Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Schiffbauhölzer bis zyprische Erde
Person:
Lueger, Otto Frey, Ernst
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3207626
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3217980
Zvgfeßigkeiz 
1015 
den Reißwiderftand des vielkriftallinen Werkitoffs. Da bleibende Verformung vornehmlich in 
inneren Gleitungen befteht, {o mißt die ZugfeftigkeitK, einen Cileitwideriiand, alio keinen 
Reißwideriiand, wie vielfach fälfchlich angenommen wird. Von der technifchen Kohaiion v_er- 
fchieden iii die wahre Kohäiion oder molekulare Reißfeitigkeitdes Einkriitalls. Der Reißfeitig- 
keit {teilt Ludwik die Gleitfeitigkeit (f. Torfionsfeitigkeit) gegenüber [28] und erklärt 
aus Reiß- und Gleitwideritand das Auftreten zäher und fproder_Bruche_(Gleit- bzw. Ver- 
formungsbrüche-Trennungsbrüche) bei ruhender Lait und Stoß, bei verfchiedener Gebrauchs- 
temperatur und bei verfchiedener mechanifcher und thermifcher Vorbehandlung. 1G der Gleit- 
widerftand in einem homogenen und ifotropen Körper großim Vergleich zum Reißwiderftand, 
fo wird, wenn die Zugfpannung die Reißfeltigkeit überfchreitet, ein Zugitab reißen, noch be- 
vor er sich zu verformen beginnt: der Körper erfcheint fpröde. lit dagegen der Gleitwider- 
{tand klein im Vergleich zur Reißieitigkeit, {o werden bleibende Verformungen auftreten, fo- 
bald die Schubipannung die Schubelaitizitätsgrenze überfchreitet. Der Stab {ireckt {ich, er iit 
dehnbar. Bei allfeitig gleicher Zugfpannung können keine Gleitungen ausgeführt werden, es 
entiieht ein Trennungsbruch, der Körper verhält {ich fpröde. Schon eine Annäherung an den 
allfeits gleichen Zug wirkt auf fpröden Bruch hin.  
Bei einem weichen Flußitahl von K,:35 kgfmm2 Zugteftigkeit iit 83:84 kgfmmz, bei 
einem zähvergüteten Chromnickelßahl Kz:72,7; Bz:149; bei harter Vergütung K2: 126,3, 
Bz:187; bei einem überaus harten Ciußiiahldraht von 1 mm Dmr. Kz:258 kgjmmz:ßg. 
Das Verhältnis BzZKz mißt die Zähigkeit infolge der Einfchnürung, während die Zähigkeit 
vor der Einfchnürung durch die gleichmäßige Dehnung des Zugitabes gemeffen wird. 
Im Einfchnürquerichnitt zäher Werkßofte findet Kerbwirkung ltatt  S. 86,  S. 322 
(Spannungsftauung im Kerbengrund, Annäherung gegen einen raumlichen Spannungszuitand 
in der Stabmitte). Zerreißverfuche an zähem Stahl mit verfchiedenen Kerbformen ergaben fur 
die Reißfeftigkeit einen ziemlich unveränderlichen Wert, der bei fchärfftem Kerb nur wenig 
niedriger war. Martens fchlug vor, {tatt der Zugfeßigkeit glatter Stäbe die Reißieiiigkeit an 
gekerbten Staben zu ermitteln und zur Beurteilung der Feltigkeit zu benutzen  der Vor- 
fchlag fand ]8dOCh keine Annahme. Es {ind zur Zeit mehr Beziehungen zwifchen der Zug- 
feftigkeit und z. B. Härte, Schwingungsfeitigkeit aufgeitellt, die, obgleich nur zum Teil phy{i- 
kalifch begründet, doch von praktifchem Wert iind, während dies von der Reißfeitigkeit noch 
nicht gilt. Während der Gleitwiderftand mit iteigender Verformungsgefchwindigkeit wächit, 
wird von der Reißfeitigkeit angenommen, {ie {ei von der Geichwindigkeit nicht oder wenig 
abhängig. Die Zugieftigkeit als Gleitwideriiand wächft demzufolge mit der Gefchwindigkeit; 
dies beftätigt Sachs  S. 22, durch {iatifclie und dynamifche Zerreißverfuche mit verfchie- 
denen Stahliorten; er fand die dynamiiche Brucharbeit durchfchnittlich um 4407„ höher als 
die ftatifche, während die Bruchdehnung nur 17010 höher war und die Einfchnürung etwa 
gleich groß; die dynamifche Zugfeiiigkeit wird demnach etwa 2307„ höher fein. E. Meyer 
{teilt durch eine beiondere Unterfuchung  S. 62, das Schaubild des dynamifchen Zerreiß- 
verfuchs feit, dem er das {iatifche Schaubild gegenüberitellt. Für einen weichen Stahl ergibt 
{ich das Bild Fig. 2. Dieiem zufolge iit der dynamifche Widerftand des Werkliotfs bei kleinen 
Verformungen erheblich größer als der itatifche, aber auch beim Bruch i{'t eriierer noch er- 
heblich größer als der letztere. Die beim Verfuch vorhanden geweienen Dehnungsgefchwindig- 
keiten lind aus Fig. 2 eriichtlich. 
Einiluß der Gebrauchstemperatur: Nach Bach [35] ift für drei Stahlforten bei 
t:20 100 200 300 400 500 "C 
       
        
        
Für Solo Nickclliahl (0,2 C) und naturharten Tiegelltahl (1,0 C; 1,0 Mri) fand Bach 
        
. :129 121 137 118 93 60,3 . 
d.  Höchiäwärte bei etwa 200" mit mehr odeii wenigg fiarkem H, 
Ab all der e igkeit bei höherer Temperatur. n der ähe von  .1 15g 
200" iii gleichzeitig die Sprödigkeit groß. Man nennt {ie ftatifche  
 Blau- oder Warmbrüchigkeit. Da die Form- av 41  ' 
 gebungen im warmen Ztuitand durch Schmie-  
   den, Preffen u.d 1. mei mit einerbeitimmten 
7  i  Formänderungsäfchwindigkeit vorgenom-  
6  g men werden, {o ift die dynamifche Warm- , m, m, 0 w, m M m m? 
  :  {prodigkeit _techniich wich- 11111111 
5   tiger, {ie ergibt {ich aus Kerb: v  
 5'    {chlagbiegeveriuchen etwa bei m1 w 
4ä  500". Zahlreiche Angaben und  
f;  Sfäbquemdin. Schaubilder von Warmzerreiß-  
g  Mvßwf verfuchen r.  Nach Ver- „    
e  '  iuchen von Ciörens und  
  50 
3   Mailänder  S. 18. neh-  
i?  men Zug- und Reißfeitigkeit a,  _ i 
1 a. z   ioliäkratei Eii"; III-E 
nu e zu 
0 70 ' 49 50 " 73g 't' EeiQBrIQO" und darunter zu-  
133,4, fammen (auch die Streck- 0 Äqgff m m w".
        

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