Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Hebelarm bis Mass
Person:
Lueger, Otto Frey, Ernst
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3188643
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3194356
552 
K riegstelegraph 
gefchaltet, wodurch eine fehr kräftige Lautwirkung erzielt wird. Das Gewicht des Apparatfyftems 
beträgt 4,5-5,4 kg. 
Aehnliche Apparate find von den Firmen Mix 8: Geneft, Berlin, {owie Zwietufch 8: Cie., 
Charlottenburg, geliefert worden. 
Der Summerfchauzeichenfchrank. Er ift für 10 Doppelleitungen eingerichtet 
und mit auswechfelbaren Schauzeichen verfehen. Das Summerfchauzeichen befleht aus einem 
gewöhnlichen Fernfprecher; durch ein Loch in der Mitte des Schallbleches ragt eine Nadel 
hindurch, auf deren Spitze das Schauzeichen drehbar gelagert ilt. Die dreieckig geformte Schau- 
zeichenfahne ilt mit zwei elaltifchen Füßchen aus dünnem Bronzedraht verfehen, die {ich mit 
leichtem Druck auf das Schallblech ftützen. Die Schwingungen des Schallbleches beim Anruf 
bewirken eine Durchbiegung der Füßchen, die {ich infolge der Federung wieder ausgleichen 
will. Dadurch erhält die Schauzeichenfahne eine drehende Bewegung, deren Gefchwindigkeit 
mit der Größe der Schallblechfchwingungen zunimmt. 
Das Vermittlungskäftchen. Es kommt an Stelle der Summerfchauzeichenfchränke 
zur Verwendung, wenn folche von der Truppe nicht mitgeführt werden können und nur kurze 
Entfernungen in Frage kommen. Nur geringen Raum einnehmend, enthält es einen Abfrage- 
fchalter, eine Verbindungsklinke mit Stöpfelfchnur, Kontakte zur Einfchaltung eines Schau- 
zeichens oder einer Weckerklappe, ferner die Kontakte zum Anfchluß eines Armeefernfprechers, 
der gleichzeitig als Abfrageapparat dient, und zwei Leitungsklemmen. Die Vermittlungskältchen 
für die einzelnen Leitungen werden durch Ueberwurfklemmen miteinander verbunden; damit iit 
die Vermittlungsltelle betriebsfertig. Das Schauzeichen  Kugelfchauzeichen  befteht aus einem 
kleinen Telephon, auf deffen Schallblech unter einer halbkugelförmigen Zelluloidkappe mehrere 
Holundermarkkügelchen lagern, die beim Anruf in eine hüpfende Bewegung geraten. Beim 
Anfchluß einer Weckerleitung wird das Schauzeichen durch eine Fallklappe erfetzt. 
Leitungen. Als Leitungsmaterial wurden Armeekabel, Feldkabel und Panzerkabel be- 
nutzt. Das Armeekabel ilt ein dünner Litzendraht, deffen lfolierfchicht wenig widerltandsfähig 
ilt; es eignet {ich nur zur vorübergehenden Verwendung. Sollten die Verbindungen längeren 
Betland haben, {o wurden {ie mit dem widerftandsfähigeren und beffer ifolierten Feldkabel her- 
geltellt. Panzerkabel kam in den Fällen zur Verwendung, wo die Leitungen {tark der Zerttörung 
durch feindliches Feuer ausgefetzt waren. 
Arendt-Stationen. Die von Ar endt konftruierten Stationen haben es ermöglicht, 
den Nachrichtendienft unterer Gegner, foweit er auf eindrähtigen oder mangelhaft angelegten 
doppeldrähtigen Verbindungsleitungen geführt wurde, zu überwachen. Die durch Einzelleitungen 
oder fchlecht ifolierte Doppelleitungen in die Erde gelangenden Summer- oder Fernfprechftröme 
verlaufen dort als Stromfäden. In das Gebiet diefer Stromfäden werden bei dem Arendtfchen 
Abhorchverfahren mehrere eingegrabene Erdleitungen als Sonden möglichft weit hineingetrieben. 
