Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Element bis Hebel
Person:
Lueger, Otto Frey, Ernst
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3179976
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3180765
E rdwadzs 
Erdwärme 
den Hauptverkehrszentren fofort von dem gewöhnlich gebräuchlichen Einzelleitungsbetrieb mit 
Erdplatten auf den Doppelleitungsbetrieb übergegangen werden kann. Theorie und Praxis be- 
itätigen, daß die unter Ausfchluß der Erde betriebenen Doppelleitungen nicht oder wenigitens 
kaum merkbar von den Eidltrömen beeinflußt werden. Welchen Einfluß die erdmagnetifchen 
Störungen auf die drahtlofe Telegraphie haben, bedarf noch der Klärung. Durch Verfuche ift 
bewiefen worden, daß die elektromagnetifchen Störungsfelder Entfernungen überbrücken und 
Gebiete bedecken, die erheblich größer lind, als bisher angenommen worden ilt, vielleicht fogar 
die ganze Erdkugel. Sie mülTen daher Kraftquellen entllammen, deren Leiftung noch wefentlich 
größer ift als die Strahlungsleiftungen der Großfunkftationen. Ob die letzten Urfachen der 
elektromagnetifchen Störungsfelder terrettrifcher oder kosmifcher Natur lind, läßt {ich heute 
noch nicht entfcheiden  
Literatur: [1] Weinftein, B., Die Erdltröme im deutfch. Reichstelegraphengebiet u. ihr Zu- 
fammenhang mit den erdmagnet. Erfchein., Braunfchweig 1900.  [2] Deutfche Verkehrsztg. 1903, 
Berlin: Elektromagnet. Stürme, von Otto Jentfch.  [3] Bäumler, M., Das gleichzeit. Auftreten 
atmofph. Störungen, Jahrb. der drahtl. Telegr. u. Teleph., Bd. 19, 1922, Heft 2; Bd. 20, 1922, 
Heft 6, und Bd. 23, 1923, Heft 1. Jentfdl 
Erdwachs (Ozokerit) ilt ein Kollektivname für foflile Kohlenwafferttoffe. 
In reinem Zultande nennt man Erdwachs Zerefin. 
Erdwachs wird durch Graben gewonnen, teils mechanifch, teils durch Schmelzen auf- 
gearbeitet, und dient teils zur Fabrikation von Zereiin, teils wird es direkt zu Schmier- und 
Putzcremen mit andern Wachs- und Oelarlen zufammen verarbeitet. S. a. Afphalt. Mezger 
Erdwalzen dienen zur Dichtung von Erdanfchtittungen, namentlich bei 
Herltellung wafferdichter Dämme. _ 
Damit die Erdfchollen zerkleinert und zufammengedrückt werden, werden auf einer oder 
auf mehreren hintereinander liegenden Achten Gruppen von fchmalen tellerförmigen Scheiben 
angeordnet. In der Regel erhalten die Walzen ähnlich wie die Pferdewalzen (f. Straßen- 
walzen) Belaftungskallen, fo daß während der Arbeit durch Belaltung eine Steigerung des 
Druckes herbeigeführt werden kann. Zum Bau des Staudammes für den Weiher von Paroy 
wurde eine Walze benutzt, die leer 1300, voll 2100 kg wog. Zu ihrer Fortbewegung dienten 
vier Pferde  Beim Bau des Canal du Centre wurden mit Kannelierungen verfehene Walzen 
von 7000 kg, mit nur einem Pferde befpannt, benutzt. Für den Damm von Torcy-Neuf wurde 
eine Dampfwalze von 5700 kg Gewicht verwendet, die ähnlich den Dampfltraßenwalzen gebaut 
ilt und vier Walzen mit 10 cm breiten, 16 cm tiefen Rillen befitzt  
Literatur: [l] Handb. d. Ing.-Wiff., I. Teil, 4. Bd., S. 166 u. Taf. 8, Abb. 3 u. 4, Leipzig 1912; 
Balle, Ueber Dichtung von Boden, Zentralbl. d. Bauverw. 1884, S. 190.  [2] Ann. des ponls 
et chaussees 1893, Bd. 2, S. 34. Kühler 
 Erdwand, eine Mauer aus fetter Erde und Lehm, mit gehacktem Stroh gemifcht, zur 
Einfriedigung von Höfen, Aeckern ufw. Zum Schutz gegen Feuchtigkeit wird fie auf einer 
Schicht fefter Steine errichtet und mit Ziegeln oder Stroh abgedeckt (f. Stampfbau). Senjft 
Erdwärme. Die Temperaturverteilung im Erdinnern hängt von andern Faktoren 
ab als in der Nähe der Oberfläche. Die in den oberften Bodenfchichten obwaltenden 
Verhältniffe werden durch die Intenfität der Sonnenbeftrahlung (lnfolation) und 
durch die von den verlchiedenartigtten Umttänden abhängige Wärmeausltrahlung 
des Bodens (Radiation) beltimmt, welch letztere jedoch weit weniger ins Gewicht 
fällt. Von der ganzen Wärmeenergie, die von der Sonne der Erde übermittelt wird, 
geht ein namhafter Teil in der Atmofphäre durch Abforption verloren. 
Das Eindringen der Sonnenwärme in den fetten Boden ift, wie man zuerlt im 17. Jahr- 
hundert an der Konltanz eines im Keller der Parifer Sternwarte angebrachten Thermometers 
konftatierte, nur ganz oberflächlich  Die neutrale Fläche, unterhalb derer die jahreszeitlichen 
Gegenfätze fühlbar zu werden aufhören, ift überall nur wenig von der Oberfläche entfernt, 
und zwar beträgt die Diftanz in der Tropenregion, wo lie angetichts der geringen Schwankungen 
der Jahreswärme felbft am geringtlen ift, kaum 5 m  In jenen Ländern, deren mittlere Jahres- 
temperatur in der Nähe des Nullpunktes liegt, ftößt man, was zuerlt v. Middendorff näher 
fetlltellte  bereits in geringer Tiefe auf gefrorenen Boden, der jeden Verfuch einer Brunnen- 
bohrung verhindert. Aeußerft gleichmäßig ift ferner auch die Bodentemperatur der Meere 
unter allen geographifchen Breiten; fie fteigt nur ausnahmsweife über 2" und linkt in den 
Polargewäffern bis  ohne daß es aber zu jenem Eisbelage kommen könnte, den eine 
frühere Zeit für wahrfcheinlich hielt  
Von der neutralen Fläche ab nimmt, wo man auch auf der Erde die Beobachtung an- 
ttellen möge, die eigentliche Erdtemperatur zu. Als geothermifche Tiefenllufe bezeichnet man die- 
jenige Strecke, um welche man in radialer Richtung vordringen muß, um das hundertteilige 
Thermometer um 10 fteigen zu fehen; felbltverttändlich bleibt fich diefe Raumgröße an ver- 
fchiedenen Orten nicht gleich, da ja außer der Eigenwärme der Erde auch mannigfaltige 
örtliche Faktoren (z. B. Radioaktivität, Vulkane, verfchiedene Wärmeleitfähigkeit der Gefteine) 
ihren Einfluß äußern müffen. Die geothermifche Tiefenftufe beträgt in Europa durchfchnittlich 
32 m, in Amerika 42m   Als ,Chtonifothermen' bezeichnet man die Flächen, auf 
welchen alle Endpunkte der gleichen Tiefenttufe liegen. 
Die Temperatur im Erdinnern überfchreitet wahrfcheinlich nirgends 3000", vermutlich 
werden nicht einmal 2000" erreicht. Die Temperaturverteilung wird wefentlich durch den
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.