Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Schiffbauhölzer bis zyprische Erde
Person:
Lueger, Otto Frey, Ernst
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3207626
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3208174
Sdziffspanzer 
gebauten Trunkmafchinen griff die Pleuelliange direkt an den in der hohlen Kolbenftange, dem 
Trunk, gelagerten Trunkzapfen an, fo daß die Breitenausdehnung der Mafchine faft um die 
Länge der Kolbenltange verkürzt wurde. Wegen der ungünftigen Lage des Trunkzapfenlagers 
innerhalb des Zylinders und der leichten Gefahr des Warmlaufens diefes Lagers eigneten {ich 
die Trunkmafchinen nur für niedrige Dampffpannungen. 
Die Hammermafchin en bilden den verbreitetfien Typ der Schiffsmafchinen und fanden 
frühzeitig in der Kriegsmarine allgemeine Verwendung. Sie werden für kleinere Mafchinen als 
Compoundmafchinen bis zu 6 at in den Kelfeln, für größere Mafchinen als drei- bzw. vier- 
fache Expanfionsmafchinen mit Dampffpannungen bis zu il bzw. 15 at ausgeführt. Sie eignen 
{ich befonders auch wegen der geringen Breitenausdehnung für Zwei- und Dreifchraubenfchiffe. 
Woolffche Mafchinen mit Tandemaufltellung {ind veraltet aber als Doppelmafchinen bei Ver- 
wendung von Ventil- und Kolbenfieuerung und des Gleichltromprinzips für die ND-Zylinder 
wieder modern geworden. 
Die Raddampfmafchinen gliedern {ich in ofzillierende. {chrägliegende und Balancier- 
mafchinen. Bei den ofzillierenden Mafchinen greift die Kolbenftange direkt an die Kurbel- 
achfe an; die Zylinder {chwingen um hohle Schildzapfen, die durch Kanäle mit dem Schieber- 
kaften des Zylinders derart in Verbindung itehen, daß der eine Schildzapfen für die Dampf- 
einftrömung, der andere für die Ausftrömung dient. Man führt die ofzillierenden Ma- 
fchinen als Compoundmafchinen und vereinzelt fogar als dreifache Expanfionsmafchinen 
aus. ln letzterem Falle wird der Schildzapfen des Hochdruckzylinders für den Dampfeintritt 
{o weit gemacht, daß das Dampfrohr innerhalb desfelben gegen Wärmeausiirahlung gefchützt 
werden kann. Sie beanfprucht am wenigften Raum und befitzt nur wenig bewegte Teile.  
Die fchrägliegenden Radmafchinen findet man vorzugsweife auf Flußdampfern mit 
geringem Tiefgang. Die Zylinder liegen unten, und die Kolbenltangen wirken mittels doppelt 
gelagerter Kreuzköpfe und verhältnismäßig langer Pleuelltangen auf die oben gelagerte Kurbel- 
welle. Sie werden {iets als C0mpound- oder dreifache Expaniionsmafchinen konftruiert. Die 
B alanc i ermafch i n en mit untenliegendem Balancier {ind veraltet; dagegen haben {ich {olche 
mit obenliegendem Balancier auf den amerikanifchen Fluß- und Küiiendampfem erhalten. 
S. a. Flußfchiffahrt. 
He ckrad dampfer erhalten {tets horizontalliegende Zwillings- bzw. Compoundmafchinen 
mit fehr langen Pleuelftangen, die das Heck des Fahrzeugs auf beiden Seiten durchdringen.  
Wegen der Reaktionsmafchinen f. Propeller. 
