Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Schiffbauhölzer bis zyprische Erde
Person:
Lueger, Otto Frey, Ernst
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3207626
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3210207
Signalwefen 
Sikkative 
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der Eifenbahnlignalordnung [2] und den von den Mitgliedern mit teilweife bindender Kraft 
aufgeftellten Technifchen Vereinbarungen des Vereins deutfcher Eifenbahnverwaltungen [3] 
niedergelegt. Letztere enthalten in dem Abfchnitt C (5 141-148) „Telegraphen-, Signal- und 
Sicherungswefen" die hier in Frage kommenden Bettimmungen. Diefe find bei den einzelnen 
Artikeln befprochen. Als oberlie Grundfätze find die folgenden hervorzuheben: 
1. Die Zugfolgeitellen der Hauptbahnen, auf Nebenbahnen derjenigen Strecken, die mit 
mehr als 40 km Gefchwindigkeit befahren werden, lind durch Telegraph, der übrigen Strecken 
durch Telegraph oder Fernfprecher zu verbinden  5 19). 
2. Die Hauptbahnen, auf Nebenbahnen die Strecken, die mit mehr als 40 km Gefchwindig- 
keit befahren werden, find mit Läutewerken zu verfehen  5 19). 
3. Auf Hauptbahnen mit befonders dichter Zugfolge muß das Signal für die Einfahrt in einen 
Streckenabfchriitt unter Verfchluß der nächlten Zugfolgeitelle liegen (Streckenblockung)  5 22). 
4. Die Bahnhöfe der Hauptbahnen fowie die Kreuzungsftationen auf Nebenbahnen mit 
mehr als 40 km Fahrgefchwindigkeit find mit Einfahrfignalen zu verfehen. Auf l-lauptbahnen 
lind Bahnhöfe mit Ausweichgleiien mit Ausfahrlignalen zu verfehen  5 21). 
5. Auf Hauptbahnen und Nebenbahnen mit mehr als 15 km Fahrgefchwindigkeit darf kein 
Zug von einer Zugfolgeftelle abgelaffen werden, bevor der vorausgegangene durch die iiächfte 
derartige Stelle gedeckt ift (abfolutes Blockfyftem, f. a. Blockeinrichtungen)  5 65). 
Neben diefen I-lauptgrundfätzen beftehen eine Reihe von Einzelbeftimmungen zur Siche- 
rung fpitz befahrener Weichen, beweglicher Brücken ufw. Im übrigen gibt die Signalordnung [2] 
eingehende Beftimmungen, wie die notwendigen Signale zu geben find. Nach der Art, in der 
die Signalbegriffe der Wahrnehmung der Beteiligten übermittelt werden, unterfcheidet man 
optifche oder Sichtlignale (d. h.folche, die mit den Augen wahrgenommen werden) von den 
akuftifchen oder Höriignalen. Zu den erfteren gehören die Scheiben- und Handfignale, die 
Signale am Signalmatt, die Weichenlignale, zu den letzteren die Signale der Läutewerke, Signale 
mit Hörnern, Mundpfeifen, Dampfpfeifen der Lokomotiven, Knallkapfeln ufw. Hörfignale können 
für Tag und Nacht diefelben fein. Die Sichtfignale lind entweder Formfignale (an der Form 
und Formänderung erkennbar) oder farbige Liclitfignale. Die Formlignale müffen bei Dunkel- 
heit beleuchtet oder durch farbige Lichtlignale erfetzt werden. So und z. B. die Weichen- 
fi gnale (f. d.) und das Ab 1 auffignal (f. d.) reine Formlignale, während die Haupt- und Vor- 
fignale (f. Signalordnung, Signal 7-j-10) bei Tage Form- und bei Dunkelheit Lichtlignale 
find. Neuerdings werden indeffen (namentlich auf elektrifch betriebenen Strecken) die farbigen 
Lichtfignale auch bei Tage angewendet (Tages-Lichtfignale oder beffer Licht-Tages- 
fignale (f. Bd.4, S. 711). 
Literatur: [1] Eifenbahnbau-u.Betriebsordn.  v. 1. Mai 1905 m. Aender. v. 1. Aug. 1907. 
