Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Masse bis Schiffbau
Person:
Lueger, Otto Frey, Ernst
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3198731
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3204725
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Queokfllberbarometer 
Mangan, Aluminium verbindet es fich nicht zu Amalgamen. Amalgame mit diefen Metallen 
laffen {ich nur auf dem Weg der Elektrolyfe aus den Verbindungen derfelben heritellen. 
Gewi nnung: Zur Queckiilber ewinnung kommt ausfchließlich der Zinnober, HgS, in Be- 
tracht, der in reinem Zuftande 86,2 "In äuecklilber enthält und in Spanien, Rußland und Kalifornien 
bergmännifch gewonnen wird.  Die Gewinnung des Queckfilbers gefchieht fait ausfchließlich 
auf dem trockenen Wege, wobei der Zinnober unter Einwirkung von Luft oder gebranntem 
Kalk oder metallifchem Eifen bei einer über 400" liegenden Temperatur zerfetzt und das Queck- 
[ilber abdeltilliert wird. Das mit Staub und Deftillationsprodukten des Brenniloifes fowie 
Bitumen verunreinigte Queckfilber nennt man Stupp. Für die Queckfilbergewinnung find eine 
Reihe von Oefen und Kondenfationsfyitemen gebaut worden; zu erwähnen iind die Schacht- 
öfen von Exeli, Langer, Cermak, Knox-Osborne, Fiedler, Novak, Spirek, 
Kroupa, Livermore, ferner der Granzitaofen und der Tirasofen fowie der nach 
Dennis und Ofchatz. Die Reinigung des Queckiilbers gefchieht durch Abfetzenlaffen des. 
Schmutzes an der Oberfläche und durch Durchlaufenlaffen des Quecktilbers durch Salpeterfäure. 
V erwen d ung: Es findet Verwendung als Abfperrfltifiigkeit, ferner zur Füllun von Baro- 
metern und Thermometern, zur Heritellung elektrifcher Kontakte, zur Bereitung von ämalgamen 
bei der Gold- und Silbergewinnung, zum Feuervergolden, Spiegelbelegen, zu medizinifchen 
Zwecken, zur Farbenfabrikation (Zinnober), als Beize in der Hafenhaarfchneiderei und bei der 
Hutfabrikation (als falpeterfaures Queckiilber), ferner zur Gewinnung von Amalgamen für die 
Zahntechnik, doch wird neuerdings gerade bei der Zahntechnik vor der Verwendung von Queck- 
filberamalgamen wegen der gefundheitsfchädlichenrWirkung der Queckfilberdämpfe gewarnt. 
Literatur: Beyfchlag, Krufch, Vogt, Die Lagertiätten d. nutzb. Miner. u. Gefteine, Bd. 1, 
Stuttgart 1910; Lipold, Das Queckiilberbergw. zu Idria, Wien 1881; Ullmann, Enzykl. d. techn. 
Chemie, Bd. 9, Berlin 1914 ff.; Teleky, Die gewerbl. Queckfilbervergift, Berlin 1912. Mezger 
Queckfilberbarometer, Inltrument zum Meffen des Drucks der atmo- 
fphärifchen Luft. 