Aus einer Anzahl folcher Erdfonden {ind nun die herauszufinden, deren Lage zu den in der 
Erde verlaufenden Stromfäden genügt, um Potentialdifferenzen zu erhalten, die im Telephon 
durch Lautverftärker wahrnehmbar gemacht werden können. Die Arendt-Stationen haben nament- 
lich zu Anfang des Krieges fehr gute Ergebniffe erzielt, bis die Gegner der Abhorchgefahr 
durch Anlage gut ifolierter Doppelleitungen möglichlt vorzubeugen fuchten. Dauernd gute Dienlle 
haben die Arendt-Stationen auch durch die mit ihnen vorgenommene Kontrolle des guten Zu- 
{tandes und vorfchriftmäßigen Betriebes der eigenen Leitungen in der Kampfzone geleiltet. 
c) Funkentelegraphie. Zu Anfang des Krieges kamen zur Verwendung: fchwere 
und leichte fahrbare Funkenllationen fowie Automobilftatlonen. Die fchweren Stationen und 
Automobilltationen waren entfprechend ihrer größeren Reichweite den Armeeoberkommandos 
und den Gruppenkommandos und die leichten Stationen befonderen Divitionen zugeteilt. Jede 
Kavalleriedivifion war mit einer fchweren und zwei leichten fahrbaren Funkenftationen aus- 
gerültet. Für unwegfames Gelände diente die Packfattelttation. Im Stellungskriege kamen be- 
ondere Schützengrabenftationen zur Verwendung; Flugzeuge wurden ebenfalls mit befonderen 
Flugzeugttationen ausgerüftet. 
S chwere Fun k en ftation. Sie befteht aus einem Stationsfahrzeug, einem Maltfahrzeug 
und einem Gerätefahrzeug. Im Stationsfahrzeug {ind die funkentelegraphifchen Apparate in der 
Protze und die Mafchinenanlage im l-linterwagen fett eingebaut. Das Nlaltfahrzeug trägt einen 
30 m hohen auskurbelbaren Telefkopmaft und eine zwölfdrähtige Schirmantenne. Im Geräte- 
fahrzeug ift das nötige Betriebsmaterial, wie Brennlloff  und reichlich Refervematerial unter- 
gebracht. Die Stationen arbeiten mit dem Syltem der tönenden Löfchfunken, einige mit dem 
Vieltonfytlem der C. Lorenz-A.-G. (vgl. Tel egrap hie ohne Draht). Der Sender hat einen konti- 
nuierlichen Wellenbereich von 500 bis 2500 m, der Empfänger einen {olchen von 300 bis 2500 m. 
Die Kraftquelle befteht aus einem 7_8-pferdigen waffergekühlten Benzinmotor, der mit einem 
500-periodigen Wechfelltromgenerator von B-kW-Leiftung direkt gekuppelt ift. Die Strahlungs- 
energie der fchweren Station beträgt etwa 1,5 kW, die Reichweite 250-300 km. Der Aufbau 
erfordert 15 Minuten. 
Leichte Funkenftation. Sie belteht aus dem Stationsfahrzeug und dem Gerätefahr- 
zeug. Das Stationsfahrzeug trägt außer den funkentelegraphifchen Apparaten und der Kraft- 
quelle noch einen 17 m hohen auskurbelbaren Telefkopmaft und eine {echsdrähtige Schirmantenne. 
Der Sender hat einen Wellenbereich von 400 bis 1000 m, der Empfänger von 300 bis 2500 m. 
Die Kraftquelle befteht aus einem vierpferdigen waffergekühlten Benzinmotor, der mittels Riemen 
einen 500-periodigen Wechfelftromgenerator von l-kW-Leiftung antreibt. Strahlungsenergie etwa 
0,5 kW, Reichweite 100 km. Der Aufbau erfordert 5Minuten. Später erhielten die leichten 
Stationen einen Senderwellenbereich von 150 bis 1600 und einen Empfängerwellenbereich von 
150 bis 7000 m, damit {ie auch mit den Flugzeugftationen, die einen Wellenbereich von 150 
bis 500m haben, verkehren konnten.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.