Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Hebelarm bis Mass
Person:
Lueger, Otto Frey, Ernst
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3188643
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3189738
Holzrot 
Konferenzbefchlüffen [3] follen die einfchnittigen verwendet und die Scherfeftigkeit foll fowohl 
radial als auch tangential zu den Jahresringen ermittelt werden. Der Angriff der Belallung 
foll in beiden Fällen von Hirn (Querfchnittsfläche des Stammes) aus erfolgen. Beeinträchtigt 
wird das Ergebnis ftets dadurch, daß die unter den Scherbacken liegenden Holzteile zer- 
drückt werden, fo daß die Backen in die Probe eindringen und der auf Abfcheren beanfpruchte 
Querfchnitt (ich vermindert. Die Eindrucktiefe bleibt unberücküchtigt, und die Scherfpannung 
wird aus der Höchftlalt und dem urfprünglichen vollen Querfchnitt berechnet. Nach den Kon- 
ferenzbefchliiffen follen die Scherbacken nicht über 1 cm breit fein und ihre Angriffsflächen 
fenkrecht zur Kraftrichtung ftehen, alfo nicht mefferartig abgefchrägt fein. Die Breite der Proben 
(Scherfläche) foll bei radialem Schnitt nicht über 5 cm, bei tangentialem Schnitt nicht über 3 cm 
betragen, ihre Länge in der Kraftrichtung foll gleich der vierfachen Breite der Scherbacken fein. 
Von wefentlichem Einfluß auf die Ergebniffe der Feftigkeitsverfuche mit Holz ift neben 
den Wachstumverhältniffen (Jahresringbreite, Raumgewicht)     [25] und der Form 
der Proben die Gefchwindigkeit, mit der die Belaltung gefteigert wird   die Lagerdauer 
nach dem Fällen    [23] und der Feuchtigkeitsgehalt des Holzes     
Dem Einfluß der Belaftungsgefchwindigkeit ilt zur Erzielung vergleichbarer Ergebniffe dadurch 
Rechnung zu tragen, daß man die Belaftung in der Zeiteinheit um gleichviel fleigert  nach 
den Konferenzbefchlüffen [3] in der Minute um 20 kglcmz  und die bleibende Formänderung 
erft dann feftltellt, wenn fie während einer Minute Entlaltungsdauer keine Abnahme mehr zeigt. 
Der Einfluß der Lagerdauer nach dem Fällen fcheint innerhalb eines Jahres beendet zu fein; 
er äußert tich in Zunahme der Fetligkeit und Abnahme der Biegungsarbeit. Mit wachfendem 
Feuchtigkeitsgehalt nimmt die Fertigkeit ab; daher empfiehlt es fich, die Verfuche an luft- 
trockenen Proben auszuführen, ihren Feuchtigkeitsgehalt feftzuftellen, 1207„ als Normalfeuchtig- 
keitsgehalt anzunehmen und die Beobachtungswerte auf ihn umzurechnen, foweit die Verhält- 
nifle über den Einfluß des Feuchtigkeitsgehaltes bereits erforfcht find. 
II. Die Beftimmung des Feuchtigkeitsgehaltes, ausgedrückt in Hundertteilen des voll- 
ftändigen Trockengewichtes, foll möglichft an den ganzen Feftigkeitsproben erfolgen oder, wenn diefe 
zu groß find, an 2-5 cm dicken Scheiben, die möglichft nahe der Bruchftelle quer zur Probe 
zu entnehmen find. Die Trocknung ift bei 95-98" fo lange fortzufetzen, bis keine größeren 
Gewichtsunterfchiede als 0,3070 des Trockengewichtes mehr feftzuftellen find. Ueber die Er- 
mittlung des abfoluten Trockengewichtes an zerkleinertem Holz f.     
III. Das Raumgewicht wird entweder aus dem Gewicht und den Abmeffungen fauber 
bearbeiteter, rißfreier Proben berechnet oder mittels Eintauchverfahrens (Friedrichfches 
Präzifionsxylometer) [27] nach der verdrängten Waffermenge beftimmt. Dünne fcheiben- 
förmige Proben find hierbei durch Beftreichen mit Leinöl oder durch Eintauchen in eine Löfung 
von Paraffin und Benzol gegen Walferaufnahme zu fchützen. Die hierbei eintretende Volumen- 
änderung ift fo gering, daß fie nicht in Rechnung gezogen zu werden braucht. 
