Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Schiffbauhölzer bis zyprische Erde
Person:
Lueger, Otto Frey, Ernst
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3207626
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3208026
Sdziffsmafdzine 
faft allen Klaflifikationsgefellfchaften infofern grundlegende Aenderungen erfahren, als den 
Schiffswerften beim Entwurf von Handelsfchiffen ein größerer Spielraum eingeräumt wurde. 
Die jüngllen Fortfchritte im Handelsfchiffbau, die vornehmlich der Anregung der British Cor- 
poration zu verdanken lind, wie Anordnung der ltarken 
Ciurtung im oberllen Deck, Beftimmung der Material- rf Fauvtmi, 4 p "f 
ftärken unter Berückiichtigung der Tiefladelinie, fach-      I l I 
gemäße Schottenanordnung und Schottenverlteifung, ll äiiillclliiikJ  iiziu trlerii l l 
Einführung weitilehender Decksftützen mit Unterzügen i-jl;  D   l T 
unterden Decks, Einführung größerer Spantentlernungen i? Muße-w  i-h-Ä-wvl I 
und von Hochfpanten, Fortfall der Raumftringer, leich- 1] ' l k  ' 
tere Doppelbodenkonitruktion, haben beachtenswerte ii    II 
Erfparnifie am toten Gewicht des Schiffskörpers und  i, _.l  , 
günlligere Laderäume gebracht. Auch führten iie end-   "J, 
lich zu einer Aenderung der Leitzahlen für die Feit-   H "e-    
fetzung der Verbandftärken des Schitfsrumpfes, wo- Germßnifshßr Enzllfäher 
durch die Bauvorfchriften der einzelnen Gefellfchaften Lloyd uoy  
(ich einander näherten. Während z. B. vor 1910 
die Quernummer für die Querverbände (Q) beim Britifchen Lloyd gleich  in 
Fuß feftgeietzt wurde (f. die Figur), beim Germanifchen war  in m, ilt feit 1910 
bei beiden Gefeilfchaften Q :B -l- H, wie fchon früher beim Bureau Veritas, eingeführt. Ueber- 
fchreitet bei letzterem 027,43 m, fo wird  Als Längsnummer fur 
Längsverbände gilt beim Englifchen Lloyd LxT, beim Germanifchen Lloyd LxQ, beim 
British Corporation L bzw. L x Freibord und beim Bureau Veritas Ln : L  B  H  0,85; wird H 
größer als 12,2 m, fo wird LN: L  B  H   Bei Segelfchifien ift die LNzL-B-H. 
In den Materialvorfchriften für den Schiftsbauitahl beitehen noch immer größere Unterfchiede. 
Während man in Großbritannien den härteren, nach dem fauren Verfahren hergeltellten Stahl 
bevorzugt, hat iich in Deutfchland und Frankreich der etwas weichere baiifche Siemens-Martin- 
ftahl eingebürgert. Der Germanifche Lloyd läßt auch Thomasiiahl zu. 
Literatur: [1] Schwarz, T., u. v. Halle, E., Die Schiflbauind., Berlin 1902.  [2] Kielhorn, 
Die neue Richtim Handelsfchiffbau, „Schiffbau' 12. Jahrg., S. 611.  [3] Foeriter, E., Techn. 
d. Weltwirtfch., Berlin 1909.  [4] Pagel, Die Schottenvorfchr. d. intern. Vertn, Jahrb. d. Schiff- 
baut. Gef., Berlin 1918.  [5] Laas, W., 60 Jahre Bauvorfchr. d. German. Lloyd, ebend. 1928.-- 
[6] Bauvorfchr. d. German. Lloyd, Lloyds Regifrer, Bureau Veritas, Brilish Corp., jährl. T. Schwarz 
Schiffsmafchine, die Antriebsmafchine der Schiffe. 
