Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Masse bis Schiffbau
Person:
Lueger, Otto Frey, Ernst
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3198731
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3202638
Papiermadze 
Papiernorma lien 
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Ihre Form richtet lieh nach der Spindel, auf der die Windung gemacht wird. Die 
Hüllen für Selfaktorkötzer lind die kleinlten (30950 mm lang, 598 mm Dmr.) und litzen im 
unteren Ende des von der Spindel gebildeten Kötzerhohlraumes. Die Papierhülfen der Rin  
lpindel haben die Länge des ganzen Kötzers und lind Kegelltumpfe (1304185 mm lang, 20 egö 
bzw. 9912 mm Dmr.). Die Hüllen der Kreuzfpulmalchine lind zylindrifch, Länge und Durch- 
meffer der Aufwindung entlprechend (f. Bd. 1, S. 507). Die Herftellung der Hüllen findet auf 
f-lüllenmafchinen ftatt, die aus dem vollen Papier die fertigen Hüllen liefern. 
Literatur: Deutlche Ind.-Ztg. 1870, S. 82; Papierztg. von Hofmann 1892, S. 3006; 1893, 
S. 406; 1894, S. 970. Emft Müller 
Papiermache (zerquetfchtes Papier) ift Papiermalie, Papierftoff, Papier- 
zeug, das als eine fehr plaltilche Malfe gegolfen oder gepreßt verlchieden- 
artiglte Gegenftände liefert. 
Es wird meift zerkleinertes Altpapier benutzt. Dieler Rohiioff wird in Wafler erweicht, 
felbit gekocht, dann in Zerfaferern zermalmt, mit feinem Sand, Ton oder Kreide, auch Holz- 
afche, Gummi- oder Leimwafler bzw. Stärkekleilter gemifcht. Die Malfe wird in mit Oel be- 
ltrichene Holz-, Metall- oder Gipsformen gepreßt, zuerlt an der Luft, dann im Ofen getrocknet 
und fchließlich bemalt, gefärbt und lackiert, vorher manchmal gefchliffen, gedreht, gehobelt, 
geglättet.  Nach einer andern Herliellungsart werden weichgemachte Papierltückchen in die 
Form mit dem Finger eingedrückt, weitere in Gummi oder Leim getauchte Papierblättchen fo 
lange aufgeklebt, bis eine gewiffe Wandftärke erreichtilt, worauf getrocknet, bemalt, lackiert wird. 
Literatur: Winzer, A., Papiermache u. Zellul., 1907; Andes, Die Fabrik. d. Papiermache- 
u. Papierftoffwaren, 2. Aufl., 1922; l-leß, W., Pappenverarb. u. Papiermache, Berlin 1924. Haußner 
Papiermacherfilz, gefilztes Gewebe, das, aus grobem Wollgarn locker gewebt, weder 
gerauht noch gelchoren wird. S. Papierfabrikation. 
Papiernormalien lind die Belhmmungen über die Eigenfchaften, die Papiere 
belitzen follen, um ihrem Verwendungszweck gut zu entfprechen und oft ihre 
Dauerhaftigkeit zu erhöhen. 
Solche Normalien lind von vielen Staaten feftgefetzt worden. Durch die von Preußen er- 
laflenen Beltimmungen wird das von den Staatsbehörden zu verwendende Papier auf Grund- 
lage von Stoff- und Feliigkeitsklalfen in Verwendungsklallen eingeteilt. 
Stoffklaffen werden vier unterfchieden, und zwar 1. Papiere aus Hadern; 2. Papiere 
aus Hadern und höchftens 5001„ Zelllioff, ohne verholzte Fafern; 3. Papiere beliebiger Zu- 
lammenletzung ohne verholzte Fafern; 4. Papiere mit verholzten Fafern. Der Afchengehalt 
aller Papiere beliebig. 
Feltigkeitsklaffen werden lechs unterfchieden mit 6000, 5000, 4000, 3000, 2000 und 
1000 m mittlerer Reißlänge. Die Dehnungsmeffung entfällt im allgemeinen, die Zahl der Doppel- 
falzungen nach Schopper dagegen ift mit 400, 250, 80, 40, 20, 3 fellgefetzt; diefe Maße lind 
bei 6505 relativer Luftfeuchtigkeit zu ermitteln. 
