Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Schiffbauhölzer bis zyprische Erde
Person:
Lueger, Otto Frey, Ernst
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3207626
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3212044
Straßenbau 
421 
gefetzt. Jedes Gefteinskorn ift vor dem Einbau bereits mit Teer umhüllt. Die Größe der größten 
Getleinsanteile und die Mifchungsverhältniffe bettimmen die Bezeichnung: Teermifch- 
makadam, Teerbeton, Teerfand. Die Maffe kann kalt oder heiß eingebaut werden, 
im letzten Fall erfolgt eine Erwärmung der Mifchmaffe auf 110-1 120". 
Steinmifchungen mit Heißafphalt (Bitumenftraßen) werden ganz analog 
den Teerttraßen nach dem Hohlraumminimum hergettellt, jedoch muß Mifchung und Einbau 
bei 160-3180" erfolgen. Die Benennungen lauten Steinfchlagafphalt (A{phaltmifchmaka- 
dam), Afphaltbeton (z. B. die fog. Topeka-Mifchung), Sandafphalt (sheet asphalt). Die 
Mifchung wird in großen Mifchanlagen forgfältig hergeitellt und in ifolierten Laftkraftwagen 
bis 40 km weit zu den Bauttellen gefahren, wo {ie über 160" heiß eingebaut werden muß. 
Der Einbau erfolgt oft in mehreren Lagen, wobei die unterfte Schicht meitt ,offen' (mit Hohl- 
räumen) itt. Das Gefteinsmaterial muß fauber, trocken und mechanifch widerftandsfähig fein 
und dem Bitumen eine gute Klebeflache bieten. Als Afphalt kann man Erdölbitumen (faft 
reines Bitumen, d. h. in Schwefelkohlenitoff lösliche Kohlenwafferftoffe, fog. Petrolafphalt, der 
als Rückftand aus Erdölen in Mexiko, Texas, Kalifornien, Periien ufw. gewonnen wird) oder 
Seeafphalte (z. B. Trinidadafphalt) wählen. Bekannte Oelafphaltmarken {ind Mexphalt, Spra- 
mex, Petmex, Mexpet, Standard; je nach dem Grade ihrer Zähflüftigkeit unterfcheidet man 
zahlreiche Abarten. Manchmal {lellt man Afphaltmitchungen in ortsfeflen Anlagen her und ver- 
fendet die Maffe in fog. Maltixbroten zur Bauftelle, wo {ie mit Kies und Zufatzbitumen erhitzt 
und als Gußafphalt eingebaut wird. 
Stampfafphalt. Afphaltkalkttein (poröfer Kalkttein. deffen Poren mit Bitumen [8 bis 
12'310] ausgefüllt lind), wie er in Neuchätel (Schweiz), Scafa (Mittelitalien), Ragufa (Sizilien), 
Vrgorac (Dalmatien), Limmer (Hannover), Vorwohle (Braunfchweig). Pyrimont (Frankreich), 
Gurjew ufw. auftritt, wird fein gemahlen, auf Darren ,aufgefchloffen' (er wird dabei getrocknet, 
und das Bitumen erhält größere Klebekraft) und {chließlich 8 cm {tark auf Beton aufgefchüttet 
und zu einer 5 cm {larken Schicht eingeftampft, heiß „gebiigelt' und gewalzt. Die größte 
Dichte erhält die Maffe erft unter dem Verkehr. 
Platt enafph alt. Eine Mifchung von Bitumen und feinem Getleinsmaterial (meift Stampf- 
afphaltpulver) wird zu Platten unter 200 at gepreßt. ln neuerer Zeit ftellt man die Mifchungen 
auch mit Kaltafphalt her. Die Verlegung erfordert große Sorgfalt. 
Kleinpflafter (DlN 481) wird auf fetter Unterlage von Hand in regelmäßigen 8112 cm 
großen. nahezu würfeligen Stücken verfetzt. Man muß kantenhartes Gettein wählen, das froft- 
bettändig ift. Der Einbau ift ebenfo wie die Herftellung teuer, aber die Liegedauer ift fehr 
hoch und die Unterhaltungskoften gering. Die Liegedauer kann durch Vergießen der Fugen 
mit Pflafterkitt, Zement ufw. noch verlängert werden. 
