Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Masse bis Schiffbau
Person:
Lueger, Otto Frey, Ernst
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3198731
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3206849
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Saugkörbe 
Sdulenordnung 
ftellung des Sauerftoffs gefchieht heute fatl nur noch durch Zerlegung flüfliger Luft und zu 
einem bedeutend geringeren Teil durch Elektrolyfe. Die Herftellung des Saueriloffs aus ilüffiger 
Luft wird in erlter Linie dadurch ermöglicht, daß die Verdampfungstemperatur des flüfligen 
Sauerftoffs bei Atmofphärendruck  183") um 13" höher liegt als die des flüfligen Stick- 
ftoffs  195,8"). 
Für die l-lerttellung des Sauerftoffs aus fliiffiger Luft lind eine Reihe von Patenten ge- 
nommen worden, z. B. Nr. 173620, 169564, 164382, 259 877, 240876 ufw. Eine große Anzahl 
diefer Patente nahm Linde. Apparate zur Gewinnung von Saueritoff aus flüffiger Luft bauen 
die Gefellfchaft für Lindes Eismafchinen, Höllriegelsgreuth bei München, und die 
    
Die Verwendung des Sauerftoffs erfolgt in der Technik zum Schweißen und Schneiden 
in Form von Gebläfen, in denen {ich Wafferlioff, Azetylen oder Leuchtgas in einem Brenner 
vereinigen, fo daß durch diefe Mifchungen bei ihrer Verbrennung fehr hohe Temperaturen er- 
zeugt werden (mit Leuchtgas 1800", mit Wafferftoff 2100", mit Azetylen 2430"). Derartige Ge- 
bläle werden zum Schweißen und Schneiden, zum Schmelzen der Platinmetalle, von Quarz, 
fowie zur Herttellung fynthetifcher Edeltleine benützt. Die meifte Verwendung findet-der Sauer- 
itoff jedoch in der chemifchen Technik zu Oxydationsprozeffen. 
Zur Atmung in Räumen, die nicht atembare Gafe enthalten, find fog. Sauerftoff- 
Atmungsgeräte konftruiert worden, von denen eines der bekannteiten dasjenige von 
D räger iii. Diefe Geräte finden bei Unglücksfällen, Gasvergiftungen, Brandfällen ausgedehnte 
Anwendung (f.Atmungsapparate). 
Literatur: Ullmann, Enzykl. d. techn. Chemie, Bd. 10, Berlin 1922; Borchardt, Zum 25jähr. 
Gedenktag d. Sauerftoffverflüffig" Weimar 1903; Linde, Technik d. tief. Temperaturen, München 
1913; Heylandt, Flüff. Luft, HerltelL, Aufbewahr. u. Verwend., Zeitfchr. f. Sauerftoff u. Stickltoff, 
12, 43, 49 (1920); Rafch, Die Selbltentzünd. durch komprim. Sauerftoff, Zeitfchr. kompr. Gafe, 
7, 139 (1903). Mezger 
Saugkorbe verhüten das Eindringen von Fremdkörpern in die Saugleitungen von Pumpen. 
Sie beftehen aus einem zylindrifchen oder kugelförmigen Gefäß aus Gußeifen, galvaniiiertem 
Eifen- oder Kupferblech, deffen Wände mit Oeffnungen (Schlitzen oder Bohrungen) verfehen 
lind. Die Summe aller Oeffnungen muß etwa lllzmal fo groß fein als der Querfchnitt des 
Saugrohrs. S. die Figur im Artikel ,Fußventile". Klemm 
Säule heißt in der Architektur, im Gegenfatz zum eckigen Pfeiler, jede frei 
und aufrecht Itehende runde Stütze aus Holz, Stein oder Metall, die eine archi- 
tektonifch gegliederte Lafl (Gebälk oder Bogen) trägt. 
Die Säule ift ein wefentliches Glied aller früheren Bauftile und erfuhr zu allen Zeiten eine 
befondere Ausbildung. Ihr Aufbau ilt meitt dreigliedrig, aus Schaft oder Stamm, Fuß oder Balis 
und Kapitäl oder Knauf. 