 [2] Eifenbahntignalordn.  v. 1. Aug. 1907.- [3] Techn.Vereinbar. üb. d. Bau u. d.Betriebs-i 
einricht. d. Haupt- u. Nebeneifenb. v. 1. Jan. 1909.  S. ferner unter ,Blockeinrichtungen', 
„Signalordnung", ,Stellwerke'.   Gerftenberg 
Signalwefen der Schiffe dient zum Nachrichtenverkehr der Schiffe auf See 
untereinander und mit dem Lande fowie zum Anfteuern der Häfen. 
Das urfprüngliche Veritändigungsmittel mittels Signalflaggen ift für kleinere Schiffe be- 
liehen geblieben, während für Schiffe über 1600  fowie für alle Schiffe, die mehr 
als 12 Fahrgätte aufnehmen können, die drahtlofe Telegraphie vorgefchrieben ift. Diefe Schiffe 
müffen mit einer Empfangs- und einer Sendeftation fowie mit einem Notfender ausgerüftet fein 
mit einer Reichweite von mindeltens 500 km. Neben der drahtlofen Telexgraphie hat die dralit- 
lofe Telephonie mit gedämpften Röhrenfendern im befonderen für den erkehr von Schiff zu 
Land und beim Einlaufen in Häfen Eingang gefunden. Da für diefe kein ausgebildetes FT- 
Perfonal erforderlich ift, fo bildet die drahtlofe Telephonie allein ein wichtiges Verftändigungs- 
mittel der Fifchereifahrzeuge und Bergungsdampfer mit Land. Als Luftnetz dient eine Antenne, 
die zwifchen den Matten gefpannt wird; nur für große Schiffe kommt eine Dachantenne in 
Frage. Bei Navigierung in fchwierigen Ciewäffern und beim Antteuern von Seezeichen und 
Hafeneinfalirten bei Nebel haben {ich die Unterwafferfignale (f. d.) beftens bewährt, 
während beim Befahren einer engen Fahrrinne in See das elektrifche Leitkabel wichtige Dienfte 
leiftet, das mit einem Telephon auf der Brücke abgehört werden kann und deren Periode auf 
einem Inftrument fichtbar gemacht wird. 
Literatur: [1] AEG., Elektr. auf Schiffen, Berlin 1923.  [2] Bredow, Telefunken an Bord 
d. Imperators, Jahrb. d. Schiffbaut. Gef. 1914.  [3] Graf Arco, Die Entwickl. d. drahtl. Te1egr., 
ebend. 1922.  [4] Schmid, Drahtl. Telegr. u. Teleph., ebend. 1923.  [5] l-Iahnemann, Unter- 
waffer-Schalltechm, ebend. 1920.   Kiel 1919.  [7] Elektro- 
akuftik, Nebeliignale, Kiel 1927. T.Sd1wars 
Signaturen, 1. Kartenzeichen für geometrifche und topographifche Karten, f. Kartie- 
rung; 2. die Einkerbungen an den Buchdrucklettern; 3. die jeweils unten auf der erften Seite 
eines Druckbogens angebrachte fortlaufende Ziffer.  L. Ambrvnn 
Sikkative, fette oder flüflige Subltanzen, beltimmt, das Trocknen von Oelen, 
Oelfarben und fetten Lacken zu befchleunigen. 
Die hauptfächlich in Betracht kommenden Zufätze find: Blei-, Mangan-, Kobfilfn _ZiI1k-, 
Kalkverbindungen. Von ausgezeichnetem Trockenkraftübertragungsvermögen lind die fliiffigen 
Sikkative, die häufig auch andere Namen wie Terebine führen. Zur Herftellung der Sikkative 
bringt man die metallifchen Zufätze in Oel oder Harz zur Löfung und verfetzt die entllande- 
nen Oleate oder Refinate mit Verdünnungsmitteln (Terpentinöl, Benzin ufw.). Sikkativpulver 
find entweder Sikkativbafen, wie z. B. borfaures Mangan ufw., oder gefällte harzfaure Blei- 
Manganverbindungen, die iich in kaltem Oel ufw. fchnell löfen.
        

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