Großpflafter läßt {ich leicht auswechfeln und findet in Städten weitgehend Verwen- 
dung, befonders wo Arbeiten an Kanalifations- u. a. Leitungen ein häufiges Aufreißen der 
Straßen erforderlich machen. In neuerer Zeit bemüht man (ich, die Leitungen unter der Geh- 
bahn zu verlegen. Es hat {ich herausgeftellt, daß die größeren Formate der Großplattertteine 
wirtfchaftlicher find. Die Steine müffen kantentett fein, jahrelang rauh bleiben und wetterfett 
fein. Gefährlich lind Wafferföffer, die infolge ihres Hohlraumreichtums lange Feuchtigkeit 
halten und leicht auseinanderfrieren. Vorzuziehen {ind Granite und verwandte Gefteine, Bafalte 
und fette Grauwacken. Es itt auf gleichmäßig gutes Material zu achten. 
Großpflafter wird als Reihen- oder Schichtenpflafter in parallelen Reihen ausgeführt. 
Kleinpflafter (f. d.) ordnet man in Schuppen-, Fächer, Reihen-, Netz- oder Fifchgrätenform 
an. Beim Schiebepflafter verzichtet man auf regelmäßige Anordnung. 
Klinkerpflafter fetzt {ich in {teinarmen Gegenden mehr und mehr durch. Es werden 
eifenfchüffige Tone im Naß-, aber auch im Trockenverfahren zu ziegeltieingroßen Quadern ge- 
preßt und diefe bis zur Sinterung gebrannt. Die Kllnker werden hochkant auf fetter Unterlage 
verlegt. Die Klinkertlraßen befahren {ich gut, doch muß die Auswahl der Steine und die Her- 
{tellung des Unterbaues {orgfältig gefchehen, wenn fchwerer Verkehr in Betracht kommt. 
Schlackenpflafter wird z. B. in Mansfeld aus der Reilfchlacke der Kupferverhüttung 
äegoffen, das wie Reihenpflatler verlegt wird. Wegen ihrer Regelmäßigkeit {ind Schlacken- 
eine zur Auspflatterung der Gleisränder von Straßenbahnen und zu Rinnen fehr geeignet. 
Beton (Zementbeton) findet als Fahrbahndecke fteigende Beliebtheit, da er bei der heute 
vorherrfchenden mafchinellen Fertigung fchnell hergeftellt werden kann, wirtfchaftlich günftig 
itt, zumal wenn die Bauftoffe, wie in Norddeutfchland, leichter befchafft werden können als 
für andere Deckenarten, und fchließlich, weil die Betondecke auch bei feuchtem Wetter ver- 
hältnismäßig verkehrsficher ift. Ein Nachteil {ind die unvermeidlichen Temperaturritle, die den 
Einbau von Dehnungsfugen (alle 6412 m) und Fugeneifen notwendig machen. Die entliehen- 
den Riffe follen gut mit Pflatterkitt vergoffen werden.  Als Bautloffe dürfen nur fauber ge- 
wafchener Kies, Schotter und Splitt fowie kantiger Sand mit nicht zu langfam bindendem 
Zement (Doppelzemeni) verwandt werden.  Solidititbeton enthält noch mineralifche Zu- 
{chlagttoffe mit reaktionsfähiger Kiefelfäure.  Torkretbeton wird durch Einfpritzen von 
Zement unter Druck in eingewalzten Schotter erhalten.  Stahlbeton (nach Kleinlogel) 
enthält Stahlfpäne als Zufchlagttoff. 
Holzpflafter wird in befonderen Fällen aus hygienifchen Gründen bevorzugt (ftaub- 
arm, geräufchfchwach). Um verkehrsficher zu bleiben, muß es entweder gut gefäubert oder 
mit Splitt bettreut werden; überhaupt empfiehlt {ich eine Teerfplittdecke. Als Holzmaterial 
finden Verwendung fchwedifche Kiefer (,Weichholz'), Bluegum, Jarrah, Tallow und ähnliche 
.l'larthölzer'. Anfaulende Klötze müffen bald ausgewechfelt werden. 
Unterbau. Die genannten Decken werden entweder auf Packlage (dicht aneinander- 
gefetzte, fchwere pyramidenförmige Steinbrocken bis 30 cm Höhe), auf der Schotter teilge-
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.