Der Schaft itt entweder durchgehend gleich ttark, meilt jedoch verjüngt er (ich vom 
unteren Drittel ab nach oben, oder er erhält, um die Schwere der aufliegenden Lati zum Aus- 
druck zu bringen, eine Schwellung (Entafis) nach der Mitte zu. Das Verhältnis des Durch- 
meffers zur Höhe ift in den einzelnen Bauitilen verfchieden und daher bezeichnend für üe. 
Die Oberfläche des Schaftes kann glatt fein oder mit Kannelierungen (f. Bd. 4, S. 282) (Riefelung), 
Malerei oder anderem, auch plaftifchem, Schmuck verfehen fein.  Meift ftehen die Säulen auf 
einem breiteren Fuß; im dorifchen Stile ftanden tie unmittelbar auf der oberften Stufe des 
Unterbaus (Stylobat), im römifchen Stil erhielten fie einen architektonifch felbftändig ausge- 
führten Säulenfuß (Sockel, Säulenltuhl). Bekrönt wird die Säule durch das Kapiiäl (f. Bd. 4, S. 284). 
Halb- oder Dreiviertelfäulen heißen Säulen, die zur Hälfte oder zu ein Viertel in 
der Mauer zu ttecken fcheinen, fonfi aber regelrecht gebildet lind, obwohl lie keine Lalt mehr 
zu tragen haben, fondern nur noch Wandfchmuck lind.  Gekuppelte Säulen find folche, 
die zu zwei oder mehreren dicht nebeneinandertiehen und durch ein gemeinfames Glied mit- 
einander verbunden lind.  Zwergfäulen haben im Verhältnis zum Durchmeffer eine fehr 
geringe Höhe.  Säulenbündel und Dienfte f. Bündelpfeiler (Bd. 2, S. 145). senprt 
Säulenordnung heißt eine Zufammenftellung architektomfcher Regeln eines 
Bauitils über die Form der Säulen und den Zufammenhang zwifchen Durch- 
meffer und Höhe, den gegenfeitigen Abltand und dem Gebälk. 
Zu Beginn der Renaiffance vermaßen und zeichneten die italienifchen Architekten die 
römifchen Denkmäler, um fie als Vorbilder zu benützen. Die Ergebniffe ihrer Forfchungen 
zwängten Iie  geftützt auf die Bücher des alten Vitruv  in ein Syltem von Regeln, das 
fpäter von Serlio und Vignola allgemein eingeführt wurde. Neue Meffungen  auch der 
den Renaiffance-Künfilern nicht bekannten griechifchen Baudenkmäler  führten aber zur 
Feftttellung, daß diefe Regeln vielfach willkürlich und daher nicht richtig find. 
Die Grundlage der Maßverhältniße war der halbe untere Säulendurchmetfer (Modul), 
der in 30 Pa rtes unterteilt war. Die Renaiffance unterfchied 5 Säulenordnungen; die do ri fch e , 
jonifche, korinthifche, römifche (kompofite) und toskanifche (etruskifche) Ordnung 
Näheres in allen Kunttgefchichten und in nachltehenden Werken. 
Literatur: Alberti, L. B., Arte edificatoria, 1485; Bötticher, Die Tektonik d. Hellenen, 
Berlin 1872181; Bühlmann, Die Säulenordm, Stuttgart 1872; Derf., Die Arch. d. klati. Altert. u. 
d. Renailli, Stuttgart 1877; Diefener, 11., Die Säulenordm, Halle 1894; Durm, J., Die Bauku nft 
d. Griechen, Darmltadt 1892; Derf., Baukunit d. Römer, Darmftadt 1885; v. Egle, J., Bauthl u. 
Bauformenlehre,Stuttgart;Handb. d. Arch. I. Teil, Bd.2,Bauformenlehre v. Bühlmann, Stuttgart l_90l; 
Hermann, E., Säulenordn. d. Griechen u. Römer, Dresden 1901; v. Lichtenberg, R., Die jonrfche
        

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