Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Masse bis Schiffbau
Person:
Lueger, Otto Frey, Ernst
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3198731
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3206290
Rön tgenphotographie 
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publicae" (Heerftraßen und Vizinalwege), „viae privatae" (Privat- und Feldwege) und verftand 
unter .il6f' einen Fußweg. Die „viae publicae" wurden mit Meilenfteinen im Abftande eines 
Millariums (1000 römifche Doppelfchritte : 1,5 km) verfehen. Sie zeigten in ihrer Oberfläche 
drei Teile: die zur feitlichen Abwäfferung gewölbt angelegte, 447 m breite eigentliche Fahr- 
bahn (agger) und die beiden durch Bordfteine abgetrennten Seitenwege (margines)  S. 237. 
 Auf den in der Regel geftampften Boden kam zuerlt eine Lage großer, in Mörtel verlegter 
flacher Steine (statumen), auf diefe eine 25 cm ftarke Schicht fauftgroßer Steine in Mörtel 
(rudus), dann eine zweite derartige Schicht von 25 cm Stärke aus kleinem Steinmaterial (nucleus) 
und endlich eine 20930 cm ftarke Lage von Sand und Kies in Mörtel (summum dorsum oder 
summa crusta). Wurde das damals vielfach übliche, aus großen vieleckigen Steinen beftehende 
Pflafter verwendet, fo wurde diefes auf die mit rudus bezeichnete Schicht verlegt  S. 236. 
Literatur: [1] Merckel, K., Die lng.-Techn. im Altertum, S. 226, Berlin 1899.  [2] Bergler, 
Hist. des grands chem. de l'emp. Romain, Bruxelles 1728.  [3] v. Veith, Die Römerftr. Köln- 
Reims-Trier, Jahrb. d. Ver. v. Altertumsfr. im Rheinl., Heft LXXX; Schneider, Die röm. Militärilr. 
d. l. Rheinufers, ebend., Heft LXXll u. LXXX.  [4] Die in Frankr. aufgef. Römerltr. v. 22000 m 
Länge, Le Cosmos, Rev. des scienc. et leur applic., 1886, S. 211.  [5] Ballif, Röm. Straßen in 
Bosnien u. d. Herzegowina, Wien 1893.  [6] v. Alten u. Ofthof, Röm. Bohlenwege in Olden- 
burg, Wochenbl. f. Arch. u. lng. 1881, S. 295. Brix 
Röntgenphotographie, das ifr die Photographie mit Röntgen- 
f trahlen; diefe wirken ähnlich wie Lichtftrahlen auf die photographifche Schicht 
(f.Photographie). 
Das Schwärzungsgefetz von Bromfilberemulfionsfchichten für Röntgenftrahlen [1] befagt: 
Zwifchen abforbierter Energie und entwickelter Schwärzung belteht bis etwa zur Schwärzung 
1,0 Linearität; die Länge des linearen Verlaufs ift abhängig von der Art der Entwicklung. 
Da lieh die Rönigenftrahlen nicht durch optifche Syfleme brechen laffen wie die Licht- 
ftrahlen, werden Röntgenphotographien nur durch Zentralprojektion erhalten. Die Anordnung 
bei der Aufnahme ilt: Röntgenröhre -e aufzunehmendes Objekt He photographifche Schicht. 
Als Röntgenröhren [2] werden faft ausfchließlich fog. Elektronenröhren verwendet: 
ln einer unter Hochvakuum ftehenden Glasröhre liefert ein auf Weißglut elektrifch erhitzter 
Wolframdraht Elektronen, die durch die angelegte Spannung von   der 
Wolframdraht dient dabei gleichzeitig als Kathode  zur Anode (Antikathode) gefchleudert 
werden und dort durch ihre Bremfung die Röntgenftrahlen erzeugen. Der Fokus der Röhre, das ift 
der Ort des Auftreffens der Elektronen, der gewöhnlich aus einem Wolframfpiegel befteht, darf 
einerfeits nicht zu klein fein, da mit der Größe des Fokus auch feine Belaftbarkeit wächft (diefe 
liegt zwifchen 0 und 40 mjAmp für Dauerbelaftungen, bis zu 250 mjAmp für Momentbelaltungen); 
er darf anderfeits nicht zu groß fein, da fonlt unfcharfe Bilder erhalten werden (Prinzip des 
Goetzefchen Strichfokus: ein etwa 10 mm langer Fokus, der durch fchiefe Projektion des Anti- 
kathodenfpiegels auf 3 mm verkürzt erfcheint, aber in diefer Projektionsrichtung annähernd 
ebenfoviel Röntgenltrahlen emittiert wie in Richtung maximaler Strahlung). Die Kühlung des 
Fokus(Brennflecks), der {ich durch die beim Aufprall der Elektronen entftehende Wärme bis zur 
Weißglut erhitzt (nurwlßfm, der Betriebsenergie verläßt die Röhre als Röntgenftrahlen, alles 
andere tritt als Wärme auf), erfolgt durch Waffer (Siedekühlung, Spülkiihlung, eventuell unter 
Erdung der Anode) oder durch Ausftrahlung (Rippenkiihlung). 
