Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Masse bis Schiffbau
Person:
Lueger, Otto Frey, Ernst
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3198731
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3200298
Molybdänlegiemngen 
Momentanadzfe 
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grün. Schmilzt nicht vor dem Lötrohr. Auf Kohle erhitzt, gibt er fchweflige Säure und einen 
weißen Befchlag ab, ohne vollftändig zu verbrennen. Mit Salpeter erhitzt, bildet er unter Ver- 
puffen molybdänfaures Kali. Durch Salpeterfäure zerfetzbar unter Abfcheidung von Molybdän- 
fäure. Löslich in Salpeterfalzfäure und in kochender Schwefelfäure. Meifi mit Zinnerzen vor- 
kommend. Brduhdufer 
Molybdänleglerungen: Ferromolybdän enthält zwifchen 40 und 6001„ Molyb- 
dän und wird mittels elektrothermifcher Reduktion oxydifcher Molybdänverbindungen oder auf 
aluminothermifchem Wege hergefiellt. Es dient zur Herftellung von Molybdänliählen. Molyb- 
dännickel wird ebenfalls alumino- oder elektrothermifch durch Reduktion der Oxyde her- 
geftellt, mit einem Gehalt bis zu 750;, an Molybdän, und findet zur Herftellung nickelhaltiger 
Molybdänttähle Verwendung. Molybdänkobalt wird in ähnlicher Weile wie Molybdän- 
nickel hergefiellt und für ähnliche Zwecke verwendet. Dasfelbe gilt für M olybdä nfilizium, 
das befonders zur Herftellung von fäurebefiändigem Gußmaterial Verwendung findet, da es in 
Mineralfäuren, Königswaffer und Flußfäure vollkommen unlöslich ift; nur ein Gemifcli von 
Salpeterfäure und Flußfäure wirkt löfend. Molybdänchrom enthält bis zu 5095 Chrom und 
findet zur Herftellung von beftimmten Stahlforten Anwendung. Molybdänwolfram findet 
als Platinerfatz Anwendung. Molybdänaluminium, lolo Molybdän enthaltend, findet bis 
jetzt noch keine technifche Anwendung. Molybdänkohlenftoff (Molybdänkarbid) 
entfteht beim Erhitzen von Molybdänoxyden bei Gegenwart von überfchüffigem Kohlenftoff 
und bewirkt die Härtung der Molybdänftähle. 
Literatur: S. unter M0 lyb d än. Mezger 
Molybdänverbindungen: Molybdändioxyd, M00, bildet ein rötlich-braunes 
Pulver, das nicht flüchtig ift und zur Herftellung von Glühlampendrähten fowie bei der Ver- 
arbeitung zu Mo-Metall dient. Molyb däntrioxy d, M003, ift die technifch wichtigfte Molyb- 
dänverbindung. Als käufliche Molybdänfaure enthält fie fiets Ammoniak und entfpricht der 
Formel NHa  M003 4- 31'120. Sie bildet verfchiedene Salze, die zum Teil natürlich vorkommen, 
ebenfo verfchiedene Hydrate. Mit Tannin zufammen werden Molybdänfalze als Beize in der 
Färberei verwendet. Die Molybdänfäure dient zur Verarbeitung auf Mo-Metall mittels Reduktion 
bei gleichzeitiger Anwefenheit von kohlenftoffhaltigem Material, oder auf aluminothermifchem 
We e. Ammoniummolybdat,  kriftallifiert in monoklinen Prismen und dient 
zuräihosphorbefiimmung insbefondere im Eifen und Stahl. M0 1 yb d än p enta ch l o ri d, MoCls, 
bildet fchwarzgrüne, jodähnliche Kriftalle vom Schmelzpunkt 194" und dient zur Herfiellung 
von Metallfadenlampen  Nr. 184 379 und 237 014). Mezger 
Moment. Die multiplikative Verbindung zweier Größen von verfchiedenen 
phyiikalifchen Dimenfionen bezeichnet man oft als Moment, insbefondere, wenn 
eine diefer Größen eine Länge oder eine Potenz diefer Länge darltellt. Setzt 
{ich die andere Größe aus mehreren Elementen zufammen, fo ergibt die Summe 
über die Einzelmomente das Gefamtmoment. 
So unterfcheidet man z. B. Maffenmomente (f. d.) und Flächenmomente. Eine ebene 
Fläche F fei bezogen auf ein rechtwinkliges Achfenkreuz X, Y. Der Schwerpunkt eines Flächen- 
momentes dF habe den Abliandy von der X-Achfe und den Abßand x von der Y-Achfe; 
dann Iind Sx:_fydF und Sy :M(x dF die ftatifchen oder Momente erfter Ordnung der Fläche F 
auf die X- und Y-Achfen. Die omente zweiter Ordnung find die Trägheitsmomente I,:jy3dF 
und Iyzj xidF ferner das Zentrifugalmoment lxyzjxydF bezogen auf die X- und Y-Achfen. 
Das polare Trägheitsmoment [p bezogen auf den Urfprung erhält man durch Addition der 
beiden Trägheitsmomente 1x und ly, fo daß  dF:jy2dF, worin 9 
den Abltand des Schwerpunktes von dF vom Urfprung bedeutet. 
Das Vektorprodukt einer gerichteten Geraden mit einer Kraft ergibt den Momentenvektor 
wtzlßß] (LKHIÜIHOIIIEIITI). Elfenmann 
Mom entanachfe. Die allgemeine Bewegung eines ftarren Körpers im 
Raume läßt {ich für ein Bahnelemen_t_ auf eine Schraubung zurückführen, die {ich 
zufammenfetzt aus einer Drehung dqa um eine Achfe und einer Schiebung dr 
längs diefer Achfe. Diefe Achfe heißt Momentanachfe zur Zeit t; die Ge- 
fchwindigkeiten beitehen entfprechend aus einer Winkelgefchwindigkeit o :g? 
und einer Translationsgefchwindigkeit c 22;. 
Die Momentanachfe ift eine Linie, die im abfoluten Raume  z) eine beftimmte Lage 
hat, aber auch gleichzeitig in einem relativen Koordinatenfyftem  das mit dem Körper 
fett verbunden iii, fefiliegt. Die Momentanachfe bleibt nicht für alle Zeiten diefelbe, sondern 
wechfelt im allgemeinen in jedem Zeitpunkt ihre Lage im Raume, aber auch im Körper. Ver- 
folgt man die Lagen diefer Geraden im Raume, fo bilden diefe im Raume eine geradlinige 
Fläche C und im Körper eine zweite geradlinige Fläche C'. Beide Flächen berühren {ich zur 
Zeit t in einer einzigen Geraden  eben der Momentanachfe. Nach einem Zeitelement dt 
werden durch Schraubung zwei andere Geraden C2 und C2' der beiden Flächen zur Deckung ge- 
bracht. Bei der Elementarbewegung rollt und gleitet (fchrotet) daher die Fläche C' über die Fläche C. 
Durch die Flächen C und C' ili die Bewegung des Körpers charakteriüert. Für die ebene 
Bewegung lind diefe Zylinderflächen, deren urchfchnitte mit der Ebene die Kurven der
        

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