Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Masse bis Schiffbau
Person:
Lueger, Otto Frey, Ernst
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3198731
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3207406
846 
Sdzzjffbau 
Die kiefernen Decksplanken tragen zur Verilärkung des Langsverbandes bei und haben 
den Hauptzweck, einen wafferdichten Abfchluß gegen Feuchtigkeit von oben herzuitellen. Sie 
erhalten rechteckigen Querfchnitt mit geringer Abfafung der Seiten nach oben zum beiieren 
Halt des Dichtungsmaterials, Werg und Pech. Man wählt die Plankenbreite nicht über 150 mm, 
da fonft beim Schwinden des Holzes zu weite Fugen entitehen. An Stellen, die ilark in An- 
ipruch genommen werden, unter dem Spill, bei den Ankerketten und Kettenftoppern uiw., 
verwendet man ilärkere Planken, Fifchungsplanken, aus Teak- oder Eichenholz. Um die 
Feitigkeit der Decks auf Zug zu erhöhen, ordnet man auf den Decksbalken eiferne Längs- 
und Diagonalbänder an, erilere zur Seite der Luken, letztere von den Mailtchlingen aus- 
gehend, um die Beanipruchung der Schlingen durch die Matten auf die Schiftswand zu über- 
tragen. Im Bug und Heck laufen die Decksplanken auf die Wafiergangsplanke auf, und werden 
die icharfen Enden zum befieren Dichten abgefchrägt. 
Die Außenhautbeplankung hat in der Hauptfache den Anforderungen einer voll- 
ilandigen Dichtung gegen den WaiIerdruck zu entfprechen; zur Verftärkung des Längsverbandes 
kann iie nur in unteren und oberen Gängen herangezogen werden, da die Biegungsbean- 
fpruchung das Oeffnen der Plankennähte bzw. das Austreiben des Wergs begünitigt. Die 
Außenhautplanken werden aus eichenen Stämmen gefchnttten und erhalten rechteckigen Quer- 
ichuitt. Ihre Stärke iit verichieden, je nach der Lage am Spantumfang (Fig. 5). Am ftärkilen 
wählt man die Kielplanken; diefelben erhalten eine unregelmäßige Querfchnittsform, ent- 
fprechend der Kieliponnung, und werden mit dem Kiel kantweife verbolzt (Fig. 2). Die Seiten 
der itärkeren Kielgangsplanken werden eingeialzt, damit die Dichtnaht nicht mit den Bolzen 
in Berührung kommt. Die in der neutralen Achte, alfo in der Nähe der Wafferlinie liegenden 
Planken, die Berghölzer, iind gleichfalls itärker gehalten, um durch eine tiefere Dichtungs- 
naht der Beanfpruchung auf Schub beiier begegnen zu können. Auch bieten die ilärkeren 
Berghölzer befieren Schutz gegen lokale Beanfpruchungen von außen durch Eisfchollen, Wracks- 
decken ufw., zu welchem Zweck iie bisweilen mit einer dünnen S p i ek erh a ut benagelt werden. 
Ferner lind die Schergangsplanken oder die Farbegän e, welche die Außenbeplankung am 
Oberdeck abichließen, itärker bemeffen, um die dort am äärkiten auftretenden Zug- und Druck- 
fpannungen aufnehmen zu können. Die Zahl der Plankengänge richtet iich nach dem Umfang 
des Hauptipantes und der Breite der Planke, 200ä360 mm. Da die Spantumfange nach vorne 
und hinten erheblich kürzer werden, können nicht alle Gänge bis zum Steven durchlaufen, 
da ionit die vorderiten Planken zu fchmal ausfallen würden. Man läßt daher vereinzelte Gänge 
vorher aufhören (verlorene Gange oder Splißgänge); anderfeits kann es bei breiten 
Hecks erforderlich werden, neue Gange einzuichieben (eingefchobene Gange). Befondere 
Sorgfalt iit auf ein gutes Verfchießen der Stöße zu legen; iie iind auf einem Spant anzu- 
ordnen. 