Das Objekt. Das größte Anwendungsgebiet der Röntgenphotographie liegt auf medi- 
zinifchem Gebiet  daneben wird die Röntgenphotographie zu Maferialunterfuchungen in der 
Technik benutzt  Bei der Aufnahme muß das Objekt rnöglichft nahe an der photographifchen 
Schicht liegen (fonlt Unfchärfe). Entfernungen Röhre-Objekt bei der Aufnahme 50-1-200 cm. 
Die Expofitionszeiten richten (ich nach der Dicke des Objektes; z. B. Handaufnahme: 50 cm 
Abfland, 45000 V, 20 mlAmp, 0,5 sek; Beckenaufnahme: 60 cm Abftand, 55000 V, 20 mlAmp, 
4 sek (mit Doppelfolie und Buckyblende, vgl. unten). Bei medizinifchen Objekten werden 
Spannungen benutzt von 30000960000 V; für Materialunterfuchungen, z. B. Durchilrahlung 
von Metallblöcken (zur Erkennung von Fehleritellen) bis zu 250000 V bei Expoiitionszeiten, die 
nach Minuten und Stunden zählen. Hohe Spannungen erzeugen harte, durchdringungsfähige 
Strahlen; niedere Spannungen erzeugen weiche, weniger durchdringende Strahlen; letztere 
werden bei Weichteilaufnahmen benutzt und geben kontraftreichere Bilder. Um Weichteile, die 
ohne weiteres wenig oder gar nicht im Röntgenbild zu fehen find, lichtbar zu machen, werden 
diefe vor der Aufnahme mit kontrattgebenden Mitteln gefüllt: z. B. Bariumfulfatbrei bei Magen- und 
Darmaufnahmen, Einfpritzen jodhaltiger organifcher Subllanzen bei Gallenblafenaufnahmen u. ä. 
Knochenaufnahmen erfolgen bei etwa 50000V; zum Schutz der Patienten, weil Röntgenftrahlen 
bei ftarker Beftrahlung der Haut Verbrennungen hervorrufen, werden die ganz weichen, biologifch 
ftark wirkfamen, photographifch wenig wirkfamen Strahlen von einem vor der Röhre angebrachten 
Filter aus 0,591 mm AI zurückgehalten. 
Die photograp hifche Schicht  Als folclie dienen befonders hart arbeitende, fehr 
filberreiche Bromfilberemuliionen, die genau fo wie in der Photographie verarbeitet werden; 
um die Kontraftfähigkeit der Emullion noch zu erhöhen, werden doppejfeifig begoffene Films 
verwendet. Entwicklung daher nicht in Schale, fondern in Tanks. Formate der Films bis zu 
40x50 cm; fie liegen bei der Aufnahme in lichtdichten Metallkaffetten mit Aluminiumboden. Zur 
Herabfetzung der Expofitionszeit werden fog. Verftärkungsfolien benutzt, deren Beltandteil eine 
Schicht aus CaWO, (Kalziumwolframat) itt; dies fluorefziert blau bei Beftrahlung mit Röntgen- 
ftrahlen; der Doppelfilm wird fo zwi_fchen zwei CGWOfFOHQU Schicht an Schicht gelegt; durch 
das Fluorefzenzlicht der Folie wird die Expoiitionszeit auf den 65-10. Teil herabgefetzt; Nachteil 
der Folie ift die durch lie erhöhte Unfchärfe des Bildes; Aufnahmen dicker Objekte zeigen ftarken
        

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