Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Masse bis Schiffbau
Person:
Lueger, Otto Frey, Ernst
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3198731
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3200879
Munitionstransport 
1.93 
tllentrierwulft), der kupferne Führungsring a, der in eine fchwalbenfchwanzförmige Rinne des 
Gefchoffes eingepreßt wird, erhält eine konifche Form mit hinterem Wulft, um fich leicht der 
Seelenwandung anzufchließen und den Eintritt der Pulvergafe in den gezogenen Teil nach 
Möglichkeit zu vermeiden. Der Wulft ift im Durchmeffer 457 mm größer als der Seelendurch- 
mefIer in den Zügen   
Zur Entzündung der Sprengladung der Granaten dienen die Gefchoßziinder. Man unter- 
fcheidet Auffchlag- oder Perkuflionszünder, Brenn- oder Zeitzünder und kombinierte oder Doppel- 
zünder   Bei den Auffchlagzündern erfolgt die Zündung beim Auftreffen des 
Gefchoffes auf das Ziel durch Auffchlagen eines Schlagbolzens auf ein mit Knallfatz gefülltes 
Zündhütchen, detTen Feuerltrahl auf die Sprengladung wirkt. Beim Brennzünder wird der 
Zündfatz durch die Pulvergafe im Gefchiitzrohr oder durch Konkuffionszündung beim Beginn 
der Gefchoßbewegung entzündet, und der erftere bringt die Sprengladung nach beliimmter 
Zeit zur Explofion. Zum Einftellen des Zünders entfprechend der Flugzeit des Gefchotffes wird 
das Satzfiück gedreht, fo daß eine kleinere oder größere Strecke des Satzringes verbrennen 
muB, ehe er die Schlagladung erreicht. Der Doppelzünder bildet eine Vereinigung von 
Auffchlag- und Brennzünder und bietet den Vorteil, daß er ftets zur Wirkung kommt, auch 
wenn der Brennzünder verfagen follte. In der Regel ift er als Auffchlagzünder eingeltellt, der 
Brennzünder fteht dann auf dem toten Punkt; man nennt ihn alsdann auch Fertigzünder  
Bei den modernen Schnellfeuergefchützen 
-der Schiffe und der Feldartillerie find Gefchoß,  _ 
Kartufche und Gefchützzündung unter Verwendung  "K 1igijiffiääirflijf?  E17Iflfjäiiitumnv- 
einer Metalähülfä zä etinert Patronedvegeinigtb Da Tee-i?!" e f 
die Länge er in ei spa rone un i r grö eres   nenfeu" e,   
Gefamtgewicht für fchwerere Kaliber unhandlich a Jläoieniliiääm ädläulverladrfngfmußzläfillfqäneboden 
wirkt, fo geht man mit der Verwendung derfelben mit Kremvv- d Zündfßhraäbfrllaeer- e Preßfpan- 
nicht über das 15-cm-Kaliber hinaus. Fig. 8 gibt bodm f e choß 
eine fcharfe IOß-cm-Patrone wieder. Sie belieht aus dem gußeifernen Gefchoß mit Eit'enzen- 
trierung und Kupferführung und enthält grobkörniges Sprengladungspulver. Die gezogene 
meffingene Patronenhülfe i am Boden zum Auswerfen mit einer Krempe verfehen und trägt 
in der Mitte Fdesfelben die 
            
Schrapnellpafrone für Feldge-   M, 
fchütze; fie befteht aus dem   [a1 
gußeifernen Kopf, der Spreng-     ÄXWW3"ili-Vill"Zlßw"! 
ladung und Zünder aufnimmß Fig. 9 Schrapnellpatrone für Feldgefchiitze 
und dem napfförmigen guß-   
eifernen Boden mit gußeifernen Füllplatten und Kugeln, die von einem Stahlblechmantel 
umgeben find. Die Kartufchhülfe ift auf dem Boden mittels einer Einkerbung beteiligt und ift 
mit Gefchützblättchenpulver (Schießwollpulver) gefüllt    Bei den Gewehrpatronen 
befteht das Gefchoß aus einem nickel-kupferplattierten Stahlblechmantel mit Hartbleifüllung, 
über deffen Ende die mit Gewehrblättchenpulver gefüllte Patronenhülfe übergezogen ift  
Vgl. Gewehr, Jagdgewehre. 
