Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Hebelarm bis Mass
Person:
Lueger, Otto Frey, Ernst
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3188643
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3193957
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K ra ftübertragung, 
hydraulzlfdze 
beitsmafchinen, Laden von Akkumulatoren, Konitanz der Drehzahl) und die Entfernung der 
Kraftübertragung. 
Die üblichen Spannungen für Gleichitrom lind: 110, 220, 440 und 500 (für Straßenbahnen) 
Volt. Für höhere Spannungen bis 3600 Volt eignen {ich nur Reihen- (Serien-) Mafchinen. 
Motoren und Lampen können entweder parallel oder hintereinander gefchaltet werden. Erlteres 
empfiehlt {ich dann, wenn in Fabrikbetrieben eine Nebenfchluß- oder beITer eine Compound- 
Dynamo Strom von möglichft konftanter Spannung erzeugt, der zum Einzel- oder Gruppen- 
antrieb von Arbeitsmafchinen dient. Die Motoren {tören bei diefer Parallelfchaltung einander 
nicht und haben bei allen Belaftungen faft konftante Drehzahl. Vollitändig konitant wird diefe 
gehalten durch Einbau eines Regulierwideritandes in den Nebenfchluß. 
Zum Laden von Akkumulatoren  d.) {owie in der chemifchen Indutirie der Metalle 
ift nur Gleichttrom anwendbar. Ebenfo werden die Motoren von Straßenbahnen vorwiegend 
mit Gleichitrom gefpeiit (f. Eifenbahnen, elektrifche). Benötigt man höhere Spannungen 
am Verwendungsort, oder ift die Entfernung der Kraftübertragung groß, {o ift mit Rücklicht auf 
die Energieverluite in den Leitungen und die Schwierigkeiten beim Kommutieren in der Gleich- 
{trommafchine eine Wechfelilromdynamo erforderlich; denn je höher die Spannung e, um {o 
kleiner die Stromftärke i bei derfelben Leittung L. Je kleiner aber iiit, deito geringer wird auch 
die erzeugte Stromwärme, die nach dem Joulefchen Gefetz die Größe iz-w hat, wenn w den 
Leitungswideriland darftellt. 
Will man den Wechfelftrom wieder in Gleichftrom umwandeln, {o bedient man {ich der 
Queckfilberdampfgleichrichter, die den Strom nur in einer Richtung durchlaffen, befonders zur 
Ladung von Akkumulatorenbatterien, zur Speifung von Bogenlampen und neuerdings auch für 
Großkraftwerke. Für die übrigen Gebiete der elektrifchen Kraftübertragung wendet man den 
(Einanker-) Umformer an, der als Synchronmotor läuft, wobei feine Spannung in einem beitimmten 
Verhältnis zu der des Wechfelitroms fteht. Hierbei foll aus wirtfchaftlichen Gründen Mehrphafen- 
{trom Verwendung finden, da bei Einphafeniirom der Ankeritrom ein {tark puliierendes Feld 
erzeugt, das erhebliche Wirbelftromverluiie in den Feldmagneten nach {ich zieht.  Der Ein- 
phafenwechfelftrom-lnduktionsmotor hat überdies den Nachteil, daß er {chwierig in Gang zu 
fetzen iit. Er muß erft in {ynchronen Gang gebracht werden, d. h. die Phafen von Primär- und 
Sekundärmafchinen müffen genau übereinftirnmen  was man mit Phafenindikatoren (meitl 
Glühlampen, die um fo ruhiger brennen, je mehr der Synchronismus erreicht ilt) feittlellt, ehe 
der Motor belattet werden darf. Außerdem fällt er bei Ueberlaitungen aus dem Tritt und bleibt. 
ftehen. Der Phafenindikator befteht aus zwei kleinen Transformatoren, deren Primärwicklungen 
mit Generator und Motor verbunden find, und deren Sekundärwickiungen die hohe Spannung 
herunterfetzen und unter Einfchaltung der oben erwähnten Glühlampen hintereinander gefchaltet 
iind. Bei Gegeneinanderfchaltung erlöfchen die Lampen im Augenblick des Synchronismus. 
