Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Schiffbauhölzer bis zyprische Erde
Person:
Lueger, Otto Frey, Ernst
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3207626
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3210609
Sperräder  
Sperrholz 
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Rot, in dem {ie ihren höchllen Grad erreicht, noch weit hinaus; diefer über den {ichtbaren Teil 
des Spektrums hinausgehende Teil wird als Ult rarot oder Infrarot bezeichnet. Die chemifche 
Wirkung beginnt etwa im Grün und zieht {ich über das Blau und Violett, an deffen Ende {ie 
etwa ihren höchften Grad erreicht, noch {ehr weit hinaus. Diefe chemifch wirkfamen oder 
aktinifchen Strahlen latien {ich durch die photographifche Platte nachweifen. Es handelt 
{ich hier aber nicht um drei verfchiedene Arten von Strahlen, fondern um drei verfchiedene 
Wirkungen von Strahlen, die {ich nur durch ihre Wellenlängen voneinander unterfcheiden. 
Das Sonnenfpektrum ift {chon von Newton unterfucht worden; es itt im wefent- 
liehen ein kontinuierliches Spektrum, das aber von zahlreichen, fchwächeren und kräftigeren 
dunklen Linien durchzogen ift. Die auffallendften von ihnen {ind mit den Buchitaben A (im 
Rot) bis H (im Violett) bezeichnet worden; die kraftigile i{'t die D-Linie im Gelb. Man be- 
zeichnet sie nach dem Forfcher, der ihre Wichtigkeit zuertt erkannt und {ie genau gemeffen 
hat, als die Fraunhoferfchen Linien. Am genaueiten {ind {ie {pater von Angftröm 
gemeffen worden. Die eigentliche Bedeutung dieier Linien aber haben erit Kirchhoff und 
Bunfen im Jahre 1859 erkannt. Sie zeigten, daB eine Weingeiftflamme, in der ein Metallfalz 
verflüchtigt wurde, ein aus einzelnen leuchtenden Linien betlehendes Spektrum, ein Emiffions- 
fpektrum, erzeugt, daß aber, wenn man die Strahlen eines hellen weißen Lichts durch die 
Weingeiflflamme gehen läßt, das durch diefes Licht erzeugte kontinuierliche Spektrum von 
dunklen Linien  den Fraunhoferfchen Linien  durchzogen iff, die genau an denfelben 
Stellen liegen, an denen {ich vorher die einzelnen hellen Linien befanden. So entfteht das 
Abforptionsfpektru m. Die dunklen Linien {ind übrigens keineswegs fchwarz, {ie {ind 
{ogar heller als die entfprechenden hellen Linien des Emifiionsfpektrums; {ie erfcheinen nur 
dunkel auf dem viel helleren Grunde des kontinuierlichen Spektrums. Diefes Phänomen wird 
als Umkehrung des Spektrums bezeichnet; es beweiit, daß die Flamme, in der 
ein Element verflüchtigt ift, gerade diejenigen Strahlen abforbiert, die 
fie felbft ausfendet. Kirchhoff fprach diefes überaus wichtige Gefetz in der Form aus: 
Das Verhältnis des Abforptionsvermögens zum Emiffionsvermögen einer 
und derfelben Strahlengattung ift für alle Körper bei derfelben Temperatur 
dasfelbe. Die Fraunhoferfchen Linien {ind als Lücken im Sonnenfpektrum, das im übrigen 
als eine kontinuierliche Folge von Spaltbildern aufzufallen  zu betrachten; {ie entfprechen 
den im Sonnenlichte infolge der Abforption durch eine die Photofphäre umgebende Hülle 
fehlenden Lichtforten. 
Wird das Spektrum durch ein Prisma erzeugt (wobei aber durch Einfchaltung einer 
Linfe, am bellen einer Zylinderlinfe, für eine genügende Divergenz der Strahlen geforgt {ein 
muß), {o iit die Subftanz des Prismas von wefentlichem Einfluß auf die Befchaffenheit des 
Spektrums. So ifl das durch ein Flintglasprisma erzeugte Spektrum etwa doppelt fo lang wie 
das durch ein Kronglasprisma von gleichem brechenden Winkel erzeugte Spektrum. Aber auch 
die Verteilung der Farben itl; in beiden Spektren keineswegs proportional. In dem durch 
das Flintglasprisma erzeugten Spektrum nehmen Blau und Violett auch v er h äl tn i sm äß i g einen 
viel größeren Platz ein, als in dem durch das Kronglasprisma erzeugten. Die Fraunhoferfchen 
Linien aber behaupten immer ihren Platz in der ihnen zukommenden Farbe.  Auch die Ab- 
forption des Lichts durch die Subftanz des Prismas {pielt eine Rolle  Anom al e Difp e r fio n). 
Das Beugungsfpektrum aber (f. Beugung und Spektralanalyfe) itt von diefen 
Einflüffen vollitändig frei; in ihm {ind die Farben genau ihrer Wellenlänge entfprechend geordnet. 
Literatur: Eingehenderes findet man namentlich in Müller-Pouillefs Lehrb.d.Phy1"ik u. 
Meteorologie, 10. Aufl., Braunfchweig 1907. S. ferner Ängltröm, A. J., Recherche sur le spectre 
solaire, Upsala u. Berlin 1869. Meifel 
Sperräder verhindern den Rücklauf eines Triebwerkes durch Abittitzung 
ihrer Verzahnung gegen eine Sperrklinke  
Man wählt 2:8 bis 24 Zähne. ln der Formel Pizza bazlti iit P der Stützdruck, 
 die Zahnhöhe, b:O,7 t die Breite, a:0,4t bis 0,5: die angenommene Bruchlinie, 
0:100 bis 3003kgfcm2 die Biegefpannung für Gußeifen; daraus ergibt {ich die Teilung 
z: V IÖIPa: VIOOMfzo in cm. Die Druckflanke des Zahnes wird 1:3 bis 1:4 gegen den 
Radius oder die Bahn der Klinkenfpitze geneigt, bei geringer Belaftung {ogar hakenförmig 
unterfchnitten, damit die Klinke ohne Reibung einfällt, und zum Ausheben das Getriebe erit 
angedreht und widergehalten werden muß. Llndner 
Sperrholz beiteht aus drei oder mehreren, in der Regel aber einer unge- 
raden Anzahl, kreuzweife miteinander verleimten Furnierblättern oder fachgemäß 
zubereiteten Holztafeln. Durch diefe Verbindungsart wird das Holz gegen 
Schwinden und Quellen in der Plattenebene abgefperrt, fo daß das Verziehen 
eingefchränkt, ja nahezu aufgehoben wird.  Den mittleren Teil des Sperr- 
holzes nennt man Blindholz oder Mittelplatten, den äußeren Deck- 
platten oder Deckfurniere, weil hierzu meift Furniere verwendet werden. 
Die rationelle Herftellung gefchieht heute ausfchließlich mit Mafchinen in Spezialfabriken. 
Für Sperrholzplatten werden fait alle l-lolzarten verarbeitet, die {ich mittels MeiIer in Furniere 
zerlegen latien und wohlfeil zu haben {ind. Zur Herftellung des Blindholzes {tarker Platten 
werden hauptfächlich Nadelhöizer verwendet. Je nach der Ausführungsart des Sperrholzes 
unterfcheidet man: 
l. Dünnes Sperrholz von etwa 0,5-I-l2 mm Dicke, aus drei oder mehreren verleimten 
Furnieren, für Stuhlfitze, Transportkiften für Tee, Gummi und andere Kolonialwaren, Hut-
        

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