Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Masse bis Schiffbau
Person:
Lueger, Otto Frey, Ernst
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3198731
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3205676
Rizhtungshörapparat  
Riezhßoffe 
673 
die von einem Punkte ausgehen, eines Richtungsfyftems, mit dem Theodolit (f. d. und Tri- 
angul i eru n g).   (1- Relnhertz) L. Ambronn 
Richtungshorapparat, Gerät zur Beftimmung der Richtung, aus der ein 
Geräufch kommt. 
Der Richfungseirldruck, den man bei der Aufnahme eines Schalles empfängt. ift haupt- 
fächlich darauf zurückzuführen, daß das der Schailquelle zugekehrte Ohr de1 Eindruck etwas 
früher erhält als das andere Ohr. Diefer Zeitunterfchied wird als Richtungseindruck empfunden. 
Unterltützt wird diefe Wirkung durch den Intenfitätsunterfchied, mit dem die beiden Ohren 
ein feitliches Geräufch aufnehmen. Ein von vorn kommendes Geräufch unterfcheidet man von 
einem von hinten kommenden dadurch, daß im erften Falle auch die Stirn von Schallwellen 
getroffen wird, die durch die Schädelknochen dem Gehörorgan zugeleitet werden. 
Der Richtungshörapparat hat 2 Trichter zur Schallaufnahme, meift in etwa 2,1 m Abftand, 
von denen die aufgenommenen Schallwellen durch Röhren und Schläuche den Ohren zuge- 
leitet werden. Der Apparat ilt drehbar angeordnet; er wird zu militärifchen Zwecken (Auf- 
fuchung von Fliegern, Beftimmung des Standorts feuernder Gefchütze u. a.) benutzt. Die Riclr 
tung läßt [ich etwa l0mal fo genau wie mit bloßem Ohr feilitellen. 
Literatur: v. Hornboftel u. Wertheimer, Akad. d. Wiff. 20, S. 338, Berlin 1920. Reldr 
 Richtungskoeffizient einer komplexen Größe x "l- i y : r(cos 92 4- isin go) 
heißt die Größe cos m-l-isin m. 
Wird der komplexen Größe der Punkt (x, y) zugeordnet, fo hängt der Richtungskoeffizient 
nur von der Richtung, nicht aber von der Länge der Strecke ab, die jenen Punkt mit dem 
Urfprung verbindet. Wö "fing 
Richtungskofinus einer Geraden heißen die Koiinus der Winkel, die die- 
felbe mit drei aufeinander fenkrechten Geraden (Achfen) bildet. 
Riechftoffe iind Subitanzen, die im allgemeinen angenehme Geruchs- 
wlrkungen auf den menfchlichen Organismus ausüben und in der Parfümerie, 
Seifen-, Getränke- und Zuckerwaren-Induftrie fowie zur Herftellung kosmetifcher 
Präparate Verwendung finden. Man hat in den letzten Jahrzehnten gelernt, viele 
natürliche Riechftoffe auch auf chemifchem Wege künitlich herzuftellen. 
Von den allgemeinen Methoden zur Gewinnung der Riechftoffe lind zu erwähnen: 
Das Auspreffen, die Deftillation, die Mazeration, die Enfleurage und gewiffe Gärungsverfahren. 
Bei den zuletzt genannten beiden Verfahren wird der Zerfall gewiffer komplizierter Stoffe 
unter Bildung von Riechftoffen in die Wege geleitet. Als natürliche Ausgangsmaterialien für 
die Gewinnung der Riechftoffe dienen Blüten, Blätter, Wurzeln, Hölzer, Knofpen und Früchte 
der verfchiedenften Art, die ätherifche Oele, Balfame, Harze enthalten, ferner die Harzflüffe 
gewiffer Pflanzen und auch einzelne tierifche Produkte, z. B. Mofchus. 
Die Riechftoffe, die in gewiffen Pflanzenteilen fertig gebildet vorhanden find, kann man, 
foweit es {ich z. B. um reichlich vorhandene ätherifche Oele handelt, durch Auspreffen 
gewinnen, wie dies z. B. bei den Schalen der Zitrusarten (Zitronen, Pomeranzen, Bergamotten) 
in den Produktionsländern gefchieht. 
Bei andern Pflanzen gefchieht die Gewinnung der Riechiloffe durch Wafferdampf- 
deftillation, wobei die Blätter, Blüten, Samen ufw. vorher zerkleinert werden. 
Bei den Deftillationsverfahren unterfcheidet man zwifchen Walferdeftillation, Dampf- 
deftillation, Vakuumdeftillation mit Wafferdampf fowie Deftillation mit Ueberdruck und diejenige 
mit überhitztem Dampf. Bei der Wafferdeftillation befindet {ich von vornherein kaltes 
oder heißes Waffe: in der Deftillationsblafe. Die Heizung gefchieht entweder direkt oder mit 
überhitztem WatTer, das in Röhren zirkuliert.  Bei der Dampfdeftillation liegt das 
Material trocken auf Siebböden und wird von dem im Keffel mit entfprechender Spannung 
entwickelten Dampf durchftricheri. Beide Methoden können miteinander kombiniert werden. 
Die Vakuumdeftillation mit Wafferdampf, ebenfo die Deftillation mtt Ueberdruck 
findet nur wenig Anwendung. Mit überhitztem Dampf werden insbefondere die fchwer- 
flüchtigen Oele z. B. Sandelholzöl, gewonnen. 
Befonders erwähnenswert ilt die Deitillation der Lavendelblüten in Südfrankreich und die 
Rofenöldeitillation in Bulgarien.  Die Lavendelblüten mit Kraut werden in Südfrankreich 
meiit zufammen mit Waffer über freiem Feuer deftilliert, wobei eine zu lang dauernde 
Deltillationszeit zu vermeiden iii, da fonft der wertvolle Eiter (Linalylazetat) geipalten wird. 
Die Rofenöldeftillation iit befonders in Bulgarien an den Südabhängen des Balkans 
heimifch und wird dort meift in kleinen Deftillationsapparaten mit frifchen Rofenblütenblättern 
durchgeführt. Der Hauptbeftandteil des Rofenöls ift der Phenyläthylalkohol. Die Deftillation 
des Rofenöls erfolgt durch Watferdefiillation. in einzelnen Diftrikien arbeiten Gefellfchaften 
auch mit großen Deltillationsapparaten, die mit Dampf geheizt find, ja fogar mit Vakuum- 
apparaten. Die übergehenden Dämpfe, die das ätherifche Rofenöi enthalten, werden abgekühlt 
und in Florentinerflafchen aufgefangen.  Das im Deflillationswaüer noch gelöfte Oel wird mit 
dem Verfahren der Kohobation aus dem WafTer in befonderen Apparaten gewonnen. 
Die Mazeration, Extraktion und Enfleurage wird befonders in Südfrankreich in der Gegend 
von Grasse durchgeführt und zwar bei der Verarbeitung von Veilchen-, Orangenu Rofen- und 
Jasminblüten. .Zur Mazeration wird ein befonders präpariertes Fettgemifrh (das .Corps') 
verwendet. Es befteht aus gereinigtem Oclifen- und Schweinefett, das fchließlich noch mit 
Orangeblütenwaffer gewafchen wird und dann auf 100 kg einen Zufatz von 50 g Benzoeharz, 
150g Alaun und 10g eines ätherifchen Oeles (Ylangöl, Kanangaöl bevorzugt) beigemifcht 
Lueger, Lexikon der gefamten Technik. 3. Aufl. V 43
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.