Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Hebelarm bis Mass
Person:
Lueger, Otto Frey, Ernst
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3188643
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3197055
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Manganborate 
Mangarmitrat 
Manganborate. Man kennt ein Ortho-, ein Meta- und ein Tetraborat. 
Das Tetraborat gewinnt man durch Eintragen von Mangankarbonat in gefchmolzenes Borfaure- 
anhydrid, dabei bilden fich 2 Schichten. Die untere zerfällt bei der Behandlung mit Waffer, in dem 
die Kriitalle von Tetraborat ungelöft bleiben. Das Manganoborat hat wechfelnde Zufammenfetzung 
und dient als S i kkativ   Manganborate dienen auch als Katalyfatoren bei Saueritofibädern. 
Literatur: Ullmann, Enzykl. d. techn. Chemie, Berlin 1914 ff. Mezger 
Manganchlorür, Manganochlorid, Mn C12, bildet wafferfrei eine rofen- 
rote Maffe, die bei der Chlordarftellung aus Braunitein und Salzfäure (Deac0n- 
Prozeß) aus der Lauge gewonnen wird. 
Manganchlorür findet als Katalyfator Verwendung, um aus Chlorwafferftoff Chlor zu ent- 
wickeln, und in der Druckerei zur Herftellung des Manganbifters (Manganbifter, Mineralbiiter 
oder Manganbraun iit eine Erdfarbe, die als Manganoxydhydrat in der Natur gefunden wird; 
Manganbifter für Druckzwecke wird aus Kaliumbichromat, Manganchlorür und Natriumazetat 
erzeugt). Manganchlorür wird auch als Reizdüngemittel verwendet. Mezger 
Manganfarben, fowohl natürlich als Erdfarben (Umbraun, Braunftein, 
Kaftanienbraun, Samtbraun, Mahagonibraun ufw.) vorkommende als auch künitlich 
dargeitellte chemifche Verbindungen des Mangans. 
So das Manganweiß, das Mangangrün, auch Rofenitiehls Grün oder Böttgers Barytgriin, 
das Manganoxydulgrün, das Mariganviolett, die iich alle durch große Beltändigkeit auszeichnen. 
Mangangrün (Böttgers Grün, Rofenftiehls Grün), zeichnet {ich durch 
große Unveränderlichkeit aus. 
Nach Rofenftiehl werden 4 T. Aetzbaryt, 2 T. feingepulverter fchwefelfaurer Baryt und 
1], T. Manganoxyd gemengt, angefeuchtet, zu dunklem Rotglühen erhitzt, in Iiedendem Waffer 
ausgelaugt und unter einer Glocke, unter der in Schalen Schwefelfäure und Aetzkalk aufgeftellt 
lind, getrocknet. Böttger ftellt zunächlt manganfaures Kali durch Schmelzen von 2 T. Aetzkali 
und 1 T. Kaliumchlorid und 2 T. reinem Braunfieiri her und verfetzt die Löfung mit der Löfung 
eines Barytfalzes; der violette Niederfchlag wird mit Waffer gewafchen, mit afr-l T. feines 
Gewichtes Aetzbaryt zufammengerieben, das Gemenge in einer Kupferfchale zu fchwacher 
Rotglut erhitzt, mit Waffer gewafchen und getrocknet. .1. K. Ande: 
Manganin, tiefbraune Körperfarbe, auch zu Buchdruckfchwärze geeignet, 
bei der Regeneration im Weldon-Prozeß erhaltenes Manganhyperoxyd. 
Manganin, zu elektrifchen Widerftänden vielfach benutzte Metallegierung aus Kupfer 
284010), Mangan (l2olo) und Nickel (4 ojo). Spezififcher Widerltand:O,43. Wideritandszunahme 
ür 1" (für Temperaturen zwifchen 0" und  Spez. Gew.  Holzt 
Manganit, Braunmanganerz, Mineral, Manganhydroxyd, Mn, 03'H20, 90 MngOa 
mit 62,5 Mn. Rhombifch; meift derb, faferig-itrahlig oder dicht. Eifenfchwarz, oft bunt an- 
gelaufen, Strich braun, undurchfichtig, metallglänzend; fpröde; Härte 31[3_4 oder weicher; 
pez. Gew. 4,3-4,4; löslich in Salzfäure unter Chlorentwicklung; von Schwefelfäure wenig an- 
gegriffen. Gibt bei 200" Waffer ab und geht in Braunftein über, fchmilzt nicht. Dient zur 
Heritellung von Glafuren, Email und Glasmalereien. Brduhdufer 
Manganlegierungen fpielen in der Technik eine beträchtliche Rolle. Die wichtigeren 
feien nachfolgend kurz aufgeführt: Spiegeleifen und Ferromangan lind Eifenmangan- 
legierungen, die im Hochofenprozeß hergeftellt werden. Das Spiegeleifen enthält bis 
zu 20010, das Ferromangan über 200g, und bis zu 80 "[0 Mangan. Beide Legierungen finden 
bei der Veredelung des Stahls Anwendung. 
Zu Kupfer werden häufig unter einem Prozent liegende Manganmengen hinzugefügt, 
um es von Oxyden zu befreien. 
Manganantimon enthält über 10"[0 Antimon und kann wie das Zereifen als pyrophore 
Legierung Verwendung finden  Nr. 224 231). 
Manga nbronzen find Kupferlegierungen, die bis zu 1205 Mangan enthalten und beffer 
als Mangankupfer bezeichnet werden. Mangankupfer mit bis zu 601„ Mangan behält auch 
bei hohen Temperaturen eine gute Feltigkeit, weshalb es insbefondere für Stehbolzen bei I.o- 
komotivkeffeln Verwendung findet. 
Man ganin (Manganwiderftandsmetalle) find Kupferlegierungen, die neben Kupfer noch 
Eifen, Mangan und Nickel enthalten und {ich durch hohen elektrifchen Widerttand auszeichnen. 
Manganaluminiumkupferlegierungen (l-leuslerfche Legierungen) {ind ma- 
gnetifch und enthalten häufig noch Antimon, Ar en, Zinn oder Wismut. 
Manganmeffing und Manganhartmeffing enthalten teilweife an Stelle des Zinns 
Mangan. Sie find ebenfalls fehr fett und hart.  
Mangannickel enthält bis zu Qöojo Nickel und zeichnet iich durch einen hohen elek- 
trifchen Widerftand aus. 
Literatur: Heusler, Z. angew. Ch. 17, 260 (1904); Heusler, R., u. Richart, F., Z. anorg. Ch. 
61, 265 (1908); Ullmann, Enzykl. d. techn. Chemie, Berlin 1914 ff.; Roß, A. D., u. Gray, R. C., 
Z. anorg. Ch. 63, 349 (1909).  Mvzger 
Manganlinoleat, fälfchlich „Manganoleat' genannt, iii eine amorphe Maffe, die durch 
Zufammenfchmelzen von Leinöl mit Braunftein, reinem Mangandioxyd oder Mariganborat unter 
Mitverwendung von Aetznatron (zur Verfeifung des Leinöls) hergettellt wird. Es dient als Sikkativ. 
Mangannitrat, Manganonitrat, MIIUVOQZ, bildet wafferfrei weiße Kriftalle und 
wird hergefrellt durch Auflöfen von Mangankarbonat in Salpeterfäure. Es dient zur l-lerftellung
        

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