Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Schiffbauhölzer bis zyprische Erde
Person:
Lueger, Otto Frey, Ernst
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3207626
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3209171
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Sdzwefelfdureverbindungen 
Sdzweflige Sdure 
analytifch durch Fällung der Schwefelfäure mit Chlorbarium, wobei {ich Bariumfulfat bildet. 
Diele Reaktion dient auch zum qualitativen Nachweis. 
Pyrofchwefelfäure entlleht aus gleich molekularen Mengen SO, und 17280„ lie 
bildet eine durchfichtige kriflallinifche Maffe vom Schmelzpunkt 35". 
Schwefelfäureanhydrid, Schwefeltrioxyd, S03, ift ein bei niedriger Temperatur 
weißer, kriftallinifcher, an der Luft ltark rauchender Körper, der bei 17,7" zu einer klaren, 
farblofen Fltiffigkeit fchmilzt. Er wirkt auf or anifche Verbindungen ltark walTerentziehend und 
verkohlt Iie. Eifen wird von trockenem Schwefgelfäureanhydrid nicht angegriffen. Feftes Anhydrid 
entfteht durch Erhitzen von hochprozentigem Oleum in befonderen Apparaturen. 
Literatur: [1] Lunge, Handb. d. Schwefelfäurefabn, Braunfchweig 1916.  Drölier, Entwickl. 
d. Schwefelfäurefabn, Leipzig 1908; Reufch, Ber. üb. d. lnd. d. Mineralfäuren, Chemiker-Ztg. 1914 
bis 1920; Ullmann, Enzykl. d. techn. Chemie, Bd. 10, Berlin 1922. Mezger 
Schwefelfäureverbindungen: Chlorfulfonfäure, Sulfuryloxychlorid, czsosn, 
ilt eine farblofe, an der Luft llark rauchende Flüfligkeit, die {ich mit Waffer explofionsartig zu 
Chlorwafferltoff und Schwefelfäure umfetzt und zum Sulfurieren aromatifcher Verbindungen 
Verwendung findet. Ihre Darftellung erfolgt durch Einleiten von Chlorwafferltoff in frifch 
gefchmolzene Pyrofchwefelfäure. 
Sulfurylchlorid, SO,CI„ ift eine leichtfliiflige, wafferhelle, an der Luft fchwach 
rauchende, ftechend riechende Flüffigkeit. die im großen durch Addition von Chlor an Schwefel- 
dioxyd hergeftellt wird. Sie findet als energifches Chlorierungsmittel, z.B. zur Darltellung von 
Azetylchlorid, fowie als Kontaktfubltanz bei der Fabrikation der Azetylzellulofe Anwendung. 
 Schwefelftickftoff, M84, bildet orangegelbe Nadeln, die bei 135" zu fublimieren 
beginnen, bei 178" fchmelzen und bei 207" fowie durch Stoß oder Reibung explodieren. Man 
erhält fie durch Einleiten von trockenem Ammoniak in eine Löfung von Schwefeldichlorid in 
trockenem Benzol. Verwendung findet Schwefelftickiioff als Initialzünder. 
Literatur: Ullmann, Enzykl. d. techn. Chemie, Bd. 10, Berlin 1922. Mezger 
Schwefeltonung, p hotographifche, beruht auf der Ueberführung der metal- 
lifchen Silberbilder auf Bromlilber- oder Gaslicht-Papier in braunfchwarzes Schwefelfilber. Man 
erreicht dies langfam mit Löfungen von Polyfulfiden des Kaliums oder Bariums, fchneller und 
durchgreifender durch Ueberführung des Silberbildes in Bromfilber (z. B. mit 12 g Bromkalium, 
30 g Ferrizyankalium und 1000 g Waffer) und Baden in l"l„iger reiner Natriumfulfidlöfung (Naß); 
die photographifche Praxis kennt zahlreiche Varianten. (S. a. Sel ent o n u n g und Eder, Rezepte, 
Tab. u. Arbeitsvorfchn, Halle a. S. 1927.) J. M. Eder 
Schwefelwafferftoff, H23, ilt ein farblofes Gas, das den Geruch der faulen 
Eier bedingt. 