Die Stauung der Munition an Bord der Schiffe erfolgt in befonderen Munitionskammern, 
wafferdicht abgefchloffenen Räumen. Diefe erhalten Beleuchtung von außen durch befondere 
Lichtfpinde fowieVentilations- und Fluteinrichtungen,letztere zum Unterwafferfetzen der Munition 
bei Feuersgefahr. Die Lagerung der Gefchoffe erfolgt auf hölzernen Geriiften, die der Kartufchen 
in hölzernen Pulverkaften bzw. Verpackungsgefäßen aus glattem oder gewelltem Meffingblech 
(Kartufchbüchfen). Die Patronen der Schnellfeuergefchütze werden in eifernen verzinkten Büchfen 
verftaut. Zur befferen Erhaltung des Pulvers (das rauchfchwache Pulver beginnt iich fchon bei 
40960" zu zerfetzen) werden einzelne Munitionsräume, die in warmen Schiffsräumen liegen, 
mit künftlichen Kühlvorrichtungen verfehen. Für die Schnellfeuergefchütze, die nicht mit ent- 
fprechenden Munitionsaufzügen in Verbindung liehen, werden in der Nähe der Gefchützltände 
vielfach Bereitfchaftsmunitionskailen auf Deck aufgeftellt, die aus Spezialltahl gefertigt werden, 
und einen Teil der Munition aufnehmen. Vgl. a. Munitionstransport. 
Literatur: [1] Gallier, C., Pulver u. Munition d. deutfchen Marineartill., Berlin 1886.  
[2] Wille, R., Waffenlehre, Berlin 1905.  [3] Lloyd u. Hadcock, Artill., its progress and present 
position, London 1893.  [4] Ledieu u. Cadiat, Le nouv. materiel naval, Paris 1889.  
[5] Dredge, Modern French artill., London 1892.  [6] Artill. u. Panzer, Nauticus 1903.  [7] Artill. 
u. Panzer in ihren Bezieh. z. Schiffstyp, Nauticus 1905.  [8] Eine Betracht. d. Pu1verentwick.. 
Man-Rundfchau 1906, S. 157.  [9] Leitf. f. d. Unterr. in d. Artill., 2. Teil: Pulver u. Munit., 
Berlin 1902.  [10] Jacob, L., Artill. navale, Paris 1909.  [11] Nauticus, Die Steiger. d. Schiffs- 
artill. i. d. größ. fremd. Marinen, Berlin 1910.  [12] Derf., Artill. u. Panzer in ihr. jiingft. Fortfchr, 
Berlin 1912.  [13] Derf., Der Ueberg. z. 38-cm-Gefch., Berlin 1914.  [14] Navath, 11., Die 
Wirk. d. fchwer. Gefch. d. Schiffsartili, eitfchr. d. Ver. deutfch. Ing. 1917, S. 161. T. Schwarz 
Munitionstransport (-aufzug), an Bord der Kriegsfchiffe, umfaßt alle 
mafchinellen Einrichtungen zur Beförderung der Gefchützmunition aus den 
Munitionskammern nach den Gefchützplattformen bzw. direkt vor das Boden- 
ftück der Gefchütze. 
Die fchweren Gefchiitze mit Gefchoffen bis zu 1000 kg Gewicht erforderten mafchinelle 
Hebevorrichtungen, die meiit mit den Einrichtungen zur Bedienung der Gefchiitze vereinigt 
wurden. Für die fchweren, in gepanzerten Barbetten oder Drehtürmen aufgeftellten Gefchütze 
verwendete man zunächft hydraulifche Bewegungsmittel, und die Fahrftühle wurden anfänglich 
Lueger, Lexikon der gefamten Technik. 3. Aufl. V 13
        

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