Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Hebelarm bis Mass
Person:
Lueger, Otto Frey, Ernst
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3188643
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3193314
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Kommandoelemen te  Kompaß 
Kommandoelemente, Apparate der Befehlsübertragung für die Navigierung 
und Gefechtsleitung von Schiffen mit mechanifchem oder elektrifchem Antrieb, 
mit Kommandogeber und Kommandoanzeiger  Mafchinentelegraphen, Steuer- 
telegraphen, Schottelegraphen fowie Artillerie- und Torpedotelegraphen  ferner 
Sprachrohre und lauttönende Telephone; vgl. a. Elektrizität auf Schiffen. 
Komparator, eine Vorrichtung zur Maßvergleichung und zur Beftimmung 
des Ausdehnungskoeffizienten von Meßwerkzeugen, befonders von Längenmaßen. 
Es ünd Komparatoren für End- und Strichmaße zu unterfcheiden. 
l. Komparatoren für Endmaße. Zur Vergleichung von Meßlatten und Gebrauchsnormalen 
mit den Normal- und Urmaßen pflegt man auf einer fetten Unterlage in einem Abftande, der 
nahezu der Länge der Maßlfäbe entfpricht, aber etwas größer ift, zwei Schneiden fenkrecht 
zur Unterlage zu befeftigen. Zwifchen diefe Schneiden werden nacheinander das Normalmaß 
und der zu prüfende Maßltab gelegt, fo daß die eine Schneide berührt wird. Das in beiden 
Fällen verbleibende Reftltück wird mit einem Meßkeil gemeffen, wodurch unmittelbar der 
Unterfchied beider Maße erhalten wird. Ift eine der Schneiden genau meßbar beweglich, fo 
kann auch diefe zur Berührung gebracht werden, und ihre verfchiedene Stellung gibt dann 
den Unterfchied der Maße. Die Temperaturbeilimmung für die zu vergleichenden Maße gefchieht 
durch Queckiilberthermometer, deren Gefäße in möglichtf innige Berührung mit den erfteren ge- 
bracht werden, oder durch Einlegen der Maßftäbe felbft in Flüffigkeiten von guter Wärmeleitung 
oder durch ähnliche Vorkehrungen  Das iit befonders wichtig, wenn gleichzeitig durch Ver- 
gleichungen bei verfchiedenen Temperaturen auch der Ausdehnungskoeffizient mit beitimmt 
werden foll. Für die zu Baiismeffungen benutzten Endmaße ift das im Art.,Bafismet'fung' 
Gefagte zu vergleichen  Ueber die Konftruktion optifcher Komparatoren mittels der Inter- 
ferenzerfcheinungen, die neuerdings mehrfach zu fehr genauen Vergleichungen benutzt worden 
find, ift auf [3] hinzuweifen. 
2. Komparatoren für Strichmaße beitehen aus zwei in einem beftimmten Abiiande lotrecht 
aufgeftellten Mikrometermikrofkopen, deren Abfehlinien ihrer gegenfeitigen Lage nach für die 
Zeit zwifchen zwei direkt nacheinander auszuführenden Vergleichungen als ungeändert angefeherl 
werden kann. Diefe Mikrofkope ünd entweder feft aufgeffellt, um horizontale Achfen drehbar 
oder auf Schienen beweglich. Im erflen Falle werden die zu vergleichenden Maßftäbe fo unter 
die Mikrofkope gebracht, daB mit deren mikrometrifch beweglichen Fäden die Endfrriche ein- 
geftellt und ihre Abftände beftimmt werden können. Im andern Falle werden die in fetter 
Entfernung miteinander verbundenen Mikrofkope über die Maßftäbe gebracht und die Meffung 
in gleicher Weife vorgenommen. Die erftere Anordnung itt z. B. bei dem Komparator des 
internationalen Maß- und Crewichtsbureaus in Breteuil, die letztere bei einem von Repfold 
für die Normaleichungskommiffion in Berlin gebauten Apparat angewendet  
Die lotrechte Stellung der Mikrofkope muß unter forgfältiger Kontrolle gehalten werden 
durch Autokollimation in Queckfilberhorizonten oder auf ähnliche Weite. Für grundlegende 
Vergleichungen in den zu folchen Zwecken eingerichteten Inftituten find gegen Temperatur- 
einflüffe gefchützte Beobachtungsräume eingebaut, in denen die Komparatoren aufgeftellt find 
und die Beobachtungen meift von andern Räumen aus vorgenommen werden können  
Die Apparate für Strichmaßvergleichungen lafien fich auch durch verfchiebbare Stücke 
mit Kontaktfchneiden, die kurze Strichteilungen tragen, für Endmaße geeignet machen. 