Die Entwicklung der Schiffsmafchine von der Einführung der Dampffchiffahrt, im be- 
fonderen von der allgemeinen Einführung des Schraubenpropellers im Jahre 1838 bis zu den 
neueilen Errungenfchaften des Schiffsmafchinenbaus bildet eine Kette von mannigfachen Kon- 
ftruktionsiyftemen und praktifchen Fortfchritten, deren Endglieder eine Steigerung der Mafchinen- 
leiftung von etwa 50 PS1 des eriten Schraubendampfers ,Archimedes' auf rd. 120000 PS der 
großenKreuzer der Kriegsmarmen aufwerfen.  
Diefe enorme Kraftiteigerung konnte nur unter lletiger Vervollkommnung der Oekonornie 
der Mafchinenanlage und durch zunehmende Herabfetzung des Eigengewichts derfelben erreicht 
werden. Der Gefamtwirkungsgrad der Schiftsmafchine als Dampikolbenmafchine, d. h. das Ver- 
hallnis der nutzbringenden Arbeit des Schiffspropeliers für die Fortbewegung des Schiffes zu der 
im Schiffskeffel erzeugten Wärmemenge betrug bis vor wenigen Jahren 0,072e0,08, d. h. von der 
Heizkraft des Brennmaterials werden nur 7,2e8"l„ für die Fortbewegung des Schiffes nutzbar 
gemacht  Der Gefamtwirkungsgrad ergibt {ich aus den Arbeitsverluften, die entliehen 
1. bei der Dampterzeugung (Wirkungsgrad der Keffel 1;1:0,646); 2. bei der Umfetzung der 
Wärme in die theoreiifche Dampfleiitung (theoretifcher Wirkungsgrad 1122029); 3. bei der 
Arbeitsleiftung des Dampfes in der Mafchine (Verhältnis der indizierten Dampfleiltung zur 
theoretifchen oder indizierter Wirkungsgrad  4. durch Reibungs- oder fonllige Ver- 
lulie in den Mafchinentrieben (mechanifcher Wirkungsgrad 17m:0,86) und 5. durch die Wider- 
liände und Verlufte in der Wellenleitung und im Propeller (Propelierwirkungsgrad 1312072), 
d, h, 1; : v1  172  1;,     Der größte Verluft entileht demnach durch die 
Ausnutzung des erzeugten Dampfes, da die Verdampfungswärme nur zum geringen Teil ver- 
wertet werden kann. Anderfeits entftehen größere Verlufte durch Abkühlung und Kondenfation 
des Dampfes in der Dampfrohrieitung, in den Schieberkaßen und in den Dampfzylindern, ferner 
durch direkte Dampfverlufte durch Undichlheiten an Kolben, Schiebern und Stopfbuchfen fowie 
fchließlich durch ungenügendes Vakuum, Widerltände in den Dampfkanälen und Einflüffe der 
Steuerung. Um dieie Dampfverluile herabzufetzen, war man nach Einführung der Oberflächen- 
kondenfation und der hierdurch ermöglichten Steigerung der Dampffpannung von 2 bis auf 
16 kg beftrebt, den Dampf in mehreren Zylindern nacheinander expandieren zu lafien, um hier- 
durch das Temperaturgefälle und die Kondenfationsverlulle in den Zylindern zu vermindern. 
Der Kohienverbrauch der einfachen Expaniionsmafchine betrug 1,3 -f-l,6 kg pro indizierte Pferde- 
Itärke und Stunde, derjenige der Compoundmafchine  kg, während die neueren drei- 
fachen Expanfionsmafchlrlen nur 0,7-10,9 kg, die vierfachen Expanfionsmafchinen fogar nur 
 kg erfordern   
Zur Vervollkommnung der Dampferzeugung, d. h. zur Steigerung des Wirkungsgrades 
des KeiIels find folgende Hilfsmittel eingeführt: 1. Anwendung des künillichen Zuges zur 
Steigerung der Verbrennung in den Feuerungen, 2. Vorwarmung der Verbrennungsluit, 3. Vor- 
wärmung des Speifewaffers, 4. Ueberhitzung des Dampfes, 5. Einführung der Oelfeuerung und
        

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