Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Masse bis Schiffbau
Person:
Lueger, Otto Frey, Ernst
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3198731
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3206172
Rohrpojlfernan lagen 
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Seite des Troges A, wodurch ein Ventil geöffnet wird, das mit der zwifchen den Klappen K 
befindlichen Kammer Z in Verbindung fleht und die Preßluft aus diefer ausläßt. Beide Klappen K 
lind zum Oeffnen nach unten eingerichtet; nach Entleerung von Z wird die obere Klappe K 
durch das Gewicht der Büchfe geöffnet, die in die Kammer gleitet. Darauf wird die obere 
Klappe K durch ein Gegengewicht gefchloffen, eine an das Fahrrohr angefchlolfene Neben- 
leitung läßt die Luft aus dem Rohre langfam in die Zwifchenkammer Z, hier den Druck 
fteigernd. Nach Ausgleich zwifchen Z und Fahrrohr fchiebt die Büchfe die untere Klappe K 
zurück, gleitet in das Fahrrohr, und zwar über eine mit einem Rofte verfehene Oeffnung, durch 
welche die Luft von den Pumpen in das Fahrrohr hineingedrückt wird, fo daß die Büchfe 
die Fahrt beginnt. Am Sender ilt ein Zeitverfchluß angebracht, der zu fchnelle Folge der 
Biichfen und damit das Ueberladen des Fahrrohres, Steckenbleiben der Büchfen wegen Feft- 
fahrens und Entlpannungen verhindert. Bei einer andern Bauart hat die Luft in der KammerZ 
zwifchen den Klappen K im Ruheltand itets Außendruck. Die Büchfe wird durch die obere 
Klappe eingeführt; beim Schließen öffnet diefe ein Steuerventil, das einen Tauchkolben in 
Bewegung fetzt und fo den Zutritt von Förderluft zur Zwifchenkammer öffnet. Wenn die Span- 
nung in Z der des Fahrrohres gleich ift, öffnet {ich die untere Klappe; bei deren Schließen 
nach Durchgang der Büchle wird durch ein Ventil ein als Zeitverfchluß dienender Tauch- 
kolben langfam herunter bewegt; iit diefer unten angelangt, fo wird die Preßluft aus Z wieder 
ausgelalien und die obere Klappe zwecks Aufnahme einer neuen Büchfe ausgelölt. Die Haupt- 
und Steuerventile lind fo verbunden, daß alle Bewegungen zwangläufig und in richtiger Folge 
vor iich gehen. 
Einige Poltämier lind als Endftellen für Verfand und Empfang ausgebildet, die andern 
als Zwifchenftellen, teils mit, teils ohne unmittelbaren Anfchluß an Kraftwerke; diefe 
lind Anfangs-, Trenn-, Einfach-, End- oder Zwifchenltellen. 
Bei der neuen Bauart von Batcheller lind die Empfänger der Endftellen als 
offene oder als gefchloüene Geräte durchgebildet; der offene Empfänger wird nur bei 
den weiteft entfernten Aemiern benutzt, beifpielsweile, wenn der Druck am Rohrende weniger 
als 100 mm  beträgt. Diele Ausführungen der offenen Empfänger als I-ialbrohre mit Auf- 
fanggeräten lind die einfachften im Bau und Betrieb; meift wird jedoch die ankommende Preß- 
luft in einem zweiten Rohre der Linie wieder zurückgeführt oder von einer Pumpe abgefaugt, 
wozu gefchloffene Geräte dienen. 
In den Zwifchenämtern ohne Kraftwerke liegen andere Bedingungen vor, weil hier 
die Luft höhere Spannung hat als 1 at. Die Förderluft, die von der Sende- an der Zwifchen- 
ftelle vorbei zum Endamte fließt, nimmt allmählich an Spannung ab; obwohl der regelmäßige 
Ueberdruck nicht erheblich ift, fo würde das beim Oeffnen einer Klappe erfolgende Abfließen 
aus einem 20 cm weiten Rohre doch beträchtliche Luftftrömungen verurlachen, die um fo un- 
angenehmer wären, als die Luft meilt Oel oder Feuchtigkeit enthält. Daher werden in Zwifchen- 
Bellen gelchloffene Anordnungen verwendet. 
