Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Element bis Hebel
Person:
Lueger, Otto Frey, Ernst
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3179976
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3188168
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Hängebrücken 
eifen ausgefräü. Der Verüeiiungsträger hat in der Mitte die geringe Höhe von 4,75 m; er iil 
kontinuierlich über die Seitenöiinungen geführt und an den Endauflagern verankert. Das Träger- 
fyitem ift dreifach itatifch unbeßimmt. Die Pylonen, welche die Kettenauflager tragen, iind 
als Pendelilützen konßruiert. 
451.55 5 
 1 ms   
 mm,  
Flg. 3. Schwurplatzbrücke in Budapeft. 
Gegenüber einer Kette hat das Kabel den Nachteil etwas größerer Durchbiegungen, und 
es lafien {ich auch in fchönheitlicher Beziehung Einwände gegen die allzu geringe Maffenwirkung 
eines Kabels gegenüber den Pylonen und Verileiiungsträgern geltend machen. Bei der Kölner 
Rheinftraßenbrücke (Fig.4) haben Iie mit gegen die Wahl eines Kabels entfchieden. Diefe 
  
   
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l-i-i 1211  11h 11133  
Fig. 4. 
Brücke [16] hat eine Mittelöffnung von 184,5 m und Seitenöffnungen von je 92,2 m Weite. Der 
Verfteifungsträger ift ein vollwandiger Blechträger mit kaftenförmigem Querfchnitt, der in der 
Mitte 3,20 m, über den Mittelpfeilem 5,50 m Höhe hat und durchgehend iii, für die Aufttellung 
aber vorübergehend 3 Gelenke erhielt. Die Bolzengelenkkette befteht aus 700 mm breiten, 
25 mm dicken Flachitäben aus Nickelftahl, die in den Bolzenaugen durch verfenkt aufgenietete 
Beibleche verltärkt Iind. Die Kette ili an die Enden des Verfieiiungsträgers angefchloffen, an 
den iie ihren Horizontalzug abgibt. Es iii dies ionach eine Hängebrücke mit aufgehobenem 
Horizontalzug oder eine fog. Hängebalkenbriicke. Bei der Kaiferbrücke in Breslau, einer 1910 
gebauten Straßenbrücke von 126,6 m Spannweite, {ind Flachbandketten verwendet. Diele 
beitehen aus wagreeht übereinanderliegenden, miteinander vermieteten Flacheifen, die infolge 
ihres geringen Biegungswiderfiandes {ich ohne große Nebenfpannungen in die Gleichgewichts- 
form der Kette einftellen. Auch fteife gemietete Kettengurte Iind bei Hängebalkenbriicken 
(Marchbrücke bei Napagedi) zur Anwendung gekommen. Um die Nebenfpannungen in einer 
folchen Kette zu befchränken, iit dem Träger eine entfprechend große Steifigkeit zu geben. 
Die Anhängung der Fahrbahn bzw. der Verfteiiungsiräger bei diefem Brückenfyftem wird 
bei Kabelbrücken in der Regel durch Drahtfeile bewerkitelligt, während bei Kettengurten Hänge- 
fiarigen aus Rundeifen oder mit iieifem, aus Profileifen zufamengefetztem Querichnitte angewendet 
werden. Die Aufhängung erfolgt entweder an den verlängerten Querträgerenden (Budapefter 
Brücke) oder am Obergurt des Verlteifungsträgers (Rheinbrücke). Hängefeile oder Hänge- 
ftangen müffen in ihrer Länge regulierbar fein. Zur Erhöhung der Horizontaltteifigkeit der 
Brücke werden die Kabel häufig in nach einwärts geneigte Ebenen gelegt; bei Ketten und 
auch bei Kabelbrücken von genügender Breite und kräftigem Windverband wird aber von der 
Schräglage abgefehen. Zwifchen den Kabeln oder Ketten werden keine Querverbindungen 
(außer zwifchen den Pylonen) angebracht, und es wird die Windverftrebung nur auf die Ebene 
zwifchen den Untergurten der Verfteifungsträger befchränkt. 
2. Fachwerkshängebriicken. Das Tragwerk der Fachwerkshängebrücken kann als ein 
umgekehrter Fachwerksbogen aufgefaßt werden, deiien Widerlagspunkte eine kleine Horizontal- 
verichiebung, hervorgerufen durch die Ausdehnung der Rückhaltekeiten oder durch die Form- 
änderung der angrenzenden Felder, erfahren. Man kann drei Hauptformen unterfcheiden: 
a) Träger mit ausgefachten Bogenzwickeln bzw. mitAusfachung zwifchen dem 
Kettengurte und dem annähernd wagrechten, in Fahrbahnhöhe gelegenen Untergurte. Erfterer 
iit nach der Kettenlinie oder einer ihr nahekommenden Kurve (Parabel oder Hyperbel) polygonal 
geformt und nimmt die Eigengewichts- und auch eine totale gleichmäßige Belaliung nahezu 
allein auf; er wird bei nicht zu kleinem Verhältnis des Eigengewichts zur zufälligen Laft nur 
auf Zug beanfprucht, io daß er auch als Kabel ausgeführt werden kann. 
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Fig. 5. Entwurf für die Rheinbriieke bei Bonn (Kühler). 
Ein gut durchgebildetes Beifpiel einer derartig verfteiften Kabelbrüeke zeigt der Entwurf 
der Mafchinenfabrik Eßlingen für die Rheinbrücke bei Bonn [l2] (Fig. 5). Das para- 
boliich geformte Gußftahlkabel iit durch einfache Dreiecksausfachung mit dem annähernd wag-
        

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