Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Masse bis Schiffbau
Person:
Lueger, Otto Frey, Ernst
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3198731
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3199345
Meridian, magnetifdzer 
Meridiankreis 
Ift die Zenitdiltanz (z) mitgemeiien, fo hat man: 
     
    
(f die geographifche Breite und ö die Deklination des Gefiirns ilt. Lieft man bei der Ein- 
ltellung des Ciettirns auch zugleich den Horizontalkreis des benutzten Theodoliten ab und 
ebenfo bei der Einftellung auf das irdifche Objekt, fo kann aus der Differenz beider Ein- 
Prellungen das Azimut des irdifchen Objekts aus dem des zöleltifchen gefunden werden. Gleich- 
zeitig erhält man dann damit auch diejenige Ablefung auf dem Kreis, die der Richtung _der 
Abfehenslinie nach Süden (Südpunkt) oder nach Norden (Nordpunkt) entfpricht, alfo die Rich- 
tung der  Für näherungsweife Beftimniung der Meridianrichtung gibt 
es noch einige Methoden, von denen hier nur diejenige erwähnt fein mag, die auf der Be- 
obachtung des Polarlterns zur Zeit feiner Kulmination beruht, wobei der Stern r, im Großen 
Bären mit dem Polarltern falt genau im gleichen Vertikal fleht. Hält man alfo einen Lotfaden 
fo, daß der Polarftern und 17 Urs. maj. gleichzeitig von ihm bedeckt werden können, fo ift der 
Polarltern in feiner oberen und 17 Urs. maj. in feiner unteren Kulmination, alfo beide im Meridian. 
Literatur: Die Hand- u. Lehrb. d. fphär. Aftron. (Brunnow, Chauvenet, Cafpari, Herr u. 
Tinter ufw.); Harzer, Ueber geogr. Ortsbeftimm. ohne aftron. lnftr., Petermanns Mitteil., Gotha 
1896, S. 111 ; Mitt. d. Ver. v. Freunden d. A_ftron. u. _kosm. Phyiik, Berlin 13396. L. Ambronn 
Meridian, magnetifcher, die Vertikalebene durch die erdmagnetifche 
Kraftlinie in einem Punkte der Erde.  
Die Richtung des magnetifchen Meridians ändert {ich fortlaufend mit der Zeit und iit 
periodifchen Tagesfchwankungen unterworfen (f. Erdmagnetismus). Der Winkel zwifchen 
magnetifchem und aftronomifchem Meridian heißt magnetifche Deklination oder Mißweifung; 
der Winkel zwifchen dem magnetifchen Meridian und der Richtung der nach Norden orientierten 
Abfziffenachfe eines ebenen Koordinatenfyltems wird als Nadelabweichung bezeichnet. 
Literatur: Haußmann, Neuere magnet. Meff. in Deutfchland, Mitt. Markfch.-Wef., Jahres- 
heit 1925.  "lwßmßn" 
Meridiankonvergenz. Auf der mathematifchen Erdoberfläche, der Kugel 
oder dem Ellipfoid, konvergieren die Meridiane zu den Polen. Der dadurch 
entltehende Unterfchied Au der Azimute a1 und a2 i- 1800 an den beiden End- 
punkten einer Strecke 1472 heißt Meridiankonvergenz. 
Näherungsweife ift zIa:(Ä2  sin qr, worin 21 und 7.2 die geographifchen Längen der 
Punkte 1 und 2 und w die mittlere Polhöhe bedeuten. Für Mitteldeutfchland, in 50? Breite, 
beträgt die Meridiankonvergenz für 1 km Meridianabitand rund 40". Weiteres f. Koordinaten, 
geodätifche, Geodätifche Uebertragung.  Hillmer) z. Ambronn 
Meridiankreis ltellt eine Verbindung des Du r ch gang s 1 n ft ru m e nts (f. d.) 
mit einem Höhenkreis dar, fo daß mit demfelben Initrumente gleichzeitig der 
Moment der Kulmination und die Zenitdiitanz des Geltirnes bettimmt werden 
können. Wird der Meridiankreis in Verbindung mit einer in diefem Falle als 
Winkelmeßinltrument dienenden fehr genauen Uhr (meift Sekundenpendeluhr) be- 
nutzt, fo kann man fowohl abfolute als auch relative fcharfe Ortsbeitimmungen 
der Geltirne ausführen. Aus diefem Grunde dient der Meridiankreis heute als 
das vorzüglichfte Fundamentalwerkzeug der fphärifchen Attronomie. 
Die erlten Durchgangsinltrumente, die mit einem Vertikalkreife verfehen waren, hat fchon 
O. Römer verwendet, fpäter find folche von Reichenbach und befonders von Repfold 
gebaut worden, aber auch die englifchen und franzöfifchen Werkitätten haben folche Inltrumente 
hergeitellt. Die Geftalt, die Reichenbach dem Meridiankreis gegeben hat, itt bis auf den 
heutigen Tag im allgemeinen beibehalten worden. Das lnftrument belteht in feinen wefent- 
liehen Teilen aus einem kräftigen Fernrohr von etwa 871-25 crn Oeffnung und 142 112 m Brenn- 
weite, das in feiner Mitte mit einer fenkrecht zur Sehrichtung ttehenden Achfe von 14- 11]? m 
Länge verbunden ift. Diefe Achfe ruht mit Stahlzapfen in Lagern, die an äußerit Iicher, tief im 
Erdboden fundieritterä Pfäilernf angebtrztielithiindd. 
        Auf dieferAchfßi er am e" reß e en e 
 t    i: i Kreis fo befeftigt, daß feine Teilung vom Fern- 
     rohr abgewendet itt und mittels vier oder fechs 
 V '  i."  in? Jfwi  iji    Mikrofkopen, die entweder direkt am Pfeiler oder 
   Ütj. in neuerer Zeit an befonderen Rahmen befeltigt 
I  yfitli     vri (ind, abgelefen werden kann. Die Teilung itt 
    1.  auf dem Kreife (früher bis zu 1 m, jetzt nur etwa 
i, ä   i.   qm vwiiiljjjqixrjägx  ;i  m Dmrl) bis auf 2 oder 5 Bogenminuten 
     h,   e: herab durchgeführt. Die Ablefegenauigkeit mit- 
   )Wß'.tt NL  I"   tels der Mikrofkope geht direkt falt ftets bis zu 
   j      l Bogenfekunde. 
     1'      Die Bedingungen, denen ein fvlßhes Irl- 
       i; j M,     ltrument genügen foll, iind die folgenden: 
 .i      Abfehenslinie des Fernrohres (Verbindungslinie 
     l der Mitte des Objektivs mit dem Kreulungß- 
 "   l lt  '12. punkt der Mittelfäden im Gefichtsfeld) ftehe fenk- 
Fig. 1. recht auf der ideellen Umdrehungsachfe, diefe
        

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