Die neuen Empfänger in En dämtern mit Mafchinenanlagen oder Luftfpeicher lind 
verhältnismäßig einfach. Die Tür belteht aus einem fenkrechten Schieber, der von einem Kolben 
in einem Luftzylinder E über dem Rohre gehoben wird. Die Büchfe fährt von unten in das 
gebogene Fahrrohr ein; nachdem lie zuerlt an einem fenkrechten Saugrohre vorbeigelaufen 
ilt, wird die Vorluft im Rohre fo gepreßt, daß lie als Luftpuffer die rafch einlaufende Büchle 
verhindert, mit zu großer Gefchwindigkeit in den Empfänger einzulaufen. Die gepreßte Luft 
wird durch ein Umleitrohr allmählich einem auf dem Hauptfchieberkaiten litzenden Tauch- 
kolben zugeleitet, der im Ruhezultande vom Außendrucke auf beiden Seiten des Kolbens im 
Gleichgewichte gehalten wird; der von der einlaufenden Büchfe erzeugte Ueberdruck lchließt, 
das l-lauptlchieberventil, fo daß die Preßluft abltrömen kann, die Schiebertür U {ich öffnet 
und die Büchfe unter geringem Ueberdrucke ausgeworfen wird, die, gegen das KilTen eines 
trogförmigen Tifches fchlagend, nach vorn herausrollt. Die Vorrichtung zum Oeffnen kann auf 
beftimmte Ueberdrilcke eingeitellt werden. 
Beim Auslaufen durch die Tür U hebt die Biichfe den Hebel B, einen über dem Troge 
befindlichen Riegel zurückfchiebend. Nach Auslauf der Büchfe fällt der Hebel B wieder her- 
unter und beein fußt das Hauptfchieberventil, lo daß {ich die Tür U am Ende des Empfang- 
rohres wieder fchließt. Wenn der Tauchkolben des Schieberventiles feine höchlte Stellung er- 
reicht bat, wird eine feitliche Oeffnung freigelegt, durch die dann Preßluft nach E gelangt. 
Dadurch wird dort ein Riegel freigegeben, der den durch das Lufikiffen in Wirklamkeit ge- 
letzten Tauchkolben in feine frühere Stellung zum Hochheben des Hauptfchieberventiles zu- 
riickführt. So werden alle Teile zur Aufnahme der folgenden Büchfe in ihre Empfangsftellung 
zurückgebracht. Wie beim Sender find die Bewegungen zwangläufig, fo daß Sicherheit der 
Arbeit gewährleiltet ili. Befondere Regler der Preßpumpen, die durch Steuerglieder der End- 
und Zwifchenftellen mit Kraftwerk in Trennvorrichtungen betätigt werden, verhüten übermäßige 
Befchleunigung der Büchfen, fchützen alfo die Vorrichtungen und Büchfen vor außergewöhn- 
licher Abnutzung. 
Fig. 20 zeigt einen gefchloffenen Empfänger einer Zwifchenftelle. Zwei 
Türen U ermöglichen das Ausladen der Büchfen, ohne daß dabei Förderluft aus dem Fahr- 
rohre ausftrömt oder an Gefchwindigkeit verliert. Stets öffnet (ich nur eine Schiebetür U; die 
erlte lchließt lieh, ehe {ich die zweite öffnet, fo daß das Fahrrohr, nach dem Grundgedanken 
des Ausfchleufens, in lich gelchlolfen bleibt. Es wird die Luft in der Schleufenkammer durch 
die rafch einlaufende Büchfe gepreßt. Bei der Zwifchenitelle fleht der dem Ende des Fahr- 
rohres nächite Abfchluß, die Fahrrohrtür, im Ruhezuftande offen, fo daß die Vorluft zwifchen 
ihr und der Trogtiir eingefchloffen wird, deren Prellung die Bewegung des hierfür zum Ge- 
wicht ausgeglichenen Kolbens, das Auslöfen des zugehörigen l-Iauptlchieberventils und das
        

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