Einige gefchichtliche Nachweife über die Entwicklung der Komparatoren finden {ich in  
Literatur :  1886, 8.424.  [2] Ausführl. Befchreib. folcher App. finden 
iich in den Generalber. d. Europ. bzw. Internat. Erdmeffung.  [3] Zeitfchr. f. Inftn-Kde. 1894, 
S. 183 u. 214; 1903, S. 127; 1907, S. 325.  [4] WiffenfcnAbhandl. d. Kaff. Normaleichungskomm, 
Berlin 1895, Heft 1, u. Zeitfchr. f. Inftn-Kde. 1895, S.3l3.- [5] Zeitfchr. f. Initn-Kde. 1892, S. 31l.-- 
[6] Ebend. 1881, S. 41.  [7] Jordan, Handb. d. Verm.-Kde., 7. AufL, III.Bd., bearb. v. Reinhertz 
u. Eggert,Stuttgartl923.  Publik. d. Geodät. Inft., Maßvergleich. 1872, Heft 1, u. 1576, Heft 2.  
[9] Der neue Komp. d.Geod. Infr. in Potsdam m. erl.  L. Ambrorm 
Kompaß (Schiffskompaß), dient zur Beftimmung des zu fteuernden 
Kurfes mit Hilfe der Richtkraft der Magnetnadel. 
Er befteht in der Hauptfache aus einem Gehäufe von Kupfer oder Meffing (Kompaßkeifel), 
der unten mit Blei befchwert iit, und in deffen Mitte iich ein Stift, Pinne genannt, zum Tragen 
der Magnetnadel befindet. Die Magnetnadel, die in der Mitte ein Mefiinghütchen mit Stein, 
Saphir, Beryll oder Rubin, (zur La erung auf der Pinne) trägt, ift an der unteren Seite der 
Rofe von Karton oder Marienglas äefeftigt; die Oberfeite der Rofe enthält die Einteilung in 
32 Steueritriche und geben die in der Mittellinie der Magnetnadel liegenden Striche die Nord- 
füdlinie an. An der Innenfeite des Kompaßgehäufes find in fchwarzen Strichen die Steueriiriche 
angegeben, die in der Vertikalebene durch die Pinne und in der Längsachfe des Schiffes 
liegen. Das Gehäufe ift oben mit einer plangefchliffenen Glasplatte bedeckt, auf der bei 
Azimut- und Peilkompaffen die Peilvorrichtung aufgeftellt wird. Das Kompaßgehäufe ift mittels 
cardanifcher Aufhängevorrichtung an dem Kompaßftänder befeftigt. Derfelbe, ein rneffingener, 
mit verfchließbarer Tür verfehener Hohlzylinder, ift im Innern mit Vorrichtungen zum Einitellen 
der Korrektionsmagnete verfehen und trägt an dem oberen Ende zwei Halter für die Kugel- 
korrektoren. Für die Nacht erhält das Kompaßgehäufe ein mit Scheiben und Lampenbeleuch- 
tung verfehenes Nachthaus aus Blech. 
Für die Konftruktion des Schiffskompaffes find in der Hauptfache folgende Bedingungen 
zu erfüllen: l. Der Reibungswiderltand bei Bewegung der Magnetnadel muß möglichft klein
        

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