Verw en d un gsklaflen lind acht mit Untereinteilungen leltgefetzt: l.Papier für dauernd 
aufzubewahrende, beionders wichtige Urkunden: Stoffklaiie 1, Feftigkeitsklaffe 1, Gewicht für 
1000 Bogen (Format nach den DlNormen) 12,5 kg; 2. Papier zu Grundbüchern, Standesamts- 
regiftern, Wertpapieren, Gefchäftsbüchern ulw., zwei Sorten: Stoffklaffe 1, Feltigkeitsklafle 2 
und 3, Gewicht 12,5 und 11,2 kg; 3. Aktenpapier für länger als 10 Jahre aufzubewahrende 
Schriftttücke (Kanzleipapier, Schreibmafchinenpapier): Stoffklafle 2, Feltigkeitsklaffe 3, Ge- 
wicht 11,2 und 3,1 kg; 4. Aktenpapier für Schriftltücke von geringerer Bedeutung (4a Kanzlei- 
papier, 4b Konzeptpapier, Durchfchlagpapier): Stoffklaffe 3, Feltigkeit bei 4a 3000 m Reiß- 
länge, 40 Doppelfalzungen; bei 4b Feltigkeitsklaffe 4, Gewicht 10, 5, 1,9 kg; 5. Briefumfchläge, 
Packpapier, zwei Sorten, Stoffklaffe unbeftimmt, Feftigkeitsklaffe 3 und 5, Gewicht in Gramm 
für 1 m" feltgeletzt; 6. Schreibpapier zu untergeordneten Zwecken des täglichen Gebrauches: 
Stoffklaffe unbeftimmt, Feftigkeitsklaffe 395, Gewicht für 1 m" 60-1-130 g; 7. Aktendeckel, 
Sorte 7a: Stoffklalie 3, Feltigkeitsklaffe 4, Gewicht für 1000 Bogen 71,2 kg; Sorte 7b: Stoff- 
klaffe 3, Feltigkeitsklaffe 5, Gewicht für 1000 Bogen 37,1 kg; 8. Druckpapier, vier Sorten, 
ßa-j-Bd: Stoitklafle 1, 3, unbeliimmt; Feltigkeitsklatie 446. 
Die Bogengröße ift mit 29,7x42 feftgefetzt, und nur, wo dies nicht angängig ilt, lind 
weitere Größen beftimmt. Reißlänge und Falzzahlen dürfen bis zu 1001„ nach unten abweichen. 
Die Schreibpapiere der Verwendungsklaffen 1-3-4 und 8a mit Ausnahme des Schreib- 
mafchinen-Durchfchlagpapiers 4a müffen mit einem auf dem Siebe hergeltellten Waflerzeichen 
verfehen fein, das die Firma des Fabrikanten lowie neben dem Worte „N0rmal' das Zeichen 
der Verwendungsklalle erkennen läßt, und es dürfen nur folche Papiere dieler Klallen ver- 
wendet werden, deren Wafferzeichen beim ltaatlichen Materialprüfungsamt eingetragen lind.  
Vor der Erteilung von Lieferungsaufträgen ilt von jeder Papierlorte eine Probe zur Prüfung 
auf Ausfehen, Glatte, Griff elnzufenden. Die Prüfung auf Stoffzufammenletzung, Feltigkeit, Lei- 
mung, d. h. allo auf die Uebereinftimmung des Papiers mit den Normalien, erfolgt nach Liefe- 
rung, vor der lngebrauchnahme. Zu diefem Zwecke mülTen die Proben in das genannte Prüfungs- 
amt eingefendet werden, die aus je zehn Bogen Papier, zehn Briefumfchlägen oder Akten- 
deckeln beltehen, die aus verlchiedenen Stellen der Lieferung und aus Paketen, die noch nicht 
geöffnet waren, bei größeren Lieferungen aus mindeltens fünf Paketen entnommen, zwifchen 
fteife Deckel zu verpacken lind und nur loweit geknifft werden dürfen, daß die ungeknifften 
Flächen mindeltens 297x210 mm groß bleiben. Die Prüfungsgebühr wird nur dann zurück- 
behalten, wenn das Papier den Normalien nicht entfpricht. Das Prüfungsamt hat neben den 
Einzelergebnilien in den Prüfungszeugnillen zu bezeugen, ob das Papier die Bedingungen er- 
Lueger, Lexikon der getarnten Technik. 3. Aufl. V 24
        

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