Schwefelwaderltoff kommt in vulkanifchen Gasausftrömungen und in zahlreichen Schwefel- 
wäiTern vor, wobei feine Entllehung auf eine Reduktion des Gipfes zu Kalziumfulfid und eine 
Zerfetzung des letzteren durch Kohlendioxyd zu erklären ilt. Das Gas wiegt bei 0" und 760 mm 
Druck 1,526 gll. Beim Durchleiten durch ein gllihendes Rohr zerfällt der Schwefelwalferftoff 
in feine Befrandteile, angezündet verbrennt er mit blauer Flamme zu Schwefeldioxyd und Waffer. 
Wie von Sauerftoff wird Schwefelwafferftoff von den Halogenen zu Schwefel oxydiert. Da 
Schwefelwaiierftoff fehr leicht oxydabel itl, fo wirkt er vielfach als Reduktionsmittel. Die Salze 
des Schwefelwafferltoffs mit Bafen werden Sulfide, z. B. NazS, oder l-lydrofulfide, z. B. 
NaSH, genannt. Aus den Löfungen vieler Metallfalze werden durch das Gas die Sulfide ge- 
fällt, weshalb der Schwefelwallerlioff und das Ammoniumfulfid (Schwefelammonium), das 
durch Einleiten von Schwefelwauerftoif in Ammoniak entfteht, in der analytifchen Chemie eine 
große Rolle fpielen. Aus den Sulfiden erhält man das Gas in bequemer Weife durch Einwirkung 
von Säure, z. B.  Man gewinnt es ferner durch Reduktion von 
Schwefeldioxyd, das man mit Wafferdampf zufammen über glühenden Koks leitet. Aus Kalzium- 
fulfid, einem Abfallprodukt der Leblanc-Sodafabrikation, gewinnt man das Gas durch Behand- 
lung mit Kohlenfäure. 
Schwefelleber (Kaliumfulfid) wird durch Erhitzen von einem Teil Schwefel mit zwei 
Teilen grob gepulverter Pottafche gewonnen und dient zur I-leritellung von Schwefelbäderm- 
Schwefelwafferltoff wird noch in 100000facher Verdünnung in der Luft durch den Geruch 
wahrgenommen. Seine Giftigkeit ift beträchtlich, befonders weil das Gas die roten Blutkörperchen 
zerftört. Gegenmittel: Sauerltoffzufuhr, Aether- und Kampfereinfpritzungen. 
Literatur: Ullmann, Enzykl. d. techn. Chemie, Bd.10, Berlin 1922. Mezger 
Schweflige Saure (Schwefeldioxyd, Schwefligfäureanhydrrd), S02, ift ein 
farblofes Gas von itechendem Geruch und faurem Gefchmack, das die Atmungs- 
organe ftark angreift. Spez. Gew. bei 0" und 760 mm Druck:2,2l31 (Luft: 1); 
fpez. Gew. im flüffigen Zuftand bei 150:l,3964 (Walter von 40:1); Siede- 
punkt-IO", Erliarrungspunkt  79 o. 
Ein Liter Waffer von 0" löft etwa 801 Schweflige Säure-Gas. 1 l Waller von 20" etwa 401, 
11 Alkohol von 0" etwa 3281. In den Handel kommt die Säure entweder in komprimierter 
Form (fliiffig) in Stahlflafchen oder in wätTeriger Löfung (von lläöoßezö-öolo 80,) unter 
der Bezeichnung Schwefelwaf f er. Durch Einwirkung des Lichtes oder hoher Temperaturen 
zerfällt das Gas in Schwefel und Schwefelfäureanhydrid. Nafzierender Walierlloff reduziert 
Schwefeldioxyd zu Schwefelwafferfloff, mit Chlor verbindet es {ich im Sonnenlicht zu Sulfuryl- 
chlorid. Durch Alkalimetalle, fowie Kalzium, Magnelium und Aluminium wird es in der Hitze 
reduziert. Auf Eifen wirkt das trockene Gas fowie flüfliges Schwefeldioxyd nicht ein, weshalb
        

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