Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Masse bis Schiffbau
Person:
Lueger, Otto Frey, Ernst
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3198731
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3203326
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Phosphorbronze 
Phosphorjduredünger 
Die hauptfachlichllen Herltellungsverfalrren iind dasjenige nach Pelletier und das nach 
Wöhler. Der weiße Phosphor kommt in Stangen, die in Glas- oder Meffingformen gegolten 
werden, in den Handel und muß ltändig unter Waffer aufbewahrt werden, da er {ich fonlt ielblt 
entzündet. Der rote Phosphor wird aus dem weißen durch Erhitzen bei Luftabichluß bei etwa 
2600 gewonnen. Kleine Zugaben von Jod erleichtern die Umwandlung. Die fertig gefchmolzene 
Maffe wird auf Mühltteinen unter Wafier fein gemahlen und mit Natronlauge ausgekocht, worin 
[ich der weiße Phosphor lölt. Verwendung findet der weiße Phosphor zur Heritellung von 
Phosphorkupfer und Phosphorbronze, zur Raucherzeugung bei Fliegermunition, in Schwefel- 
kohlenftoftlöfung zu Brandbomben, als Rattengift, ferner in der Gasanalyfe zur Abforption von 
Sauerftotf. Der rote Phosphor findet zur Herftellung von Zündmaffen Verwendung zufammen 
mit Kaliumchlorat und Kalziumplumbat, neben Bindemitteln und Farbfloff. Die Reibflächen der 
Zündholzfchachteln enthalten ebenfalls roten Phosphor. 
Literatur: Friedberg, Die Verwerr. d. Knochen, Wien 1884; Gutbier, in Gmelin-Kraut, 
Handb. d. anorg. Chemie, Bd. 1, Teil 3, Leipzig 1924; Ullmann, Enzykl. d. techn. Chemie, Bd. 9, 
Berlin 1914 ff. Mezger 
PHOSPHOTDTOUZE. Bei der Heritellung von Bronze macht {ich öfters die Aufnahme 
von Sauerftoff bezüglich des fpäteren Verhaltens des Produktes infofern ftörend bemerkbar, als 
in der Legierung Oxyde des Kupfers und Zinns entitehen, die fowohl die Gießfähigkeit herab- 
fetzen, als auch auf die Feltigkeitseigenlchatten in mechanifcher Hinlicht und gegenüber cl1e- 
mifchen Einflüffen ungünftig einwirken. Man fetzt deshalb der Bronze gerne reduzierende 
Mittel zu, von denen insbefondere Phosphorzinn oder Phosphorkupfer bei der Her- 
ftellung von Bronze ausgedehnte Verwendung gefunden haben. Phosphor wird dabei nur in 
ganz geringen Mengen (einige hundertitel Prozente) aufgenommen, man nennt aber das Produkt 
trotzdem Phosphorbronze; iie hat im Mafchinenbau ausgedehnte Verwendung gefunden, 
da fie befonders gute Feltigkeitseigenfchaften und einen hohen Korrolionswiderftand zeigt. 
Abgefehen von einigen hundertttel Prozent Phosphor betteht Iie aus etwa QUVU Kupfer und 
10 [0 Zinn. S.a.Phosphorverbindungen. Mager 
Phosphorefzenzphotographie. Viele phosphorefzierende Stoffe fenden Licht aus 
das auf photographifche Platten fo ftark wirkt, daß man dieie Bilder entwickeln kann. Man 
kann auf Leuchtplatten z. B. mit Balmainfcher Farbe in der Kamera Phosphorefzenzbilder 
herftellen, dann auf Bromtilbergelatineplatten legen und erhält beim Entwickeln feitenverkehrte 
Negative. Wird eine phosphorefzierende Platte (z. B. Zinkfulfid) der Wirkung des Lichtes aus- 
gefetzt, fo wird lie leuchtend. Rotes oder infrarotes Licht löfcht aber die Phosphorefzenz aus. 
