Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Masse bis Schiffbau
Person:
Lueger, Otto Frey, Ernst
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3198731
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3202572
Papierfabrikation 
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Auf das letzte Trocknen folgt oft eine Kühlvorrichtung und dann das Trockenglättwerk, 
das gegenüber dem Feuchtglättwerk eine größere Anzahl von Walzen beiitzt und den felb- 
ltändig arbeitenden Kalandern ähnelt. Dielie werden auch Glättmafchinen, Papier-, 
Roll-, Walzenkalander, Satiniermafchinen, Satinierwerk genannt (lIKalander). 
h) Das Anfeuchten folgt oft nach dem Längsfchneidemweii durch das weitgehende Trocknen 
felblt das hygrofkopifche Waffer verdunlten kann, fowie das Papier durch das fcharfe Glätten 
nicht bloß fehr warm, fondern auch elektrilch wird, wodurch nicht nur eine ungünltige Be- 
einfluliung der Eigenfchaften des Papiers,   
fondern auch eine Schädigung der Lei- {.12   
mung eintreten kann. Hierzu dienen in   ii-"a  
die Mafchine eingefchaltete Feucht- zi    ,l- Q   i" B37"   
apparate, die vorfeuchten, matri   '17,   
fieren. Feuchten kann man entweder   w] 3.41436 
durch Dampf oder durch Auffpritzen von f  1, l H "   
feinzerteiltem glvaffernoder (riiurchaßerüh-  (kg  
rung mit euc terha enen e en änden. , 9-4  
Anfeuchten auf einer Seite gengigt, da das VB    W 
Papier gerollt wird. Bei dem Dampf- I! R  m '  B 
feuchter läßt man das endlofe Papier  "  f F. 
an einem kühlgehaltenen Metalizylinder  iÜ i",  
entlang lireichen und Dampf aus einem F? 18 
Rohr dagegentreten. Spritzfeuchter g"  
können verfchieden ausgeführt werden: man ltäubt Waffer gegen das Papier, fchleudert durch 
eine rotierende Biirftenwalze oder dgl. Ein Berührungsfeuchter ilt aus Fig.l8 zu er- 
fehen. Die von der letzten Trockentrommel oder von dem Trockenglättwerk kommende Papier- 
    bahn a tritt an die mit Kupfer 
 i", i.  i, überzogene rommel A, wird 
 i V0" diefer mitgenommen mm 
 duäclb den ftetig vom Waffer- 
i; 1-    i], Ä ba feucht erhaltenen end- 
ätßm gf-ßw m   ldofen Filz B an die Trommel ge- 
E5: c)            rückt und gleichzeitig befeuch- 
  tet. Das Walzenpaar EE' befreit 
      i"   Vfgiägf-     von überfchüfiigem Wafier. 
V1 C.  i; i) Das Längsteilen der brei- 
Fig.19. ten Papierbahn foll vor allem 
die unregelmäßigen Papierbahn- 
ränder abtrennen, dann aber auch dazwifchen fchmälere Bahnen ergeben und wird durch Kreis- 
fcheren, Tellermefier, beforgt. Diefe beftehen (Fig.l9) aus mehreren paarweife angeordneten 
Kreisfcheiben, von denen die oberen an der Welle A durch Stellfchrauben befeltigt lind, wäh- 
rend die unteren auf der Welle B durch Federn C, 
gegen die oberen Scheiben gedrückt werden. Die 3-    H;     t. 
zwifchen beiden Wellen hindurchgeleitete Papier-   i 
bahn wird durch die Kreispaarmeffer in Streifen  g 
zerfchnitten. Diefe Vorrichtung nennt man 1  
Schneidwerk, Längsfchneider. Ar   
k) Das Auffpeichern des fertigen Papiers jwm 412-3414.   
beforgt der Rollapparat mit 346 Rollltangen, die       L 
des anwachfenden Wickelhalbmefiers wegen mit [X "'43 A";  ß 1 l  
veränderlicher Umdrehungszahl meift durch Rei- ("f ox-(x ß; a. 
bungsantrieä gedräht twerdemkßefopders ietiie U. X yx W  
Rollen, z.  ür ota ionsdruc , lie ern un er    "s- K  
merklicher Papierlpannung gefondert aufgeiiellte 3  .Il   ll_l 
Rollapparate. F1 20 
l) Die Antriebsenergie liefern unmittelbar g'  
Dampf-, Wafferkraft- oder elektrifche Mafchinen. In den beiden erften Fällen. manchmal auch 
bei elektrifchem Antrieb, (ind vom l-iauptantrieb durch geeignete Transmiffionen, die häufig 
unter der Papiermafchine liegen, die einzelnen Teile derfelben nach Bedarf mit gleichbleibender 
oder wechfelnder Gefchwindigkeit zu bewegen, wobei Riemenkegel (unter Umftänden mit 
Reglern) viel verwendet werden. Bei elektrifchem Antrieb ilt es leicht möglich, jeden wichtigen 
Teil der Papiermafchine durch befonderen Motor, nach Bedarf einen Regelmotor, anzutreiben. 
II. Die Zylinderformmafchine oder Zylinderiiebmafchine befitzt zu_r Bildung des Papiers 
als Form mindeltens eine zylindrifche Siebtrommel, zur Verfeitigung und Verbefferung des Papiers 
aber auch zwei oder noch mehr. Die Zylinderformmafchine (Fig. 20) belitzt Zeugbütte, Regler, 
Mifchkaften, Sandfang und Knoteniänger, von dem das Zeug durch Leitungen vorerft zur Be- 
ruhigung in zweiteilige Kalten A und dann in die Stofftröge B gefördert wird. in diefen befindet 
{ich je ein langfam (bis zu etwa 20 mjmin) {ich drehender Siebzylinder C, der in das im Trog 
befindliche Zeug eintaucht. Da diefe Siebe nur Waffer, aber keine Fafern durchlaffen, aus dem 
Siebinnern ununterbrochen das Waffer abgeleitet und dadurch ein Ueberdruck von außen her- 
geitellt wird, fo legt tich eine Faferichicht an der Außenfeite des Zylinders fett und wird von 
diefem über die Stoffmaffe herausgehoben. Die {o auf den Zylinderoberflächen entltandenen 
Papierfchichten werden durch Gautfchwalzen D abgenommen, die an die Zylinder gepreßt werden. 
Die Gautfchwalzen nehmen zwifchen üch und die Rundfiebe den erften Naßfilz E. Der an die
        

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