Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Hebelarm bis Mass
Person:
Lueger, Otto Frey, Ernst
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3188643
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3196420
Löfdzpfanne  "Löslidzkeit 
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vollends gelöfcht, und das überfliiffige Waffer verdunliet oder vertickert. Erfolgt das Einfumpfen 
in frifch ausgeworfenen und nicht ausgemauerten Gruben, fo erreicht man dadurch, daß die 
löslichen Salze, die fpäter zu weißen Ausblühungen des Mauerwerks Veranlaffung geben 
können, in die Erde verlickern. Der anfangs ziemlich dünne Brei verdickt {ich allmählich, ohne 
daß ein Setzen der Maffe eintritt, und zum Schutz gegen die Einwirkung der in der Luft vor- 
handenen Kohlenfäure wird er am beften mit einer Sandfchicht überdeckt, da er fonft an der 
Oberfläche durch Umbildung in kohlenfauren Kalk eine Raumverminderung erfahren und Riffe 
erhalten würde. Zur Mörtelbereitung (f. Mörtel) wird die jedesmal erforderliche Menge aus 
der käfigen Maffe herausgeftochen. Wendet man vor Herttellung der Kalkmilch beim Löfchen 
des Kalkes zu wenig Waffer an, fo bildet {ich zwar auch Kalkhydrat als Pulver, aber der Kalk 
„gedeiht' nicht. Solcher Kalk fühlt (ich, mit Waffer zu einem Brei angerührt, fandig an: die 
Maurer nennen dies das ,Verbrennen' des Kalkes. Wird dagegen zu viel Waffer verwendet, fo 
wird der Kalk ,erfäiift'. Als praktifche Regel gilt: auf ein Gewichtsteil gebrannten Kalk 2--3 
Gewichtsteile Waffer zu verwenden. Dabei erhält man aus 100 kg gebranntem Kalk durch- 
fchnittlich 300-350 kg Kalkbrei. 
Das Löfchen von magerem und hydraulifchem Kalk gefchieht vielfach in der Weife, daß 
man den gebrannten Kalk in etwa fauftgroße Stücke zerfchlägt und diefe in einem weitmafchigen 
Drahtkorbe fo lange in Waffer taucht, bis die Oberfläche zu fprudeln beginnt, worauf der 
Inhalt des Korbes in einen Kalten gefchüttet wird. Nach erfolgter Dampfeniwicklung, die hier 
für die Arbeiter fehr läflig werden kann, iti der Kalk zu Staub zerfallen, kühlt {ich allmählich 
ab und muß bis zur Verwendung für die Mörtelbereitung durch Matten oder eine 10-20 cm 
{tarke Sandfchicht abgedeckt werden. Der mit diefem Kalk zubereitete Mörtel itt weniger" fett, 
aber ausgiebiger und etwas hydraulifch. Für die mageren und hydraulifchen Kalke wird jedoch 
in der Regel das Trockenlöfchen angewendet, das darin befteht, daB der Kalk auf einem 
Bretterboden mit fo viel Sand, als zur Mörtelbereitung erforderlich itt, umgeben und dann bis 
zum Zerfallen befpritzt wird, worauf er unter Zufchütten von Waffer mit dem Sande vermengt 
und noch warm als ganz {ieifer Mörtel vermauert wird.  Eine andere Art des trockenen Löfchens 
iti die, daß man den Kalk, gewöhnlich Graukalk, in Haufen von 1 m Breite und etwa gleicher 
Höhe zufammenlegt, ihn mit einer Sanddecke abdeckt und auf diefe mit Gießkannen möglichlt 
gleichmäßig Waffer fchüttet  Auch Schichten von 5-6 cm Höhe können aus den gebrannten 
Kalkftücken hergefiellt werden, die einzeln, folange der Kalk noch das Waffer anfaugt, zu be- 
gießen find, worauf der ganze Haufen ebenfalls mit Sand überdeckt wird  Unter der Sand- 
decke zerfallen die Kalkftücke in beiden Fällen zu feinem Kalkhydratpulver, das unmittelbar 
zur Mörtelbereitung benutzt werden kann. Das I-lertiellen von Kalkbrei und von trocken ge- 
lölchtem Kalk gefchieht neuerdings auch im Großen auf mafchinellem Weg; hierzu dienen eine 
Reihe von Spezialmafchinen   
Literatur: Handb. d. Arch., Teil I, Bd. 1, S. 121, 125-127; Gottgetreu, Baumaten, S. 202 u. 
