Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Schiffbauhölzer bis zyprische Erde
Person:
Lueger, Otto Frey, Ernst
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3207626
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3209874
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Seilverfpleißüflg 
Seismographen 
{tatt der Kette ein Drahlfeil auf die Flußfohle verlegt wird. Die Anlagekotien 
{ind geringer, aber die Unterhaltungskotten größer. 
k Das Seil s wird an der "b, r  
a  iiitzrseiitizzäziäittrp:i: 
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5 fLiQ-"r  1,1. 1  s (Fig. 1) uber die Fowlerfclie Is-esygxsgeigg 
Fig 1 Kiappenfclieibe k geführt;  , 
  diefe  exäitt 
preßt mittels der um 0 drehbaren Klappen m, die auf dem Umfange von k dicht Fig, 2, 
nebeneinander angebracht tind, das Seil s derart, daß {ich der Schlepper an 
demfelben fortwinden kann. Diefes Fefthalten findet ftatt, {olange das Seil s auf den Scheiben- 
umfang drückt; läuft es von der Scheibe k ab, {o laffen die Klappen m das Seil s frei.  
Das Seil läßt {ich nicht {o gut der Fahrrinne anpaffen als die Kette, weil es {ich ohne {chwie- 
rige Spliffung nicht leicht verlängern oder verkürzen läßt. 
Literatur: Deutfche Bauztg. 1881, S. 52. Sdlulze 
Seilverfpleißung, die durchlaufende Verbindung zweier Seilenden. 
Hat man zwei Seilenden von je {echs Litzen und einer Seele zu fpleißen, {o bezeichnet 
man zunächti durch Bindfadenumwicklung die Länge bis zur Stoßftelle, umbindet weiter die 
einzelnen Litzen an jedem Seil mit {pringender Reihenfolge:  in gleichmäßigen 
Abttänden zwifchen etwa 2 m vor und 2 m hinter der Seilmarke (f. die Figur) und fchneidet 
d {ite je älldm zgußfrhalbdihrgr Marken 
__n    a un ie ee e an er eilmarke, 
  die dabei abzulöfen ift; nachdem 
lfäjf__tl man die Seelen {iumpf zufammen- 
 gettoßen hat, wickelt man die Litzen 
5  gegenfeitig in die freien Ausfchnitte 
xi und {ficht die überiiehenden Enden 
durch das Seil durch. Bei l-lanf- und Baumwollfeilen werden die Enden verknotet, bei Draht- 
feilen die einzelnen Drähte nach innen abgebogen und eingetteckt. Der Spliß erftreckt {ich 
hierbei auf reichlich 4 m Länge. Entfprechend verfährt man bei andern, z. B. dreilitzigen Seilen 
ohne Seele, auch bei geflochtenen. Die Arbeit wird durch geübte Monteure ausgeführt und be- 
anfprucht 243 Stunden. S. a. Drahtfeile, Bd. 2, 5.455. Llndner 
Seismographen {ind Initrumente, die Erdbeben aufzeichnen; laffen {ich aus 
den Regittrierungen die Zeit, Größe und Richtung der einzelnen Stöße be- 
ttimmen, fo fpricht man von Seismometern (Erdbebenmeffer); Seismofkope 
{ind Vorrichtungen, die den Beginn eines Erdbebens anzeigen. 
Die verbreitetfte Art diefer Vorrichtungen wurde bereits im Artikel Horizontalpendel 
befchrieben. Hier {ollen noch einige nicht auf dem Prinzip des Horizontalpendels beruhende 
Seismometer erwähnt werden. Das a ftatifch e Pendel hoher Empfindlichkeitvon E.Wiechert 
macht den Reibungswiderftand der mechanifchen Regittrierung mittels Rußfchrift möglichtt un- 
fchädlich durch Verwendung großer Maffen, 1000 kg und mehr. Die träge Maffe ift ganz über 
dem {enkrecht unter dem Schwerpunkt liegenden Drehpunkt aufgehellt, alfo im labilen Gleich- 
gewicht, der Drehpunkt itt durch ein als Cardanifches Gelenk dienendes Federgehänge ge- 
bildet. Am oberen Ende der fchweren Maffe befindet {ich ein durch eine Tifchplarte geführter 
Zapfen, der gegen federnd bewegliche Hebel druckt, {o daß die Matte dadurch {tabilitiert wird 
und ihre Bewegungsausfchläge relativ zum Tifch {ich unter {iarker Vergrößerung auf zwei {enk- 
recht gegeneinander horizontal bewegliche Schreibhebel übertragen. Mittels Luftdämpfung werden 
die Eigenbewegungen des Apparates befchränkt. (Neuerdings wird {onti elektromagnetifche 
Dämpfung bevorzugt.) Weiteres f. [1] und   Das Betireben, eine möglichtt lange Periode 
der Eigenfchwingungen des Apparates herzuftellen, begegnet beim Vertikalfeismometer größeren 
Schwierigkeiten als bei den für Regiftrierung der Horizontalkomponenten dienenden Apparaten. 
Unter Verwendung möglichft kräftiger Tragfedern gelang es Wiechert  die Eigen- 
fchwingungszeit der großen Maffen (1300 kg) bis auf 7 Sekunden zu erhöhen, während fein 
eingeftellte Horizontalpendel leicht 30 und mehr Sekunden erreichen. Ueber die Berechnung der 
wahren Bodenbewegung aus den Aufzeichnungen vgl. z. B.    Die mechanifchen 
und zerliörenden Wirkungen der Erdbeben hängen in erfter Linie von der Befchleunigung der 
Bodenteilchen ab. A. Schmidt {teilte {ich daher die Aufgabe, einen Apparat zu bauen, der 
ein direktes Maß der Befchleunigungen regiftriert. Sein Tri filargravimeter zur Beobach- 
tung der vertikalen Bodenbefchleunigurigen [5] ift nach dem Prinzip des Bifilarmagnetometers 
von Gauß konitruiert. Eine an drei Fäden aufgehängte Matte ift durch die Wirkung einer Feder 
bis zu genügender Schiefftellung der Aufhängefäden verdreht, wobei bei Zu- oder Abnahme der 
vertikalen Komponente der Kraft der Torfionswinkel ab- oder zunimmt, vgl.  Neuerdings 
erbauten E.Wiechert und de Quervain Seismometer mit fehr ftarken Vergrößerungen, 
der erftere bis Zllßmillionenfach (vgl. jrfchütterungsmeffer"). Ein anderes Prinzip benutzten 
Anderfon und Wood  An einem etwa 16 cm langen, 0,02 mm dicken Wolframdraht, der 
vertikal zwifchen zwei Klemmen eingefpannt ift, itt etwa in der Mitte exzentrifch längs einer 
Kante ein Kupferzylinder (etwa 25 mm langj 2 mm dick, 0,7 g fchwer) angebracht, auf den 
Horizontalbewegungeri fenkrecht zur Ebene raht-Zylinderachfe ein Drehmoment ausüben. Die 
hierdurch hervorgerufenen Bewegungen werden optifch regiftriert. Die Schwingungen werden 
elektromagnetifch gedämpft, feitliche Schwingungen durch Oeldämpfung verhindert.
        

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