Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Schiffbauhölzer bis zyprische Erde
Person:
Lueger, Otto Frey, Ernst
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3207626
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3211204
Sfahlgllß 
Stahlkammem 
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plättchen (Fig. 2) werden unter einem klei- a Fig_2_ 
nen Fallwerke oder einer Spindelpreffe mit 
der Firma geftempelt (Fig. 3), darauf unter Fig.3. 
einer Handhebetpreffe mittels Stempels ge- 
locht und mit zwei Einfchnitten auf beiden  Fig, 4_ 
Seiten des Loches verfehen (Fig. 4). Dann 
Fig,1, werden die Federn in Töpfen oder Kalten Fignö. 
bis zur Rotglut erhitzt und darauf langfam 
erkalten gelafien. Dadurch find die Federn ganz weich geworden; tie  FEE-5- 
werden nun unter einer SpindelpretTe mittels Stempels in die gebogene 
und gefchweifte Form gebracht (Fig. 5). Alsdann werden tie gegliiht,  H57" 
noch heiß in kaltes Oel geworfen, wodurch iie glashart werden. Die 
Federn werden blau angelaffen, in einem Polierfaß blank gefcheuert und gereinigt. Nun werden 
tie auf einer Schmirgelfchleifmatchine am Schnabel in der Quere gefchliffen (Fig. 6), unter einer 
Spindelpretfe mittels fcherenförmig wirkender Stempel oder mittels einer kleinen Parallelfchere 
gefpalten, d. h. mit dem in das Loch reichenden Haupteinfchnitte verfehen (Fig. 7) und an der 
Spitze ein klein wenig abgerundet. Bisweilen werden die Federn noch verfchönert, vertilbert 
oder vergoldet, oder durch Anbeizen mit Säure hellgrau, durch Anlaften über Gas gelb oder 
blau gefärbt oder fchwarz lackiert. 
Literatur: [1] „Werkt'tattstechnik' 1908, S. 377.  [2] Ledebur, A., Handb. d. mech.-metallurg. 
Technol., 8.Aufl., S. 762, Braunfchweig 1905.  [3] Haedicke, H., Die Technol. d. Eifens, S. 185, 
Leipzig 1900.  [4] Sitzungsber. d. Ver. z. Beförd. d. Gewerbefleißes, 1900, S. 9; 1887, S. 57. 
Stahlguß (Stahlformguß). „Stah1guß' wird aus Stahl hergettellt, der im Martin-, 
Tiege1-, Elektroofen oder in der Birne (f. Stahl) erzeugt wurde. Dieter in Formen aus einer 
Mifchung von Schamotte und fettem Ton gegotTene Stahl itt ohne weitere Nachbehandlung 
fchmiedbar, wird jedoch zwecks Befeitigung von Spannungen und zur Erzielung eines fein- 
körnigen Gefüges und damit zur Verbefferung der Feftigkeitseigenfchatten bei Temperaturen 
oberhalb der Rekriftallifationstemperatur (A3, f. Stahl) geglüht. Gußttücke aus Gußeiten, die 
durch nachherige Behandlung im Temperofen ttahlähnliche Eigenfchaften erlangen tollen 
(Temperguß), tind nicht als Stahlguß zu bezeichnen. 
Das Normblatt DIN 1681 unterfcheidet folgende GüteklatTen: 
Bezeichnung Zulgtfelfläirgkeit Bruchglfhnung Näägnetitche Induktigg mindettens Alifliäom 
Stg 38,81 38 20    
Stg 38,81 D 38 20 14500 16000 17500 
Stg 45,81 45 16    
Stg 45,81 D 45 16 14500 16000 17500 
Stg 50,81 R 50 16    
Stg 52,81 52 12    
Stg 60.81 so s    
Stg 38,81 D und 45,81 D nur für Elektromatchinenbau; Stg 50,81 R nur für Lokomotiv- und 
Wagenbau nach Vorfchrift der Deutfchen Reichsbahn. 
Die Verwendung von Stahlguß kommt in Frage für Gußftiicke, von denen befonders hohe 
Feftigkeitseigentchaften verlangt werden oder bei denen die Ausführung in Grauguß zu große 
Abmetfungen ergeben würde. Stahlguß kann fowohl in Kohlenttoff- wie in legierten Stählen 
hergettellt werden. 
Literatur: [1] Otann, 8., Lehrb. d. Eifen- u. Stahlgießerei, 5. Aufl., Leipzig 1922.  [2] Gei- 
ger, C., Handb. d. Eiten- u. Stahlgietl, 2. Aufl., Berlin 1925.  [3] Zeitfchriften: „Stah1 und 
Eiten', Gießerei-Zeitung. Obermüller 
Stahlhalter, Hilfsmittel zum Elnfpannen von Schneidftählen an Werkzeug- 
mafchinen. S. a. Drehen, Bd. 2, S. 501. 
Stahlkammer-n (Trefor) tind gemauerte, mit Elfen und Stahl armierte 
Räume zur Aufbewahrung großer Wertvorräte, clle nlcht nur feuer- und einbruch- 
ticher, fondern auch gegen Naturerelgnlffe wlderttandsfähig fein müffen. 
Die Umfaffungsmauern mütTen mindettens zwei Steine Itark in Zementmörtel ausgeführt 
fein und erhalten eine Panzerung in Stahl, und zwar 1. durch Einmauern von Stahl- 
fch ienen (Fig. 1), entweder "flach oder gewunden, mit rechteckigem oder kreuzförmigem Quer- 
fchnitt, in nicht zu großen Abttänden verlegt; 2. durch Gitterpanzerung, deren einzelne 
Stäbe, 60x8 mm, kreuzweite übereinander genietet (vgl. Fußboden bei Fig.1), mit quadratitchen 
 w    Mafchen von etwa 100 mm verlegt. Die Gitterfelder wer- 
fjfjjj   Jul 1,1 _ lij den entweder eingemauert oder befter in der Stahlkammer 
 im  4   1x1: z als fog. Käfig ausgeführt und entfprechend mit dem 
   j  7.1  Mauerwerk verankert. Die einzelnen Gitterfelder erhalten 
 . in  w in  äzimrrääälmsz.arätgigßlzlislrrlr  Vrztslfläa 
 i.    widerftandsfähige Stahlkammeranlagen erhalten eine Pan- 
 42:L"Ak  zerung aus zwei Reihen ineinander gefchobener Elfen- 
 bahnfchienen (Fig. 2); 3. durch Plattenpanzerung 
    QlTluF. (Fig. 3), bei der zunächtt ein Gerippe aus Winkel- und 
      Flacheifen entfprechend der Größe der Stahlkammer her- 
Fig-l-  gettellt wird, deffen l-lerausreißen durch Verankerung ge- 
Lueger, Lexikon der getamteu Technik. 3. Aufl. VI 22
        

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