Literatur: [1] Busley, C., Die Schiffsmafch., Kiel l886.  [2] Müller-Benetfch, Die Schiffs- 
rnafch., Braunfchweig 1908.  [3] Haack, R., u. Busley, C., Die techn. Entwickl. d. Norddeut- 
{chen Lloyd u. d. Hamburg-Amerikan. Paketfahrt-A.-G., Berlin 1893.  [4] Seaton, A manual of 
marine engineering, London 1928.  [5] The Engineer Shipbuilding and marine engineering 
on the Thames in the Victorian Era, London l897f98.  [6] Krainer-Schmidt-Romberg, Deut- 
fcher Schiffbau, Berlin 1908. T. Sdzwarz 
Schiffspanzer. Die Panzerung der Kriegsfchiffe belieht in der l-lauptfache 
aus den Panzerplatten, der Holzhinterlage und der verltärkten {tählernen Schiffs- 
wand, an der die Befeftigungsbolzen der Holzhinterlage fowie die Panzerbolzen 
zum Felthalten der Panzerplatten gelagert lind. 
Den Panzerplatten fällt die Aufgabe zu, die auftreffenden Gefchoffe zum Zerfchellen zu 
bringen bzw. ein Eindringen derfelben nach Möglichkeit zu verhindern, während die Holz- 
hinterlage ein elaliifches Zwifchenglied bildet.  Die Herftellung der urfprünglich angewen- 
deten fchmiedeeifernen, gewalzten Platten bereitete bei Stärken von mehr als 250 mm Schwierig- 
keiten; eine größere Sprödigkeit war nicht zu vermeiden. Man verfuchte deshalb eine doppelte 
Panzerung mit Zwifchenlage von Holz, das fog. Sandwichf y f tem  Erft nachdem auch 
auf diefem Wege der Schutz gegen die Gefchoffe mit hoher Durchfchlagskraft nicht mehr er- 
reicht werden konnte, verfuchte man es mit Stahl. Während Schneider in Creuzot im 
Jahre 1876 fofort zu Ganzplatten aus Stahl überging, zog man in England die {tahlbekleideten 
Eifenplatten, den fog. Compoundpanzer, mit außenliegender harter Stahlfchicht auf 
{chrniedeeiferner Grundplatte vor. Die Einführung des Nickelmetalls in die Stahlfabrikation hat 
einen bedeutenden Umfchwung in der Panzerpiattenfabrikation verurfacht  Man erreichte 
durch Nickelzufatz zum Stahl eine bedeutende Steigerung der Bruchfeftigkeit bei verhältnis- 
mäßig hoher Elaliizitätsgrenze ohne nennenswerten Verluft an Dehnung. Bei einer gefchickten 
Verteilung von Nickel und Kohlenftoff wird eine Härte des Stahls erreicht, die jede Bearbeitung 
ausfchließt, während anderfeits durch die Zähigkeit des Materials {ich die Gefahr des Reißens 
der Platten vermindert. Trefidder nahm in England ein Patent auf Härten von Nickelftahl- 
platten durch Abfchrecken mit Hilfe von Wafferbraufen, während Ha rv ey zunächfi die Härtung 
der l-lomogenftahlplatte auf der Stirnfläche durch einen Zernentierprozeß erzielte. Hierbei wird 
die faft fertig bearbeitete Platte in einen Gasofen gebracht, auf der oberen Seite mit Holz- 
kohlenftaub oder einer dicken Schicht reiner Tierkohle bedeckt und nunmehr bis zu 14 Tagen 
einer Glühhitze von 1200" ausgefetzt. Hierdurch bildet {ich auf der Platte eine Härtefchicht 
von etwa 51-15 mm Dicke, die allmählich in die weiche hintere Lage übergeht  Da der 
Zementftahl nach dem Zementieren ein grobblätteriges, kriltallinifches Gefüge erhält, fo muß 
die Platte ausgeglüht und durch ein Oelbad vergütet werden. Für Nickelttahl ift das Zemen- 
tieren infofern günfiiger, als die Härtung tiefer in die Platte eindringt. Neben dem Harvey- 
Verfahren ift das Grambowfche Patent zum Kohlen der Stirnfeite von Panzerplatten mittels 
Kohlenwafferltoffgafes zu nennen, während neuerdings nach dem Vorgang von Schneider 
in Creuzot dasfelbe Verfahren unter Benutzung von Leuchtgas Eingang gefunden hat   
Für das Zementieren zieht man zwei Platten heran, die mit den einander zugekehrten Stirn-
        

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