Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Glas und Metall als Baustoff
Person:
Arbeitsgemeinschaft für Deutsche Handwerkskultur Sonderausstellung Die Neue Küche <1928, Berlin> Architektenvereinigung Der Ring
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3197252
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3197683
G 
AS 
L 
BESTANDTEILE 
DES 
GLASES 
DES 
MOSAIKS 
1. GLAS besteht in der Hauptsache aus einer Mischung von Quarzsand mit Marmor- 
mehl oder Minium, Pottasche und Soda, die bei einer Temperatur von 1300 bis 
16000 zusammengeschmolzen wird. Das geschieht in der Hütte im Glasofen, inner- 
halb dessen der "Hafen", ein Schamottegefäß, die Glasmasse enthält. Ein Ofen 
umfaßt in der Regel gleichzeitig eine Anzahl von Häfen, die von außen durch eine 
Öffnung im Ofen zugänglich sind. 
Je nach Zusammensetzung der Grundstoffe kann man bleifreies, schwerer schmelz-_ 
bares, oder aber bleihaltiges, wegen seines Glanzes besonders zum Schliff geeig- 
netes Glas erzielen. 
Das fertige und erkaltete Glas kann durch Erhitzen mittels hoher Temperaturen 
wieder biegsam gemacht oder geschmolzen werden. 
2. MOSAIK besteht aus einem getrübten, alkalireichen Glas, das durch Hinzufügen 
von Metalloxyden bestimmte Färbungen erhält. Es wird im Hafenofen bei einer 
Temperatur von 1250 bis 18000 Celsius geschmolzen, dann zu 10 mm bzw. 5 mm 
starken Platten in etwa Tellergröße gepreßt und innerhalb mehrerer Tage langsam 
abgekühlt. Man zählt 18000 bis 14000 farbige Tönungen. 
Die fertigen Platten werden mit Stahlrädern in größere Stücke zerschnitten, diese 
wiederum mit Spitzhammer und Meißel in kleine Steinchen gespalten. 
Bei 10 mm starken Platten wird die muschelige Bruchfläche als Oberfläche ver- 
wendet, bei 5 mm starken die Preßfläche. 
Gold- und Silbermosaik besteht aus echtem Blattgold bzw. Blattsilber, das zwischen 
zwei durchsichtigen, zusammengeschmolzenen Glasschichten liegt, und zwar unter 
einem papierdünnen Deckglas und über einem 8 bis 4 mm dicken Glaskörper. 
Hierzu werden große Glasballons mit einer Wandstärke von ca. 0,5 mm im Höchst- 
maß geblasen. Diese Ballons werden in Täfelchen von ca. 85 X 85 mm geteilt, auf 
die dann das Blattgold (-silber) aufgelegt wird. Die so belegten Täfelchen werden 
bis zur Rotglut erhitzt, kommen dann mit der unbelegten Seite nach unten auf eine 
Presse, auf die gleichzeitig flüssiges Glas über die Täfelchen, und zwar über die 
Gold- (Silber-) Seite gegossen wird. 
Darnach wird das Ganze zu runden Platten gepreßt, die wie die farbigen Mosaik- 
platten im Laufe mehrerer Tage langsam abkühlen. Alsdann werden die Platten 
nach Abschneiden der nicht mit Gold oder Silber belegten Ränder wie das farbige 
Mosaikmaterial weiter behandelt. 
Durch die verschiedenartige Färbung des Ballons oder Deckglases erzielt man die 
verschiedensten Gold- und Silbertönungen (rund 2000 Tönungen).
        

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