Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Masse bis Schiffbau
Person:
Lueger, Otto Frey, Ernst
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3198731
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3206121
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Rohrpojifemanlagen 
raturminimum der Erde fowie unter Berückfichtigung des Kompreffionsgrades der Förderluft. 
Beim Wendebetriebsverfahren auf kurzen Linien kann man (ich meilt damit begnügen, wirk- 
fame Wafferluftkühler mit Glatt- oder Rippenrohren, Gegenftrömungen ufw. in die Druck- 
rohrleitungen zwifchen den Luftpumpen und den Fahrrohren bzw. Sammlern einzufchalten. 
Beim Pendelverkehr auf langen Strecken oder mit unregelmäßiger Folge der Hin- und Rück- 
fahrten fowie beim Daueritrömungsfyltem der Stadtrohrpoilen find hingegen folche mit fließen- 
dem kalten Waffer gefpeifte Apparate nur bei fehr tiefen Kühlwaffertemperaturen (im Ver- 
gleiche zum Erdboden) ausreichend; bei diesbezüglichen Unzulänglichkeiten vermag man des 
äauptfeindes in der Technik des Rohrpofibetriebes, des Vlgaffersqnur durch Källterrlgafclhinen 
err zu werden, die in der Re el in Verbindung mit Wa erküh ern arbeiten. m al e der 
äotweiädigkeit (des lfiinbaues maigchineller Kälteeinrichtungen werden hauptfächlich fog. Kalt- 
amp -(Ver un tungs-)Mafchinen benutzt. 
Ueber die bei der kurzen Verbindun sfirecke zwifchen dem alten und dem neuen Tele- 
graphenamte Berlin eingerichteten Lufturäfchaltefyfteme zur abwechfelnden Aenderung 
der Betriebsweife mit Saug- und Luftdruck f. Telegraphen- und Fernfprechtechnik, Berlin 1917, 
S. 1 (Auffatz von Kalten). Bei der Rohrpoilanlage München wurde bei dem großen Erweite- 
rungsbau 19l3f15 zum möglichften Entwäffern der Druckluft im Telegraphengebäude München 
eine aus drei Waffergegenftromkühlern (Syftem Dietz, Hamburg) und aus einer Kohlenfäure- 
kältemafchine (Syltem Linde, Wiesbaden) beltehende Kühlanlage von maximal 40000 kcalfst 
bzw. 12 500 kcalfst vorgefehen; die Einrichtungen lind nach dem Prinzip der Luftnaclikiihlung 
(Kompreflionsluftentfeuchtung) gebaut und liefern einen praktifch waffer- bzw. eisfreien Rohr- 
poftbetrieb nicht nur für die vom Telegraphenamt abzweigenden Wendebetriebsitrecken, l'on- 
dern auch für die ltändig mit Kompreflionsluft gefpeiften oder auf Dauerevakuierung gefchal- 
teten Fahrrohre des Gefamtnetzes. Die Wafferkühlfyfteme entfeuchten die Komprefiionsluft bis 
nahezu Kühlwalierzuflußtemperatur, die Kältemafchine bis zu dem allenfalls tieferen Blfdell- 
wärme rad. Der Einbau eines kombinierten Kühlt" ltems war durch die Ei enart der lima- 
tifchengVerhältniffe bedingt. Auch für die Stadtroärpoitnetze von Mannheimg Nürnberg, Dort- 
mund, Düffeldorf ufw. {ind neben ausgiebigen Wafferkühlern kleine Ammoniak-Kältemafchinen 
iiorgefehen deägleichen für die neuelten Stadtrohrpoften in der Schweiz (Bern, Bafel, Genf, 
an anne, üric  
Bei älteren Syftemen legte man regelmäßig größere Mafchinenltationen und in ange- 
meffener Entfernung von diefen Außen-Luftfpeicheriiellen an, die zwar nicht mit Kraftma- 
fchinen und Pumpwerken, wohl aber mit Behältern für Druck- und Saugluft ausgerüliet waren 
(als Kraftquelle). Diele Behälter wurden durch weite Rohrleitungen (in 
_Berlin von 1509300 mm Dmr.) mit der nächlten Mafchinenanlage ver- 
 bunden und von ihr gefpeiii. Zwifchen letzterer und den Außenkraft- 
 ' fpeichern fowie zwifchen diefen und den Endapparaten ohne Kraft- 
 ö l quelle liegen dabei Zwifchenämter ohne eigene Kraftquelle. Die dafelbll 
"E6 I! vor efehenen einfachen Empfangs- und Sendeapparate miiffen die nächfte 
1  Kragtliation (durch die neben der Fahrrohrleitung verlaufende Signal- 
l leitung) anrufen, fobald der von ihnen aufzugebende Zug angefaugt bzw. 
x- . fortgedrückt werden foll. Diefe Zwifchenltellen waren mit zwei benach- 
IKJÄ barten Aemtern nieift nur durch je ein Fahrrohr verbunden. In der 
II neueren Rohrpolipraxis mindert manrdas X62;  
r n s ie r eeine raft ation we entic a    
Iiäx II feotfiuöänäiäühteftauf rd. 11x22 3m heute). Man itellt i " 
V alfo in einer Großltadt fnehrere Rohrpoft-Ma-   
fcl-iinenanlagen auf. Außen-Luftfpeicher finden {ich    
h nur vereiinzeltÄiei äieueren Stadtiiogirpoitian. Solpvohl ; .   
diefe ein ache rt er Dezentrali a ion a s auc die "g    
 durch pneumatifche Streckenunterteilung angeord-   j 
Fig_2_ nete, noch weitergehende Aufteilung der Mafchinen- m;  
anlagen kann mit voller Automatik der Ein- und g  j 
Ü Ausfchaltung der Motoren und Gebläfe verbunden    
 werdeä. Man bedient (ich hierziä derdEinwirkäng   
e takthebeln im Fahrro r o er in en i 7""  
f Äcplparatiffüfelbfttätige Steuerung durch diefahrende Z  
E  Patrone. Auch beim Rohr olt-Schnellverkehr  i-gi 
EEÄO I; (15'T20)m{sek) für langepHauptlinien wird von    
7'  diefer (iäitenliveren Dezentralifation Gebrauch ge-  
l -IJ macht erlin). i 1'  
i-T Die Empfangs- und Sendeapparate f 4  
 U werdtei: verfchiteden konitruiert, {E naclhdeig Iie einer    
f! End a ion mi oder ohne Kratque e o er einer _    
Zwifchenltation ohne Kraft uelle dienen follen. Für l- 
h Zwifchenftationen mit Krafflquelle üellte man früher l  
zwei Apparate, wie Iie Endltationen mikKräftqlutelle n  N 
I" entfprechen, nebeneinander. Um die on ru ion f Y 
 folcher Alt-Apparate haben {ich befonders Varley (i 
lpfg in London 1858, Mignon und Rouart 1866 und j, 
T- - Crespin 1875 in Paris, v. Felbinger in Wien F 
- -   1875 und Batcheller in Philadelphia 1892 ver- 
Fig.3. dient gemacht. Die Berliner Rohrpoii, wovon 1865 Fig. 4.
        

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