Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Masse bis Schiffbau
Person:
Lueger, Otto Frey, Ernst
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3198731
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3204023
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Prelljieine  
Preffen 
hören: 1. die Preßwaffer- oder hydraulifchen Prellböcke [1] der Firma Gebauer, 
Berlin. Die Einrichtung felbft ilt feftltehend und mit den Fundamenten verankert; die den Stoß 
auffangende Puffervorrichtung kann aber nur einen Weg bis 2,5 m zurücklegen, auf dem eine 
Flüfligkeit durch einen immer enger werdenden Querfchnitt hindurcligepreßt wird. Diefer kurze 
Weg wird für große Latten und Gefchwindigkeiten, z. B. beim Verfagen der Bremfen eines Zugs, 
nicht ausreichen. Man hat deshalb auf Kopfbahnhöfen, um im Notfall den Prellbock nicht zu 
überfallen, die Fahrfchienend au; etwla 50 m Länge 245 cm hoch mit Sand iiberfchüttet. Hier- 
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tung rechtzeitig bedient wird. 2. Die Prellböcke mit verfchiebbarem Stoßgeriift oder 
Bremsfchlitten. Beim Aufltoßen wird das Gerüft oder der Schlitten je nach der Heftig- 
keit des Stoßes mehr oder weniger weit fortgefchoben und dabei die lebendige Kraft durch 
die Reibung der Schwellen auf der Unterlage oder des Schlittens auf den Schienen allmählich 
aufgezehrt. Damit der Widerftand nicht zu groß wird und Befchädigungen nicht eintreten, 
wird bei eifernen Querlchwellen unter jedem Schienenltrang eine Langfchwelle eingelegt, 
auf der die Querfchwellen gleiten (Bauart Gebhardt, Saarbrücken), und bei Holzfchwellen 
ein dichter Schlepprott (Bauart Rawie, Osnabrück-Schinkel) [2] an ewendet. Bei beiden wird 
die Bettung nur auf Unterkante Schwelle eingeebnet und bei der Bauart Rawie forgfältig be- 
feltigt und geebnet oder betoniert. Bei dem Bremsfchlitten der Sächfifchen Bahn [3] itt neben 
jeder Fahrfchiene noch eine Leitfchiene eingebaut, damit der Schlitten {icher geführt wird. Die 
Reibung wird erzeugt durch den Druck der auf das Stoßgerüft bzw. den Schlitten auflaufenden 
Fahrzeugachfen. Je größer die Achfenzahl, defto größer ilt die Reibung; der Fuß des Stoß- 
gerülis und des Schlittens wird deshalb je nach dem Zweck, dem der Prellbock zu dienen hat, 
entfprechend nach vorn verlängert. Hierher gehören auch das Brems eltell von Löwen guth [4] 
und der gleitende Preßluftprellbock der Mac Donald Car Buffger Ltd., Pittsburg  
Prellböcke befonderer Art lind die (felblitatigen) Prellböcke für Zugbrücken [6] und die 
Prellböcke, die auf manchen Verfchiebebahnhöfen zum Zurechtfchieben von Wagenladungen 
(Walzeifen, Röhren, Langholz ufw.) dienen, die {ich beim Ablaufen in der Längsrichtung ver- 
fchoben haben  
Literatur: [1] Zentralbl. d. Bauverw. 1890, S. 398; Glafers Ann. 1894, Bd. 34, S. 189; Organ 
f.d.Forlfchr. d. Eifenbahnw. 1894, S. 37.  [2] Ebend. 1910, S.324, u. 1911, S.44.- [3] Ebend. 1913, 
S. 69 u.83.  [4] Ebend.19l9, S. 323; Genie civil 1919, I, 8.257.  [5] Organ f. d. Fortfchr. d. 
Eifenbahnw. 1914, S. 414, u. Railway Age Gazette 1914, I, Bd. 56, 8.914.  [6] Electric Railway 
Journ. 1912, S. 461; Engineering News 1912, 8.904.  [7] Organ f. d. Fortfchr. d. Eifenbahnw. 
1912, S. 396.  [8] Handbibl. f. Bauing.. 4.Bd., Oberbau u.Gleisverb., S. 168, Berlin 1927. Kühler 
Prellfteine (Abläufer, Abweisfteine) dienen ftatt der Einfriedigungen 
(f. d.) und Brüftungen  d.) zum Schutze der Fuhrwerke gegen das Hinabliürzen an der 
Talfeite der Gebirgsltraßen, indem {ie das zu nahe Befahren des Straßenrandes verhindern. 
Auch Fußwege werden gegen das Auffahren der Fuhrwerke durch folche Prellfteine gefchützt. 
Preffen bezeichnet allgemein die Ausübung eines ruhigen Drucks (Gegen- 
fatz: Schlag, Stoß) auf ein Material zu einem beftimmten Zweck mit Hilfe ent- 
{prechender Werkzeuge oder als folcher dienender Elemente. Die mafchinellen 
Vorrichtungen zur Ausübung des Drucks werden teils direkt als Preffen be- 
zeichnet, teils führen {ie beiondere Bezeichnungen. 
A. Verfchiedene Arten des Preffens. Am häufigften findet das Preiien mit Hilfe folcher 
Mafchinen ltatt, die an ihrem Geftell einen beweglichen Teil beiitzen, der {ich gegen ein am 
Geitell feltes Widerlager bewegt, fo daß die Preffung zwifchen diefem und dem bewegten Teil 
ttattfindet. in der Regel ilt die Bewegung diefes Teils geradlinig, feltener bogenförmig (f. unten). 
 Bei weichen Maffen kann der Preßdruck mittels einer an einer Welle rotierenden Schrauben- 
fläche erzielt werden (vgLStrangpreHen und Kernformma {chi n en).  Bei zylindrifchen 
Arbeitslliicken findet ein Prelfen durch Rollen zwifchen Stempeln (Preßbacken) ftatt, von denen 
der eine feitlich {ich gegen den andern bewegt, z. B. beim Rändeln der Mlirllplßtten (flehe 
Münze, ferner Gewindeherftellung).  Der Druck auf das Arbeitsltück oder Werk- 
zeug kann auch unmittelbar durch Waiier, Lutt, Sand, mit Walier oder Luft gefüllte Kiiien ufw. 
erfolgen. Hierher gehört unter anderm das Huberfche Preßverfahren (f. Prägen und 
Stanzen).  Weiterhin kann das Preffen mit Hilfe von Rollen und Walzen erfolgen; über 
die hierhergehörigen Mafchinen vgl. Walzen. 
B. Die nähere Bezeichnung der Preffen erfolgt entweder nach dem Material, das auf 
ihnen bearbeitet wird, nach dem Verfahren, nach dem Gewerbe, dem {ie dienen, nach der 
Form, die das Material beiitzt oder durch das PrelTen annimmt, nach dem konftruktiven Auf- 
bau oder der Art des Antriebs, nach befonderen Einrichtungen, nach dem Konlirukteur ufw-
        

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