217, Berlin 1875.  [1] Panzer, Bereit. d. Mörtels aus hydraul. Kalk, 1852.  [2] Manger, Hilfsb. 
z. Anfertig. v. Bauanfchlägen, 4. Aufl., von R. Neumann,  Berlin 1879; Gerhardt, Bau- 
tioftkunde, Leipzig 1912; Eifemann, Fr., Kalklöfchen, Berlin 1925.  [3] Gary, Die fabrikmäß. 
l-Ierliell. v. Kalkbrei u. trocken gelöfcht. Kalk, Berlin 1922. Göller 
Lofchpfanne (Löfchkalien), Mörtelkaften zum Ablöfchen des Kalks auf naffem Wege. 
Lofen, im Bergbau: 1. die Waffer ableiten und frifche Wetter (Luft) zu- 
führen; z. B. ein Grubenfeld durch einen Stollen löfen; daher die Bezeich- 
nungen Wafferlofung oder -löfung und Wetterlofung; 2. bei der Arbeit ablöfen. 
Loskorb. In den meiften Fällen müffen beim Bergbaubetriebe die Produkte 
im Schachte von mehreren, verfchieden tief liegenden Sohlen bis zu Tage ge- 
fördert werden. Die Fördermafchine (f. Schachtförderung) iti daher mit 
einer Einrichtung verfehen, die es gefiattet, die Seillängen fchnell zu verkürzen 
oder zu verlängern, wenn von einer andern Sohle gefördert werden foll. Es iit 
nur einer der Seilkörbe auf der Welle dauernd beteiligt, während der zweite, 
der Loskorb, leicht von der Welle gelölt (ausgerückt) werden kann. 
Auch bei der Brenisberg- und l-Iafpelförderung (f. d.) wird für verfchiedene 
Anfchlagfohlen der Loskorb angewendet. Das Aendern der Seillängen für eine andere Tiefe 
nennt man Abfchließen, Umfchirren, Umlegen der Seile, imOberharz auchSpannen. 
Das Verfahren ift das folgende: Das Gefäß am Seile des Loskorbes wird auf die Hängebank 
eftellt und der Loskorb mittels einer Bremfe (Abfchließbremfe) fettgettellt. Dann wird feine 
glerbindung mit der Welle bzw. dem feften Korbe gelölt und nun das an dem Seile des letz- 
teren befindliche Gefäß auf die neue Sohle gerückt. Darauf wird der Loskorb wieder mit der 
Welle verbunden, und das Fördern von der neuen Sohle kann beginnen. Treptow 
Löslichkeit. Das Produkt aus den Konzentrationen der Ionen nennt man 
das Ionenprodukt oder auch Löslichkeitsprodukt, und fomit itt die Kon- 
zentration des nicht diffoziierten Teiles proportional dem Ionenprodukt. 
In einer gefättigten Salzlöfung itt bei beliimmter Temperatur die Konzentration des nicht 
diffoziierten Teiles und damit auch die des lonenproduktes konftant, weil der nicht diffoziierte 
Teil mit dem am Boden der Löfung liegenden Salz, dem Boden körp er, {ich im Gleichgewicht 
befindet, derart, daB in gleichen eilen gleichviel undiffoziierte Salzmoleküle aus dem Boden- 
körper in die Löfung übertreten, als umgekehrt von diefem angezogen wieder zum Boden- 
körper zurückkehren.
        

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