Die Größe des Luftdrucks iit abhängig von der Befchleunigung der Schwere und der 
Höhe der über dem betreffenden Ort iiehenden Luftfäule und deren Temperatur, Feuchtigkeit, 
Gehalt an Kohlenfäure u. dgl.  In der Nähe des Meeresfpiegels und unter mittleren Ver- 
hältniffen hält eine Queckiilberfäule von etwa 0,76m Höhe einer Luftfäule gleicher Grund- 
fläche das Gleichgewicht. Wenn eine genügend lange Glasröhre, die an einem Ende zuge- 
fchmolzen und vollitändig mit Queckfilber gefüllt m, am andern Ende vorübergehend ge- 
fchloffen und in ein Gefäß mit Queckülber getaucht wird, fo fällt die Queckiilberiäule in der 
Röhre nach Entfernung des Verfchluffes bis zu der angegebenen Höhe. Uber der Queckfilber- 
faule entfieht ein leerer Raum, das Vakuum. Wird ein Maßftab hinzugefügt, an dem der vertikale 
Abitand der Quecklilberoberflächen in der Röhre und dem Gefäß gemeffen werden kann, fo 
entfieht das Barometer einfachfter Art. Die beiden Oberflächen haben die Form von Kuppen 
(Menisken); ihr vertikaler Abitand wird Barometeritand genannt. Da die Dichte des Queck- 
{ilbers von der Temperatur abhängig iit, wird {ich auch die Höhe der Queckiilberfäule im 
Glasrohr bei gleichbleibendem äußeren Druck mit der Temperatur ändern. Es muß daher zur 
Meffung des Luftdruckes die Temperatur des Queckiilbers im Barometer beitimmt werden durch 
ein an demfelben angebrachtes Thermometer.  Der Erfinder des Barometers ift Torricelli- 
(1643). Das Vakuum wird nach ihm Torricellifche Leere genannt. Die Einführung der Bezeich- 
nung Barometer (etwa 1665) wird Boyle zugefchrieben  Vorher hieß das lnttrument Torri- 
cellifche Röhre. Weiteres über die Gefchichte f.   Ihrer Einrichtung nach kann man unter- 
fcheiden zwifchen Gefäß- und l-leberb arometer, die Vereinigung beider Typen als Gefäß- 
heberbarometer liefert die genaueften lnftrumente. 
l. Gefäßbarometer. 
a) Feftes Gefäß, Rohr und Maßftab feft miteinander verbunden. Bei- 
einem folchen Barometer wird_ nur die Veränderung der Höhe der Queckfilberfäule am oberen 
Ende gemeffen, während die Änderung des unteren Niveaus außer acht bleibt, was bei diefen 
einfachen lnftrumenten infofern ohne Belang ift, als der Durchmeüer des Gefäßes gewöhnlich 
vielmal größer ii't als der des Rohres. Die Angaben (ind daher nur als genäherte Werte des 
Luftdruckes anzufehen. Wird aber der die Höhe meffende Maßitab fo eingerichtet, daß er ftatt 
nach genauem metrifchen Maße nach einem Verhältnis geteilt iit, das dem Unterfchied der 
Durchmeffer von Gefäß und Rohr Rechnung trägt, dann gibt auch ein folches Barometer, wenn 
auf Temperatur ufw. Rückficht genommen wird, richtige Ablefungen. Als Reduktionsfaktor für 
den Maßftab iii Hnlllfeileni l- d": (D2  33), wo D den Durchmeffer des Gefäßes und d bzw. 3 
den inneren bzw. äußeren des Rohres bedeutet.  Diefe Einrichtung iit getroffen bei den ge-- 
wöhnlichen Stations- und Marinebarometern, die nach dem fog. Kew-Modell gebaut 
find  Der Maßftab itt auf dem das Glasrohr umhüllenden Meffingrohr aufgetragen, und der 
Stand der oberen Queckiilberkuppe kann durch eine Art Vifier an einem Nonius abgelefen 
werden. Gewöhnlich ift das Barometerrohr in [einer Hauptlänge von geringerem Durchrneffer 
als nahe feinem oberen Ende, an dem die Ablefungen erfolgen, um möglichtt wenig Queck- 
filber zu benötigen und doch den Vorteil des weiten Rohres an der Ablefeftelle zu genießen,. 
wodurch der Einfluß der Kapillardepreffion wefentlich verringert wird. Um das Eindringen von 
Luft in das Vakuum zu verhindern, pflegt man häufig in das Rohr, ziemlich weit unten, eine 
nach unten gekehrte, fehr enge Spitze (Buntenfche Spitze) einzufchmelzen, wodurch etwa 
von unten eindringende Luft zwifchen Rohr und Spitze abgefangen wird und auch auf Schiffen 
das bei der Ablefung ftörende Pumpen des Quecktilbers wefentlich verringert wird  
b) Feftes Gefäß und verftellbarer Maßftab. Ein Inftrument diefer Anordnung 
trägt den Maßftab auf einer verftellbaren Meffingitange, deren unteres in eine feine Elfenbein-
        

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