Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Hebelarm bis Mass
Person:
Lueger, Otto Frey, Ernst
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3188643
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3194398
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K riegstelegraph 
mittels einer Spiegelanordnung nach der Gegenttation geworfen. Eine Blende verhindert in der 
Ruhe den Austritt des Lichtes. Mit einer Telegraphiertatte wird die Blende geöffnet und gefchloffen 
und damit die Abgabe kurzer und langer Lichtblitze in Zeichen des Morfealphabets ermöglicht. 
Die Verwendung ungedämpfter Wellen. Die zunehmende Zahl der Funken- 
Ilationen am Boden und in der Luft brachten fo zahlreiche Störungen des Betriebes mit tich, 
daß feine ordnungsmäßige Abwicklung in Frage gettellt wurde. Störungen benachbarter Sta- 
tionen waren felbft bei größeren Wellenunterfchieden nicht zu vermeiden, da auch nicht ab- 
gettimmte Antennen bei jedem Impuls angettoßen werden. Abhilfe wurde gefchaffen durch die 
Einführung der Kathodenröhren zur Erzeugung ungedämpfter Schwingungen, die Wellen Jeder 
Größe von abfoluter Gleichmäßigkeit liefern und damit größte Abftimmfchärfe und Störungs- 
freiheit gewährleiiten. Schneller Wellenweclifel ift möglich. Bei Verwendung der Kathoden- 
röhrenfender kann man mit 
n Q Ab wie 0 an geriägerASfhwingungfenergie 
 5 SVQ,  m in er n enne aus ommen, 
1 J  [Vf ä '02: 9'  S", namentlich wenn an_der Emp- 
  .  9 Q f fangsltelle die eintreffende 
i! r o!  3 Energie ebenfalls durch Katho- 
  w,  tww .1 1:,      denrohren vertlarkt wird. lieber 
r  p 3.„  m  dieTheorie derKathodenrohren 
 l ' i  41'. f. Telegraphie ohne Draht. 
g f '  9.   2  g Fig. 11 ttellt einen kurz vor 
im i:  N i  ggf-f  A,  Kriegsfchluß  Betrieb ge- 
   Wim?   l nommenen Rohrenfenderemp- 
 40  J, 9',   fanger dar, der zum Senden 
 r.  1' b 0 1   eineKathodenrohrevonlOWatt, 
  zum Empfang zweit) Kathoden- 
 röhren und einen reifachlaut- 
 ' 1  l ff W f,   iäißiikrs. "sigma  
r        l  ein 
 rhjäd (f g   i ttetig veränderlichen Wellen- 
        , bereich von 300 bis K50 m. Die 
  .        gefamte Apparatur i in einem 
. Kalten von 40f21j33 cm unter- 
Fig_ll_ gebraclötk urgd hat sin Gewicht 
von 10, g. ei der erwendun 
als Flugzeugtlation wurde mit hängender Antenne von 35 m eine Reichweite von 250 km unä 
mit der fett in das Tragdeck eingebauten Antenne eine folche von 50 km erzielt. In einem zu- 
künftigen Kriege itt ausfchließlich mit der Verwendung von Röhrenfendern und -empfängern für 
den drahtlofen Nachrichtendienft zu rechnen. 
Meldehunde und Brieftauben. Wenn alle telegraphifchen Naclirichtenmittel ver- 
fagten oder folche nicht zur Stelle waren, wurde der Nachrichtendienlt durch Meldehunde und 
Brieftauben aufrechterhalten. Hunde und Tauben haben {ich bald an das Kriegsgetöfe und die 
Pulvergafe gewöhnt und haben unbeirrt hierdurch wertvolle Dienfte geleitlet. 
III. Die drahtlofe Telegraphie in der Kriegsmarine. In der Hauptfache kamen Löfch- 
funkenfytteme und Syfteme für ungedämpfte Schwingungen der C. L0renz-A.-G. (Poulfen- 
Lorenz-Syttem) zur Verwendung (vgl.Telegraphie ohne Draht). Meitt waren die größeren 
Schiffe mit Syttemen beider Art ausgerüftet. Zum mindeften war der Empfänger für die Auf- 
nahme von gedämpften und ungedämpften Wellen eingerichtet. Befonderes Intereffe verdient 
eine Station, die in erlter Linie als Referveltation dienen follte, aber fo eingerichtet itt, daß tie 
bei einer Landung fofort an Land gebracht und dort in wenigen Minuten betriebsfertig auf- 
geftellt werden kann. Größere Kathodenröhrenftationen tind in der Marine während des Krieges 
in nennenswertem Umfange nicht mehr zur Verwendung gekommen. Gute Dienfte hat ein von 
der C. Lorenz-A.-G. konttruierter Zufatzapparat für Tonempfänger geleittet, der zum Empfang 
ungedämpfter Wellen mittels Kathodenröhren dient und gleichzeitig als Notfender für geringe 
Energie benutzt werden konnte. 
Torpedobootftationen. Große Torpedoboote waren mit Sendern für 2 kW und 
kleine mit Sendern für 1 oder 0,5 kW Antennenenergie ausgerültet. Es wurden nur tönende 
Funken verwendet. Sender und Empfänger waren in einem fchalldichten Raume bei einigen 
Booten unter, bei andern auf Deck untergebracht. Kleine Boote waren mit einem, große Boote 
mit zwei Empfängern ausgerütlet. Der Wellen- und Tonbereich der Stationen war groß und tletig 
veränderbar. Als Antennen wurden für große Boote eine T- und eine L-Antenne von 600 oder 
800 cm Kapazität und für kleine Boote eine T- oder L-Antenne von 600 cm Kapazität verwendet. 
Unterfeebootftationen. Für die Unterfeeboote mußten die funkentelegraphifchen 
Geräte noch enger gruppiert werden als in den Torpedobooten. Die Sender der U-Boote geben 
etwa 0,5 kW Antennenenergie; der Wellen- und Tonbereich itt ebenfalls groß und ftetig ver- 
änderbar. Als Antennen kamen T- oder L-Antennen von etwa 500 cm Kapazität zur Verwendung. 
Die Antennen wurden durch Antennenfchächte nach außen geführt. Die Antennenfchächte be- 
ttanden aus Röhren von 30 bis 50 cm, die oben und unten mit je einer Porzellandurchfgihrämg 
wafferdicht ab efchloffen waren. Beim Tauchen des Bootes wurde der Schacht unten au er em 
durch eine Klgppe watierdicht verfchloffen. Beim Tauchen wurden mit einer von innen zu be- 
dienenden Vorrichtung die beiden Matten mit der Antenne umgelegt. Da der wafferdlßhtß 
Antennenfchacht ungefähr llla m über Deck ragte, konnte das Boot auch im tauchfertigen, d. h. 
überfpülten Zuttande, noch fenden und empfangen. Aus dem Bedürfnis der U-Boote, auf große
        

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