Mafchinen.  Da bei der Streichgarnfpinnerei 
die Grundlage ddie äan getrt erttän Kremjpelhgelieferte Faferfchicht, der Flor, bildet, {o findet die 
Dopplung mi em or a , un zwar urc 
die verfchiedenen Apparate zur Uebertragung   a 
des Spinngutes von einerKrempel zur andern. f) v: _   a 
Die Verftreckung des gedoppelten Flores be-   iifi A174.  
forgt dann wieder die Krempel. Die Feinheit h  X    
des Vorgefpinttes wird {chließlich durch die    i; i  
Zahl der Teilungen des      ' i- n. 
Endflores, des Flores der l      
Vorfpinnkrempel, in Ver- 1. 4, .1    {o   o, 
bfndung mit feiner Dicke , iggigheä; {X  7109-599),- 
oder Dichte beftimmt. In rrl"   Lt   L: 
Fig. 3-5 ift nach AuSfüh- i i'f'QJlp3lävA  
rungen der Sächfifchen   Hiwi. 
Mafchinenfabrik, _  
Chemnitz, ein Krempelfatz F{g_3_ 
Lueger, Lexikon der gefamten Technik. 3. Aufl. Vf 28
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.