Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Element bis Hebel
Person:
Lueger, Otto Frey, Ernst
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3179976
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3187455
Gummi 
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fchleimung, und zwar zuerti der primären Membran, fpäter der fekundären Verdickungsfchichten. 
Diefe fallen allmählich der „Vergummung' anheim; es müffen aber auch Inhaltsttoffe iich daran 
beteiligen, denn die Menge des gebildeten Gummis ift beträchtlich größer als die Menge der 
vergummenden Zellwände. Wenn nach der Regenzeit trockene Winde wehen, fo tritt das 
Gummi aus Riffen der Rinde aus und trocknet zu knolligen, unförmigen Stücken. Völlig ge- 
klärt itt die Frage der Entttehung des arabifchen Gummis noch nicht.  Eigenfchaften: 
Oftafrikanifches Gummi bildet rundliche, eiförmige bis länglichrunde, bis etwa nußgroße, außen 
matte Stücke, die ttark riffig lind und leicht in eckige, glasglänzende Teile mit kleinmufche- 
ligen Bruchflächen zerfallen; das Gummi ift farblos, weißlich, gelblich bis rotbraun.  
Beftandteile: Die Hauptmenge des arabifchen Gummis befteht aus faurem Kalziumialz der 
Arabinfäure (des Arabins), eines Kohlehydrates von der Formel (C6H,0O5)n; bei der Hydrol fe 
durch Kochen mit verdünnter Schwefelfäure liefert das arabitche Gummi Galaktose (CsHnäö), 
Arabinose (CsHmOs) und Gummifäuren in wechfelnden Mengen. Die Salze der Arabinfäure ver- 
wandeln tich durch Erhitzen auf 1000-150" in Salze der Metarabinfäure, die frch in Waffer 
nicht löten, fondern nur aufquellen. Ferner enthält es verfchiedene Enzyme: eine Oxydaie, 
eine Peroxydafe, eine Amylafe und ein dem Emulfin ähnliches Enzym. 
Handelsforten: I. Gummi von Acacia Senegal und verwandten Arten; in 
Waffer löslich. a) OftafrikanifchesGummi: LKQrdofangummi, ollairikanifches, echtes 
arabifches Gummi, bette Sorte; dielem ähnlich itt das Berkamgummi.  2. G e zi r e h g u m m i kommt 
über Kaifalla und Maffaua in den Handel; kleine, wenig gelbliche Körner; 3. S e n n a a r gum m i, 
zwifchen Sennaar und dem Roten Meer gefammelt, blaßgelb, hierzu Gedarefgummi.  4. S u a ki n- 
gu m m i (Samagk,SavakumLTalcagummi) von Acacia stenocarpa Hochft, kleine, gelbe bis bräunliche 
Stückchen, Schleim wenig klebend.  5. G ed dahgummi , berberifches Gummi, kommt über 
Dfchidda in den Handel, kleine Körner von meift dunkler Farbe, fchwer löslich, fchlechte Sorte; 
anfcheinend ähnlich itt das Adengummi (Somaligummi).  b) Weftafri kanifch es Gumm i, 
Senegalgummi: l. Gummi vom Unterlauf des Fluffes (Gomme du bas du fleuve), knollige 
oder wurzeltörmige Stücke gelblich bis gelbbraun.  2. Gummi vom Oberlauf des Fluffes 
(Gomme du haut du fleuve), kleinere, hellere Stücke, mehr wurmförmig, beffer in Wafier löslich, 
als  3. Salabreda (Gornme friable), Galam medine vom Mittellaut des Fluffes. 
