Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Hebelarm bis Mass
Person:
Lueger, Otto Frey, Ernst
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3188643
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3193796
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Koprah 
Korallenriffe 
Koprah (Copra, Copperale), das meift in Stücke gebrochene oder ge- 
fchnittene Kernfleifch der von der harten Nußfchale befreiten Kokosnuß (Cocos 
nucifera  einheimilch in Südalien, befonders kultiviert auf Ceylon, in Britifch- 
Ollindien, Südamerika und andern tropilchen Ländern. 
Um Schimmelbildung zu verhindern, werden die Stücke vor dem Transport getrocknet 
(sun dried : durch Sonnenwärme, not sun dried : durch künltliche Wärme getrocknet). Koprah 
enthält etwa 60-70010 Fett (Kokosnußöl), das durch Preffen gewonnen wird; die Preßkuchen 
dienen als Vielifutter. 
Literatur: Heiter, Technol. d. Fette u. Oele, 1906110; Ulzer-Kliemont, Chemie d. Fette, 1906; 
Ubbelohde, Chemie, Anal. u. Technol. d. Oele u. Fette 1920; Oft, Lehrb. d. chem. Technol. 1920; 
Wiesner, Rohltoffe, Leipzig 1914121. HeinnSChmidt 
Koprolithe (Kotf feine) gehören zu den Phosphorläuredüngemitteln und 
ftammen aus dem Kot ausgeltorbener Tiergefchlechter. 
Sie bilden rundliche, hellgeiärbte Knollen. lhr Gehalt an Phosphorfäure fchwankt von 
17,69 bis 2716010, an Kalk von 30,2 bis 43158010. Der Gehalt an Eifenoxyd ilt zum Teil lo groß, 
daß die Koprolithen für die Herftellung von Superphosphat wenig geeignet lind. Hafelhoff 
Kops, Bezeichnung für die Aufwindungsform des gefponnenen Fadens, 
befonders für die zylindrifch mit konilchen Enden gewundenen Erzeugniffe der 
Mule-Spinnmafchinen. 
Sie werden in kleinerer (1 Zoll engl. Dmr., 5 Zoll engl. Länge) und größerer Form (1112 Zoll 
engl. Dmr.,6 Zoll engl.Länge) hergeltellt für Schußgarne und Zettelgarne. Erltere heißen nach 
dem Englifchen Pincops, letztere Warpcops. Ernji Müller 
Kopsbleiche. Baumwollgarne, die in Form von Kops (Kötzern), Spulen ulw. 
gefärbt werden follen, werden auch in diefer aufgewickelten Form gebleicht. 
Um die Form der Kops zu fchonen und ein Verwirren des Garnes zu vermeiden, werden 
diele in Weidenkörbe gepackt und in den Bleichkier und in das Chlorkalkbad gebracht. Für 
hellere Töne erhalten die Kops eine Vollbleiche; in der Regel werden tie aber nur zur Ent- 
fettung der Baumwolle mit Alkali abgekocht. 
Literatur: Löwenthal, R., Handb. d. Färb. d. Spinnfafern, Berlin 1900. Budierer 
Kopsfärberei, das Färben der Garne (belonders der Baumwollgarne) in 
aufgewickelter Form als Kops (Kötzern), Bobinen, Kreuzfpulen ulw. 
Während beim Färben der Garne auf der Barke das Material in der Flotte bewegt wird, 
liegt den meillen Kopsfärbeapparaten die Ablicht zugrunde, die Flotte durch das ruhig bleibende 
Kopsmaterial hindurch zu fangen oder zu drücken. Es ergibt lich hieraus nicht nur eine Zeit- 
und Arbeitserfparnis, fondern auch eine größere Schonung des Materials. Die Kops werden 
in derfelben Form, wie lie aus der Spinnerei kommen, gebleicht und gefärbt und können aus 
der Färberei in die Webefchützen eingelegt bzw. zum Scheren der Ketten benutzt werden. Da 
hierbei die Baumwolle den Operationen des Umziehens und Abwindens nicht unterliegt, fo 
kann das Garn weicher gefponnen werden. Dieles liefert ferner vollere Gewebe. Aus denfelben 
Gründen ift es ebenfo leicht, hohe Nummern wie grobe und die feinen Garne für halbfeidene 
Stoffe, Spitzen ufw. zu färben.  Die Schwierigkeiten, die beim Bauen von Kopsfärbemalchinen 
auftraten, nämlich ein gleichmäßiges Durchfärben der feftgewickelten Kops zu erzielen, lind 
falt zur Zufriedenheit befeitigt. Am bellen zur Apparatenfärberei lind die direktiärbenden, fub- 
ftantiven Baumwollfarbftoffe, die Schwefel- und die Kiipenfarbftoffe, geeignet, da diele langlam 
aufziehen, folglich das Material gut durchdringen undgleichmäßige Färbungen ergeben. Hier- 
bei ift es nötig, eine vorlichtige Wahl zu treffen; die leichtlöslichen Produkte verdienen den 
Vorzug. Um gleichmäßige Refultate auf den Kopsfärbeapparaten zu erreichen, ift es nötig, immer 
diefelben Flottenverhältniffe zum Gewicht des zu färbenden Materials im Auge zu behalten, 
ferner gleiche Temperatur des Färbebades und gleiche Zeitdauer zu beobachten. Eine lehr 
wichtige Rolle fpielt auch die Befchaffenheit des Watlers, das möglichft weich fein foll. 
Verfchiedene Sylteme von Kopsfärbeapparaten ftehen in Verwendung. Nach neueren Er- 
fahrungen foll das Aufllecklyftem dem Packfyftem überlegen fein. Eines höchft einfachen 
Apparates bedient man fich beim log. „Färben im Schaum", wobei Kops, Garn ulw. in einen Latten- 
behälter gebracht werden, deffen Boden etwas über dem Niveau der in einem paffenden Färbe- 
gefäße enthaltenen Farbflotte liegt. Letztere enthält außer der geeigneten Farblöfung noch 
Zufätze von Seife, Türkifchrotöl u. dgl., alfo Subltanzen, die beim Kochen ltarken Schaum 
bilden. Der aullleigende Schaum durchdringt leicht das zu färbende Material und bringt ge- 
nügend Farbftofilöfung mit, um das Färbegut nach einiger Zeit durchzufärben. 
Literatur: Herzfeld,  Färb. v. Baumwollgarn in aufgewick. Zuliand ulw., Lehnes Färberztg. 
1891192, S. 343; Löwenthal, R., Handb. d. Färb. d. Spinnlafern, Berlin 1900; Glafey, Mech. Hilfs- 
mittel z. Walch., Bleich., Färb. ulw., Lehnes Färberztg. 1898-1904. Budwrer 
Koraline. Die Blattfafern der Iftle oder lxtle, der wilden Ananas Bromelia silvestris 
(und vielleicht noch anderer Bromeliazeen), ziemlich lleif und grob, werden zu elaftilchen 
Stäbchen gefponnen oder geflochtenund dienen unter dem Namen Ko ral_i ne als Filchbeinlurrogat. 
Korallenriffe entliehen in leichten, nicht über 30m tiefen Meeresgebieten 
der wärmeren Zonen (18-20") durch Aufeinanderwachfen und -häufen von 
l-Iartteilen der riffbildenden Korallen.  
Diele tiedeln lich in Stöcken an und wachlen über- und nebeneinander fort, bis nahe 
unter den Meeresfpiegel (etwa 0,5 rn). Bei hohem Seegang werden die Spitzen der Riffe oft
        

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