Zum Abfchluß des Raumes zwifchen Außenhautbeplankung und Wegerung fowie der 
Hirnenden der Auflangerhölzer dient der Schandeckel; derfelbe wird auf dem Waffergang 
des Oberdecks beteiligt und befteht bei größeren Schiffen aus zwei Breiten. Die äußere Kante 
iteht meiit über den Farbegang vor und erhält eine Abrundun  Bei geteiltem Schandeckel 
nennt man den außenliegenden Teil meiit Schandeckelleiile. Der Schandeckel wird durch- 
brochen durch die Relingitiitzen. Beiitzt das Schiff Back und Campagne, fo liegt der Schan- 
decke] entiprechend höher. Bei Kriegsfchiffen bildet er meiit zugleich den unteren Drempel 
der Geichützpforten fowie der Fallreepspforten. 
Das Schanzkleid bildet gewiiiermaßen die Fortietzung der Außenhaut nach oben 
(Fig. 10). Es beileht aus kiefernen Brettern, die an den Relingitützen beteiligt iind. Zum Ab- 
fließen von überkommenden Seen erhält das Schanzkleid auf jeder Bordfeite mehrere Sturz- 
pforien. Den Abfchluß des Schanzkleides nach oben bildet die Relingleitle, eine an beiden 
Seiten abgerundete Planke, die mit den Relingitützen verzapft iit. Bei größeren Segelfchiffen 
erhält die Relingleiile noch einen weiteren Aufiatz, die Oberrellng oder Monkeyreling, 
die im Bereich der Ladeluken fowie beim Fallreep ui'w. zum Wegnehmen eingerichtet iit 
(Fig. 10). Bei Kriegsfchiifen bildet der Finknetzkaften oder Hangemattskaiten, ein 
rinnentürmiger Kaften zum Veritauen der Hängematten, den oberen Teil des Schanzkleides. 
 Zur Verbindung der einzelnen Bauhölzer benutzt man Durchbolzen, Stumpfbolzen 
oder Hackbolzen, Spieker, Nägel und Schrauben fowie unter WaiTer Holznägel. Die Durch- 
bolzen, in Verbindung mit Zylinderzapfen oder Dübeln, finden die weiteite Verwendung. Die 
Zahl der Bolzen hängt von der Breite der Außenhautplanken ab, und man unterfcheidet ein- 
fache, doppelte und gemifchte Beteiligung, je nachdem auf jedem Spant oder aufjedem zweiten 
Spant ein bzw. zwei Bolzen gefchlagen werden. Die Durchbolzen werden an dem Fußende 
über einen Klinkring verklinkt. Das Material der Bolzen iit Eifen oder Kupfer, und zwar iind 
letztere im Bereich des metallenen Bodenbefchlags bedingt; man nennt alsdann das Schiff 
kupferieft. Die übrigen Verbandtelle können durch eiierne Bolzen verbunden werden. Die 
Beteiligung der Decksplanken erfolgt mittels eiierner, verzinkter Spieker oder Stumpfbolzen, 
die i'o tief gefchlagen werden, daß iie durch einen hölzernen, in Bleiweiß getauchten Decks- 
pfropfen bedeckt werden können. Bei eifernen Balken verwendet man eiferne, verzinkte Schraub- 
bolzen, deren Kopf gleichfalls zur Aufnahme eines Deckspfropfens verfenkt wird und die von 
unten durch eine Mutter feil angezogen werden     
Die Schwierigkeiten, welche die Befchaffung von gefunden Krummhölzern zum Bau der 
Spanten verurfachten, legten bald den Gedanken nahe, die Spanten aus Eifen herzuftellen. 
zumal der konllruktive Wert der Holzfpanten durch die Zufammenfetzung aus vielen Teilen 
gering war. Anderfeits war die Beibehaltung der hölzernen Außenhaut wegen der bequemen 
eteftigung eines metallenen Bodenbeichlages von großer Wichtigkeit, und i'o entiland der
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.