Il. Gummiforten anderer Herkunft. a) Akaziengummi: Aus Afrika: l.Nord- 
afrikanifches Gummi (Mogador-, marokkanifches, berberitches Gummi) von Acacia gummifera 
Willd. und Acacia arabica Willd., das Salem-, Chatigummi, in Waffer unvollkommen löslich, 
mittelmäßige Sorte.  2. Gummi aus Deutfch-Südwettairika (Gummi von Angra Pequena) von 
Acacia horrida Willd_, im Waffer zum Teil löslich.  3. Kapgummi, foll auch von Acacia Karoo 
Hayne und Acacia capensis Colla gefammelt werden. Aus In d i e n: Amradgummi, Baboolgummi 
von Acacia arabica Willd., itrohgelb bis braun, zu 95 "I, einen ziemlich dünnen, rötlichen Schleim 
iiefernd, gute Klebkraftukcacia leucophloca Willd., hellbraun, löslich, ziemlich gute Klebkraft; 
Acacia Catechu Willd., hellbraun, teilweife löslich, fchwache Klebkraft. Aus Au ftralien: Wattle- 
gummi, von Acacia pycnantha Bentlm, in Viktoria, Südauitralien, löslich in Waffer; Acacia decurrens 
Willd., A. pendula Crum„ A. seulis F. Müll., liefern Sidneygummi, löslich in Walter. b) Gummi 
von andern Pflanzen. Aus Indien: Anoglissus latifolia Wall. liefert Ghatti-, Dhaura- 
gummi, ttrohfarbene Stücke zu 8505 in Waifer löslich, mittelmäßige Klebkraft; Odina Wodier 
Roxb. (Jingan-Gum), dunkelbraun, völlig löslich in Waffer. Aus Am er i ka: Anacardium occiden- 
tale L., Cajugummi, löslich in Waffer; Prosopis dulcis Gillb. (Mezquitegummi), löslich in Waffer, 
von füßem Gefchmack; Bunchosia glandulifera H. B. K. (Ciruclagummi) aus Caracas, völlig löslich 
zu einem klaren, dicken Schleim. 
Gummiarten von geringer Löslichkeit oder gar unlöslich. Aus Europa: Das 
Gummi der Kirfch-, Pflaumen- und Aprikofenbäume; die nuß- bis pflaumengroßen Stücke lind 
bernfteingelb, oft auch heller, durchfcheinend, auf dem Bruche glänzend und mufchelartig, Lös- 
lichkeit in Waffer etwa 70  Aus Afrika: Daniella thurifera öam., Leguminosae und wahr- 
fcheinlich auch ein Cyanothyrsas tollen das aus Lagos, von der Goldkütte und vom füdlichen 
Niger ftammende Ogeagummi liefern. Aus Auftralien: Mezoneuron Scortechimi (Barrister- 
gummi) quillt in Waffer nur auf. Aus Amerika: Acacia micrantha Bemh. (Cujigummi) aus 
Caracas, 26 "In löslich; Pereskia Guamacho (Guamachogummi) aus Caracas, 48 "[0 löslich; Cedrela 
odorata L. (Zederngummi) aus Caracas, 2505 löslich; Puya-Arten (Chagual- und Magneygummi) 
aus Chile, in kochendem Waifer zu 1801„ löslich; Tragant, Gummi Tragacantha, itt der_a_us 
den Stämmen verfchiedener, in Griechenland und Vorderatien heimifcher Astragalusarten (Papiho- 
naceae) freiwillig oder nach Verwundungen austretende und an der Luft erhärtende Schleim. 
Die hauptfächlichiten Arten fmd: Astragalus creticus Lam., Astragalus verus Oliv., Astragalus 
microcephalus Willd., Astragalus brachycalyx Fijdrer, Astragalus heratensis Bunge. Der Tragant 
entiteht durch Vergummung des Marks und der Markttrahlen; der Prozeß fchreitet von innen nach 
außen fort, und bei trockener Witterung dringt das Gummi freiwillig oder durch künttliche Einfchnrtte 
nach außen, um nach 3-4 Tagen zu erhärten. Die Form der Stücke itt abhängig von der Oeif- 
nung, durch welche {ich der Tragant ins Freie preßt. Die bette Sorte iit der Blättertragant, Smyrnaer 
Tragant, farbloie oder gelbliche, flache oder bandförmige, gebogene slüCkeä {einer der Wülm- 
förmige Tragant, Moreatragant, griechifcher Tragant, Vermillon, fchmale Streifen oder Faden, die 
oft zufammengeballt iind, farblos, gelblich bis braun; der fyrifche Tragant bildet kugelige, 
knollige Matten, oft mit Rindenflücken behaftet. Beftandteile: Stärke 301a. Zellulofe 4010, 
Mineralbeitandteile 3010, Bafforin (CnHzoOmln 90W", welches allein in Waifer zu einem wenig 
klebenden Schleim aufquillt, der aber beim Eintrocknen eine bedeutende Bindeiähigkeit aufweitt. 
In ihrem technifchen Verhalten den Pflanzengummen ähnlich, aber chemitch von ihnen 
gänzlich verfchieden {ind die Norgine: körnige oder fchuppige Subftanzen, die mit Waffer 
quellen und {ich fchließlich zu hochviskofen, klebrigen Schleimen löfen. Die Norgine lind
        

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