Wird dann eine photographifche Platte in Kontakt gebracht und entwickelt, fo entfteht ein 
potitives Bild. Dieie Angaben machten 1880 fowohl Warnerke als Darwin (f. Eder, 
Photochemie, 1906, 3. Aufl., S. 450, wo diefe und andere Verfahren als ,Phosphographien' be- 
fchrieben lind). im Jahre 1924 arbeitete Chardonneaux (Bull. Soc. franc. de Phot. 1924, S. 4) 
diefes Verfahren zu einem Syitem der Telegraphie mit uniichtbaren Wärmeiirahlen aus. Als 
Sender benützt Chardonneaux elektrifches Bogenlicht mit metalliüerten Kohlen in einem para- 
bolifchen Spiegel unter Vorfchaltung von mit Kupferoxydul oder Mangan gefärbten Gläfern, 
die nur die langwelligen infraroten Strahlen durchlaffen; ein fchwarzer Schirm unterbricht das 
Licht im Sinne von Morfezeichen. Der Empfänger befteht aus einem gleichen Spiegel, der 
die parallelen Strahlen des Senders auf einem Brennpunkt vereinigt. Dort läuft ein Band, das 
mit phosphorefzierendem Zinkfulfid überzogen ilt und mit blauem Licht zum Phosphorefzieren 
gebracht wurde. Wird das Band durch die infraroten Strahlen getroffen, fo heben diefe die 
Wirkung der blauen auf und diefe Stellen werden dunkel. Man kann die Morfe-Zeichen auf 
einem in Kontakt laufenden Bromlilberfilm photographieren oder direkt ableien oder tele- 
phonifch abhören. Stevens und Larigald haben eine befondere Form ausgearbeitet, die 
von Bord-eines Schiffes zur Erkennung von Eisbergen dienen toll. 
Literatur: Umfchau 1924, S. 735. J. M. Eder 
Phosphorglas, aus gefchmolzenem phosphorfaurem Kalk hergeftelltes Glas, das {ich 
befonders für Gefäße zur Aufbewahrung von Fluorwafferitoff eignet. 
PhOSpHOTiIE, phosphatifche Gelteine, in der Hauptfache die faferigen bis dichten Varie- 
täten des Apatits (f.  die zur Bereitung von Superphosphaten dienen. Im rohen, unaufge- 
fchloffenen Zultande kommen tie für Düngezwecke nicht in Frage (f. Phosphorfaure- 
dünger). Hafelhojf 
Phosphorofkop, Apparat, den E.Becquerel herftellte, Ph. Lenard durch Ver- 
bindung mit dem lnduktorium vereinfachte  um verfchiedene Subftanzen auf ihre durch Be- 
lichtung erregte Phosphorefzenz (Photoluminefzenz) zu prüfen; f. Luminefzenz. 
Literatur: [l] Wiedemanns Annalen 1892, 46, S. 637. (Aug. Schmidt) Meifel 
Phosphorfäuredünger fmd von außerordentlicher Bedeutung als Dünge- 
mittel, da Phosphorfäure für die Pflanzenemährung unentbehrlich ilt, der Boden 
aber mehr oder weniger arm daran iit. 
Die Roh p h os phate bieten, abgefehen von Ausnahmefällen auf Moorboden, den Pflanzen 
keine autnehmbare Phosphorfäure, da die Verbindungen der letzteren darin in Waffer unlöslich 
und in den Bodenagenzien nahezu unlöslich lind. Deshalb wird die Phosphorfäure nach dem 
Vorfchlage Liebigs durch Behandeln der Rohphosphate mit Schwefelfaure aufgefchloffen und 
Superphosphat hergeftellt, das die Phosphorfäure in wafferlöslicher Form enthält und deshalb 
fchnell wirkt und gleichmäßig im Boden verteilen kann. Bei längerem Lagern aber kann bei 
Gegenwart von Eifenoxyd oder Tonerde ufw. ein Teil diefer künltlich löslich gemachten Phos- 
phorfäure wieder unlöslich werden; man nennt diefe Phosphorfäure zurückgegangen.
        

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