Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Hebelarm bis Mass
Person:
Lueger, Otto Frey, Ernst
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3188643
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3196171
734 
Lokalbahnen 
Lokomotivbekohlungsanlagen 
Literatur: Heinzerling, Die Brücken in Eifen, S. 490, Leipzig 1870.  Mehrtens, Der 
deutfche Brückenbau im XIX. Jahrh., S. 27, 29, Berlin 1900. Ilttelan 
Lokalbahnen iind regel- oder fchmalfpurige Bahnen für den öffentlichen 
Perfonen- und Güterverkehr (oder eines von beiden) von örtlich befchränkter 
Bedeutung mit oder ohne Wagenübergang auf Haupt- und Nebenbahnen, als 
deren Zubringer {ie oft eine Rolle fpielen; bei Schmalfpur wird der Wagen- 
übergang manchmal durch Umfetzvorrichtungen (z. B. Rollböcke) ermöglicht. 
Sie werden mit eigenem Bahnkörper oder unter Mitbenutzung von Straßen gebaut. Fahr- 
gefchwindigkeit in der Regel nicht größer als_ 30 kmlst. In technifcher Beziehung durch die 
,Grundzüge für den Bau und die Betriebseinrichtungen der Lokaleifenbahnen" (Grz) des 
Vereins Deutfcher Eifenbahnverwaltungen von 1909 umfchtieben. Sie unterliegen in Deutfch- 
land lediglich der Gefetzgebung und Aufiicht der Länder. Reuleaux 
Lokaliarbe, in der Malerei die Naturfarbe des Gegenitandes, abgefehen von den durch 
die Beleuchtung hervorgerufenen Verfchiedenheiten der Farbe und Helligkeit. 
L0-k80, Chinagrün, ein in China durch Auskochen der Rinde von Rhamnus utilis 
und Rhamnus chlorophorus gewonnener und zum Grtinfärben von Baumwolle und Seide ver- 
wendeter Farbftoff. Die Farbe entwickelt {ich erft an der Luft, und zwar nimmt angeblich nur 
die dem Licht ausgefetzte Seite des Gewebes die Farbe an. Der Farbftoff {cheint der Eifen- 
magnefiumkalklack eines phenolartigen Farbftoffes zu fein. In der Färbereipraxis wird er nicht 
mehr angewendet. 
Literatur: Schützenberger, Die Farbitofie, Berlin 1873.   Budlerer 
Lokomotivbekohlungsanlagen ünd, foweit fte mechamfch betrieben werden, 
infofern eine Folge des ftetig zunehmenden Zugverkehrs, als die Forderungen 
an eine {chnelle Kohlenverforgung der Lokomotiven erheblich gegen früher 
gewachfen tind, und weil die Vermehrung der Kohlertbühnen mit von Hand 
betätigten Kranen u. dgl. durch die mit ihnen zugleich tteigende Zahl von 
Kohlenladern meift unzweckmaßig ift; vgl. Greifer, Haufenlager, Hoch- 
behälter, Kipper, Konveyor, Maffentransport, Schiffsbekohlung, 
Silo und  
Der Bau von Lokomotivbekohlungsanlagen erfordert außer Berückfichtigung der örtlichen 
Verhältniffe ein eingehendes Studium der beftehenden Betriebsverhältniffe und deren zukünftigen 
Erweiterung.  Fur den Bau einer Bekohlungsanlage tind zunächtt folgende Punkte zu berück- 
tichtigen  1. Die Bekohlung einer Lokomotive muß in 5-10 Minuten gefchehen. 2. Die 
Bekohlung foll auf einem Gleife erfolgen, das von allen Gleifen des Bahnhofes bequem und 
fchnell erreicht werden kann. 3. Vorteilhaft läßt {ich die Bekohlung mit der gleichzeitigen 
Einnahme von Waffer (bzw. Sand) vereinigen. 4. Die Kohle muß der Lokomotive abgewogen 
zugeführt werden, die Gewichte müffen felbtitätig verzeichnet und nachgeprüft werden können. 
Außer diefen allgemeinen Bedingungen kommen aber noch bemerkenswerte andere Rück- 
{ichten hinzu, die veranlaßt find durch die Notwendigkeit, große Kohlenvorräte anzu- 
legen, und hierbei bilden die phytikalifchen Eigenfchaften der Kohle und die Einrichtung einer 
zuverläffigen, überiichtlichen und billigen mechanifchen Förderung die wefentlichen Getichts- 
punkte, die zu berückiichtigen find. Dadurch ergeben {ich noch als weitere Bedingungen: 
5. Die Kohlen miiffen vor Licht, Luft, Wind und Näffe gefchützt liegen, da {ie {ich {onft fchneller 
zerfetzen und entwerten. 6. Die Kohlen müffen fo gelagert fein, daß die Selbftentzündung 
nach Möglichkeit ausgefchloffen iit. Für den Fall aber, daß ein Brand an einem Punkte 
ttaltfindet, muß der Herd in enge Grenzen befchränkt und eine zuverläffige Einrichtung 
getroffen werden, um den Brand {icher und {chnell löfchen zu können. 7. Die Kohle foll fo 
gefchützt liegen, daB kein Kohlenitaub die Bahnhofsanlage verunreinigen kann. 8. Die Kohle 
muß fo unter Autficht und Verfchluß lagern, daß Kohlendiebltähle ausgefchloffen erfcheinen. 
9. Die Kohle, die auf Lager und vom Lager geht, muB gewogen 
werden können. 10. Die Betriebsbedingungen werden mit der Zeit dky 
das Entladen der Kohlenwagen mittels Selbftentlader (f. d.) not-   
wendig machen. Hierzu iind die Züge entweder über ein Hochgleis  
hilft 
 A.  
     Dm i:  {L i! "U5 
 11 i NS -  "L  X 
 I2  l    an  W 
i s I ilz l q   t 
"M"  Ü" i! ,     mit" 
II n; ll II n; r   M.   n: 
      
li  i;    z;  2a gii; z: ,Y a:  y!" Äsilalltm t 
trJsu  ä  ö  
Fig. 1. Lokomotivbekohlungsanläge nach Marcus. ' 
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.