Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Element bis Hebel
Person:
Lueger, Otto Frey, Ernst
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3179976
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3185844
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Gefdzwindigkeitsmejfung 
5. Das Staurohr dagegen mißt unmittelbar die Gefchwindigkeit {trömender Flüffigkeit 
oder Itrömenden Gafes, eine Zuhilfenahme der Uhr ift nicht nötig, es entfpricht alfo dem 
Tachometer und nicht dem Zählwerk. Das Staurohr wird nach feinem Erfinder auch als 
b Pitotrohr bezeichnet. 
9 Die Wirkfamkeit des Staurohrs wird durch Fig. 8 erläutert. ln einer 
Oeffnung, die der Strömung entgegengerichtet ift, bildet {ich ein Druck 
4 aus, der um die Gefchwindigkeitsliöhe größer ift als der eigentliche fog. 
i!  itatifche Druck an der betreffenden Stelle.  Unter der Ge{chwindigkeits- 
i,  i),  liöhe, die einer Gefchwindigkeit w mlsek zugeordnet ift, verfteht man die 
    Größe wzf2g, ausgedrückt in Metern einer Säule des {trömenden Mittels; 
     man hat {ich nämlich die Wirkung des Staurohres {o vorzuftellen, daß in 
w      der dem Strom entgegengefetzten Oeffnung ein Ausgleich der Kräfte erft 
   eintritt, wenn die Stauhöhe nach dem Fallgefetz wz:2gh der Ge{chwin- 
Fig-S- Sßhemafür die digkeit w äquivalent fit; die Strömungsgefchwindigkeit kann alfo das 
uhrmmkfääuäfs 5m" Fluidum bis zu der Höhe h heben, aus der beim freien Fall die Ge- 
{chwindigkeit w wieder entliehen könnte. 
Man unterfcheidet nun neuerdinzgs zwifchen dem {tatifchen Druck psz, dem dynamifchen 
oder Gefchwindigkeitsdruck pdI-äw? und dem Gefamtdruck pg-ipst-fpd; bei einer Meß- 
"r EliiffififääiiäaäfeiFiiäafalffieff  
l F11 was natürlich nicht immer nötig  m,   
ift 6. ä"?  
l I I [läei dem Prandtlfchen am f? I: .4 
U I  l-ig.l0. Staurohr f; 
i Maße Fig. 10 gibt, wird der nach Prandti. de. 
b {tatifche Druck an einem Ring- 
{chlitz in glatter Wand entnommen, damit das vor-  
[L9 1122 [zu beittreichende Fluidum weder fangen noch {ich {tauen H War, 
Zy kann. In Fig. 8 würde nämlich tatfächlich ein leichtes "b 
x! Saugen {tattfinden und der {tatifche Druck nicht ganz 
  {auber gemeffen werden (Fig. 11).  Die genauen Maße der 
Fig. 10 {ind wefentlich, damit die Angabe des Rohrs möglichft 
 7m  wenig von einer Schiefftellung gegen die Strömrichtung be- 
wxxßßwwmnixiu   
 . einflußt wird      
 Die Gefchwindigkeitshöhe oder der dynamifche Druck in 
H59" Staufjfgäoäictgnlhandfl m" der Formel da:w2l2g oder w:Y2g-pd ift zu meffen in 
Metern einer Säule des {trömenden Fluidums. Bei Waffer wird 
man die Meffung meift fo, wie in Fig. 8 angedeutet (nur der Kopf des Staurohrs nach Fig. 9 
ausgebildet), ausführen können: die Waffergefchwindigkeit wird unmittelbar durch eine 
Wafferfäule gemeffen. Bei Luft ift es nicht möglich, die Meffung in ,Luftfäule' auszuführen, 
{ondern man mißt den durch {trömende Luft erzeugten Staudruck mit einer Sperrflüffigkeit, 
meift mit Waffer oder mit Queckfilber. Um von der Wahl der Sperrflüftigkeit unabhängig 
zu fein, gibt man den Druck dann meitt in kglm? an (1 mm  lmm  
: 13,56 kglmz; für Meffungen an Waffer mit Queckiilber als Sperrfliiffigkeit kommt aber auch 
vor: 1 mm  12,56 kgfmz); für diezfe Einheit ift dann zu {chreiben 
w 
pd "l 2g b; mit pd in kgfmz, 
wIVZg -Pdlr 
4  worin 7 kglma das fpezififche Gewicht des {trömenden Fluidums iff. Denn 
 eilnfalgh nach dem Gefetz der kommunizierenden Röhren {ind miteinander 
"Tlx   geic bedeutend . 
 h m F1.-S. : h  y  kgfmz 
Fig ,1_   pa mm  Ipd kglmzzpdfy m Fl.-S. f' 
Natürlich ift als y das wirkliche {pezififche Gewicht einzuführen, wie es der 
gerade lierrfchenden Temperatur und dem (abfoluten) Druck entfpricht  nicht etwa das auf 0" 
und 760 mm  reduzierte {pezififche Gewicht. 
Das Staurohr ift für Flüffigkeiten und für Gafe in gleicher Weife bis herauf zu beliebig 
großen Gefchwindigkeiten zu verwenden. Für {ehr kleine Gefchwindigkeiten jedoch ift es läftig, 
daß das Staurohr auf das Quadrat der Gefchwindigkeit anfpricht und alfo bei kleiner Ge- 
{chwindigkeit {ehr kleine dynamifche Drücke erzeugt; diefe {ind {chwer zu meffen, auch 
können bei fehr kleinen Druckunterfchieden leicht Fehler entftehen dadurch, daß in den beiden 
Zuleitungsrohren der Inhalt nicht ganz gleiches {pezififches Gewicht hat, vielleicht weil beide 
verfchieden warm find, wodurch bei {teigendem Verlauf eines einen Auftrieb gegenüber dem 
andern erzeugt; auch die Verdunftung der Meßflüffigkeit des Manometers kann zu folchen 
Störungen führen. 
6. Wenn eine Flüffigkeit oder ein Gas in einer Rohrleitung vom Querfchnitt fm' 
ftrömt, dann kann man die Gefchwindigkeit w in mfsek auch aus der Beziehung w: Vlf be- 
rechnen, wobei V das in der Zeiteinheit ftrömende Volumen, der volumetrifche Fluß in mßfsek 
ift. Für die Ermittlung des Volumens wird auf die Artikel Durchflußöffnung", „Venturirohr' 
und „Mengenme{{ung' verwiefen. Da jedoch die Gefchwindigkeit in einem Rohrquerfchnitt 
nicht überall gleich, meift am Rande geringer ift, {o kann man auf diefe Weife nur die mittlere
        

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