IV. Das Schwinden und Quellen des Holzes bei Aenderung feines Feuchtigkeitsgehaltes 
wird entweder an Stücken beliebiger Form mittels Eintauchverfahrens oder durch Berechnung 
aus den Längenänderungen prismatifcher Proben fenkrecht und tangential zu den Jahresringen 
jowie längs zum Stamm ermittelt. Die Gewichtsveränderungen find ebenfalls feftzuttellen. An 
feder der fechs Prismenflächen find in deren Mittellinien zwei Meffungen auf 0,1 mrn vor- 
zunehmen, und zwar lind feftzultellen entweder die Gefamtlängen der Mittellinien an forgfältig 
bearbeiteten Prismen oder die Größe befonderer durch Strichmarken oder eingefchlagene Stifte [13] 
abgegrenzter Meßlängen. Ueber den Verlauf des Schwindens mit abnehmendem Feuchtigkeits- 
gehalt f.   
Literatur: [1] Rudeloff, Ein Beitr. z. Vereinheitl. d. Verf. z. Prüf. v. Holz, Mitt. a. d. techn. 
Verfuchsanft. z. Berlin 1901, S. 270.  [2] Hadek u. Janka, Unterfuch. über d. Elaltiz. u. 
Feftigk. d. öfterr. Bauholzes, 1. Fichte Südtirols, S. 50, Wien 1900.  [3] Rudeloff, Aufftell. 
einheitl. Meth. f. d. Prüf. v. Holz, Ber., vorgel. d. Internat. Verb. f. d. Materialprüf. d. Techn., 
Brüffel 1906; f. a. Rudeloff, Mitt. a. d. Materialprüfungsamt 1907, S. 2.  [4] Johnfon, Progress in 
timber physic. 1898, Zirkular 18, S. 6.  [5] Martens, Handb. d. MaL-Kde, S. 110, 1898.  
[6] Fernow, Allg. Forft- u. Jagd-Ztg. 1898, S. 373.  [7] Schwappach, ebend. S. 414.  [8] Rudeloff, 
Der heut. Stand d. Holzunterfuch. u. d. Vereinheitl. d. Prüfungsvert, Mitt. a. d. techn. Verfuchsanft. 
zu Berlin 1899, S. 180.  [9] Wijkander, Unterfuch. d. Fettigkeitseigenfch. fchwed. Holzarten, 
Göteborg 1897.  [10] Tetmajer, Mitt. d. Materialprüfun sanft. am fchweiz. Polytechn. in Zürich, 
Heft 2, 1896.  [11] Baufchinger, Mitt. a. d. mechßtechmäabor. d. Techn. Hochfch. zu München, 
Heft 9.  [I2] Johnfon, Timber Physics, Teil 1, Wafhington 1892.  [13] Rudeloff, Mitt. a. d. 
techn.Verfuchsanl't. zu Berlin 1889, Ergänzungsheftß.  [14] Warren,Austra1ianTimbers, Sydney1892, 
S. 14.  [15] Nördlinger, Die techn. Eigenfch. d. Holzes, 1860.  [16] Rudeloff, Verf. m. afrik. 
Hölzern, Mitt. a. d. techn. Verfuchsanft. z. Berlin 1895, S. 133.  [17] Föppl, Druckfeftigk. d. 
Holzes quer z. Fafer, München 1904.  [18] Lang, Das Holz als Bauftoff, Wiesbaden 1915; Zeitfchr. 
f. Arch.- u. Ing.-Wefen 1913, S. 106.  [19] Trauer, „Eifenbau", Juli 1919.  [20] Stamer, Mitt. 
a. d. Staatl. Materialprüfungsamt 1920, Heftl.  [21] Baumann, Mitt. üb. Forfchungsarb., Heft 231.  
[22] Janka, Zeitfchr. d. Oefterr. Ing.- u. Arch.-Ver. 1907, S, 565.  [23] Wijkander, Baumat.-Kde. 
1904, S. 54.  [24] Cieslar u. Janka, Zentralbl. f. d. gef. Forftwefen, Wien 1902.  [25] Dörr, 
Deutfche Bauztg. 1910 v. 17. Augult.  [26] Schild, Mitt. a. d. Techn. Verfuchsanft. 1886, S. 103.- 
[27] Zentralbl. f. d. gef. Forltwefen 1894, S. 52. v [28] Rudeloff, Mitt. a. d. Techn. VßrfuthSällß- 
1899, S. 209. Rudeloff 
HOIZTOI (S 31110 l)  roter Farblack. Zu feiner Darftellung verfetzt man Fernambuk- (Rot- 
holz-)Abkochung mit Zinnchlorid, filtriert den Niederfchlag ab und löft ihn in Ammoniak. 
Die breiige Löfung wird mit Gummiarabikum, Zucker und Weizenrnehl fo weit verdickt, daß 
tie {ich in Stengel formen läßt. Budrerer
        

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