Beützen die Synchronmotoren noch eine Hilfswicklung außer der Hauptwicklung, {o kann man 
{ie durch Parallelfchalten von beiden Wicklungen zum Anlauf bringen. 
Hingegen laufen Motoren mit Zwei- und Drei- (Drehitrom) Phafenwechfeltirom unter voller 
Laft ebenfo wie Gleichilrommotoren an. Ihre Drehzahl ändert {ich von Vollait bis Leerlauf 
höchftens um 2-5"[0 je nach der Größe der Mafchinen. Drehftrom ilt dem Zweiphafenftrom 
vorzuziehen, da bei ihm Mafchinen und Leitungen billiger werden. 
An {ich hat die Kraitübertragung mit Wechfelitrom gegenüber Gleichftrom den Nachteil 
der größeren Leitungsverluite, hervorgerufen durch die Phafenverfchiebung w des Stromes gegen 
die Spannung. Ilt bei Gleichftrom die übertragene Leiitung e-i, {o ilt {ie bei Wechfelftrom e-i 
cosq, wobei cosgv etwa 0,8 iit. Neuerdings gleicht man diefen Nachteil aus durch den Bau von 
kompenüerten Wechfelttrommotoren mit cosrrzl (und Voreilung). Außerdem darf nicht ver- 
geffen werden, daß Gleichftrom von {o hohen Spannungen wegen der Kommutierung nicht 
erzeugt werden kann, {omit hier die Stromwärmeverlufte zu {ehr anwachfen würden. Ueberdies 
kann man Ein- oder Mehrphafenwechfelflrom von beliebiger Spannung nahezu verluillos in 
folchen derfelben Phafenart und Frequenz von beliebiger anderer Spannung durch Umform er 
(f. d.) verwandeln. 
Bei {ehr langen Leitungen treten Lade- oder Kapazitätsttröme, mithin Stromwärmeverlulte 
auf, die aber durch Einbau von Droffelfpulen ausgeglichen werden können. 
Ein Gebiet hat {ich der Einphafenwechfelilrom in Deuffchland, Oelterreich, Schweden und 
der Schweiz erobert: das der elektrifchen Hauptbahnen mit eigenem Bahnkörper und Spannungen 
bis 15000 Volt  Eifenbahnen, elektrifche). 
Literatur: Görges, Grundz. d. Elektrotechnik, Leipzig 1913.  Klingenberg, Bau groß. 
Elektrizitätswerke, Berlin 1920.  Simon, Zur Wahl d. Stromart f. Großkraftübertrag, Zeitfchr. 
d. Ver. deutfch. Ing. 1922, S. 10.  Ofanna, Fernübertragungsmögl. groß. Energiemengen, 
ebend. 1922, S. 675.  Wechmann, Elektr. Fernzugbetr. d. deutfchen Reichsbahn, ebend. 1922, 
S. 676.  Die ilaall. 100000 Volt-Leit. in Sachfen, ebend. 1921, S. 579.  Landesttromverforg. 
in Sachfen, ebend. 1924, S. 264.  Die 100 kV-Leit. üb. d. Elbe bei Wildberg, ebend. 1924, 
S. 659.  Entwickl. d. 220-kV-Kraftübertragungsanl. in Kalifornien, ebend. 1924, S. 788. Kirß 
Kraftübertragung, hydra ulifch e, nennt man die Uebertragung von Kraft 
durch Druckwaffer bzw. 111 Sonderfällen durch Drucköl. 
Sie wird angewandt als {o1che:  
a) in der Mafchine felblt und itt auch unter der Bezeichnung ,hydraulifches Getr1ebe' 
für Ueberfetzungen mit beliebig viel Schaltftufen bekannt als F öttin ge r- U m f o r m e r (f. Bd- 2. 
S. 327), als Lauf-Thema und Berges-Getriebe (nach dem Prinzip der Kolbenpumpen) 
und als Enor-Trieb, Lentz-Getriebe, als Getriebe von Schwartzkopff-Huwrler 
{owie als Sturm-Getriebe (nach dem Prinzip der Kapfelpumpe). Dabei eignen [ich der
        

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