Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Masse bis Schiffbau
Person:
Lueger, Otto Frey, Ernst
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3198731
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3203741
480 
Polarifation des Lidzts 
Diefe Punkte find gegen die Oberfläche als nicht ganz feftliegend zu betrachten, da die 
jeweilige Umdrehungsachfe kleine Schwankungen gegen eine gewiffe mittlere Lage ausführt. 
Ueber Weiteres vgl. Polh_öhe und Polhöhenfchwankung. Lllmbronn. 
Pol nennt man in der graphifchen Statik den Punkt, von dem aus die 
Kräfte eines Kräftepolygons (f. d.) aufgetragen werden bzw. von dem die 
„Strahlen" eines folchen ausgehen. Mörfdr 
Polarenbüfchel, ein Strahlenbüfchel, gebildet durch die Polaren eines fetten Punkts 
in bezug auf die Kegelfchnitte eines Kegelfchnittbüfchels.   
Polariront. Die Tiefdruckgebiete entwickeln fich (f. Maxima und Minima) 
aus Dichteunterfchieden nebeneinanderliegender warmer und kalter Luftmaffen. 
Die Trennungsgrenze diefer Luftmaffen, die in unteren Breiten im allgemeinen weflöftlich 
verläuft, und nach dem Vorfchlag von Bjerknes, Oslo, Polarfront heißt, erfährt durch die 
Entwicklung der Tiefdruckgebiete Ausbuchtungen und Abfchnürungen. Auf die Lage der Polar- 
front und die Dichte-(Temperatur) Unterfchiede der nebeneinanderliegenden Luftmaffen legt 
der heutige praktifche Wetterdienft großes Gewicht im Gegenfatz zum älteren Wetterdienlt, der 
den Nachdruck auf die Verteilung des Luftdrucks legte. Wegener 
Polarifation des Himmelslichtes entfieht durch_ die Zerltreuung der 
von der Lichtquelle (Sonne, Mond) ausgefandten Strahlen an den Luftmolekülen 
und an fuspendierten Teilchen. Sie wurde 1809 von Arago nachgewiefen. Die 
Zerltreuung ift zugleich die Urfache der blauen Himmelsfarbe. 
Das blaue Himmelslicht ift jedoch nicht volltiändig polarifiert. Auch am Orte der ftärkflen 
Polarifation, im Zenit, wenn die Sonne im Horizont fleht, ift nur etwa 607370 "[0 des Himmels- 
lichts polarifiert, der Reit ift natürliches Licht. Je blauer der Himmel, um fo größer ilt der 
Anteil des polarifierten Lichtes. Die Punkte, in denen die Polarifation Null ift, liegen etwa 
18" über der Sonne (Babinetfcher Punkt) und 180 über ihrem Gegenpunkt (Aragofcher 
Punkt). Unter der Sonne ilt noch unter günltigen Umftänden ein dritter neutraler Punkt 
(Brewfterfcher Punkt) zu beobachten. 
Bei Trübung der Atmofphäre (durch vulkanifchen Staub) werden die Abftände der neu- 
tralen Punkte von der Sonne bzw. ihrem Gegenpunkt ftark vergrößert. Die Aenderung des Ab- 
ftandes der neutralen Punkte von der Sonne mit der Sonnenhöhe zeigt folgende Lilie nach 
den Beobachtungen der danifchen Koch-Wegenerfchen Grönlandexpedition: 
Sonnenhöhe: -8  6 -4 -2 0 2 4 6 8 10 12 14 16 Grad 
Abltand: 14 14 14 16 22 29 32 31 29 28 26 24 22 „ 
Literatur: [1] Genz, E., Ueb. d. Abhängigk. d.Höhe d.Aragofchen neutr. Punktes v. dJ-iellig- 
keit d. Himmelsgewölbes, Met. Zeitfchr. 1914, Nr. 31, S. 380.  [2] Wegener, A., Beobacht. üb. 
atmofph. Polarifation auf d. dän. Grönlandexpedition unt. Hauptmann Koch, Sitzungsber. d. Ge- 
fellfch. z. Förd. d. gef. Naturwiff. z. Marburg', Nr. 3, 25. Febr. 1914. Wegener. 
Polarifation des Lichts. Im Jahr 1808 machte der Franzofe Malus die 
Entdeckung, daß Licht, das von Glas unter einem Einfallswinkel von 56,3" 
(Winkel zwifchen einfallendem Strahl und Einfallslot) gefpiegelt wird, tich in be- 
fonderer Weite von gewöhnlichem Licht unterfcheide. Läßt man den reflektierten 
Strahl wieder unter dem gleichen Einfallswinkel auf Glas fallen, fo wird er nur 
dann wieder nach Art des gewöhnlichen Lichtes reflektiert, wenn die neue Ein- 
fallsebene (Ebene, in welcher der einfallende Strahl, das Einfallslot, und der 
reflektierte Strahl liegen) mit der erften zufammenfällt; dagegen wird er gar nicht 
reflektiert, wenn die zweite Einfallsebene auf der eriten fenkrecht fteht. 
Dreht man die Ebene des zweiten Spiegels unter gleichbleibendem Einfallswinkel um 
den Strahl als Achfe, fo verändert fich die Helligkeit des reflektierten Lichtes von Null bis 
zum Maximum oder umgekehrt je bei einer Drehung um 90 o. Solches Licht ifi; alfo nach zwei 
zueinander fenkrechten Richtungen verfchieden befchaifen, es heißt polarifiert; die Ebene, 
die den Strahl und das Einfallslot enthält, heißt die Polarifationsebene, der Winkel des 
Strahls mit dem Einfallslot Polarifationswinkel. 
Auch die Reflexion an andern durchfichtigen Körpern erzeugt Polarifation des Lichts, nicht 
aber die an Metallen, und zwar ift der Polarifationswinkel von Subtianz zu Subftanz verfchieden 
nach einem von Brewfter gefundenen Gefetze; der reflektierte Strahl itt dann vollftändig 
polarifiert, wenn er auf dem zu dem einfallenden Strahle gehörenden gebrochenen Strahle fenk- 
recht fteht. lft der Einfallswinkel :n, der Brechungswinkel zß, fo ift auch der Reflexions- 
winkel zu. Steht nun der gebrochene Strahl auf dem reflektierten fenkrecht, fo ilt a-l-ß: 1 R, 
sin ßzcosa: Sitzu- , alfo tgazn. Die Tangente des Polarifationswinkels ift alfo gleich 
dem Brechungsexponenten der Subftanz. Strahlen, welche unter einem andern Winkel auf- 
fallen, werden teilweife polarifiert, d. h. fie werden durch den zweiten Spiegel um fo voll- 
fländiger ausgelöfcht, je weniger ihr Einfallswinkel am erften Spiegel vom Polarifationswinkel 
abweicht. Durch experimentelle Beltimmung des Polarifationswinkels kann mit Hilfe des an- 
gegebenen Gefetzes auch für Subftanzen, die nur durchfcheinend lind, der Brechungsexponent 
ermittelt werden. Derjenige gebrochene Strahl, der bei der Polarifation durch Spiegelung 
neben dem reflektierten Strahl entfteht, ift gleichfalls polariliert, wenn auch nicht vollftändig. 
Seine Polarifationsebene. fleht auf der des reflektierten Strahls fenkrecht. Läßt man Licht in
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.