Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Element bis Hebel
Person:
Lueger, Otto Frey, Ernst
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3179976
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3185825
568 
Gefdzwindigkeitsmejjung 
Mafchlnen meiit m UmlJmin angegeben.  Die Meßmethode richtet {ich danach, 
ob es iich bei feften Körpern um fortfchreitende oder umlaufende Bewegung, 
oder ob es {ich um die fortfchreitende Bewegung von Flüfiigkeiten oder Gafen 
handelt; bei letzteren kommt es auch noch darauf an, 0b die Bewegung frei 
(wie beim Wind) oder in einer Rohrleitung erfolgt. 
l. Die fortfchreitende Bewegung eines feften Körpers wird im einfachften 
Fall dadurch gemeffen, daß man die Zeit feftftellt, die zum Zurücklegen einer bekannten Strecke 
Weges erforderlich ilt. Beifpiele hierfür find: Die Ermittlung der Gefchwindigkeit eines Kraft- 
wagens oder eines Eifenbahnzuges mit Hilfe der Kilometeriteine. Wird lkm in 80 sek zurück- 
gelegt, fo ift die mittlere Gefchwindigkeit des Eifenbahnzuges 113„ kmlsek: 3600: 80 : 45 kmlst. 
Hierher gehört auch die Beitimmung der Fahrgefchwindigkeit von Schiffen an der abge- 
iteckten Meile, wobei eine beftimmte Strecke im Meer durch Richtpunkte am Lande kenntlich 
gemacht ift; diefe Strecke wird in der einen Richtung und, um EinflüHe des Windes und der 
Meeresitrömung auszufcheiden, unmittelbar darauf auch in der entgegengefetzten Richtung 
durchfahren, aus beiden Ergebniffen wird das Mittel genommen; die Strecke iit oft 1 See- 
meile:l853 m lang. Befondere Meßgeräte außer der Uhr find für diefe Ermittlungen nicht nötig. 
Zu erwähnen iit ferner die Meffung der Gefchoßgefchwindigkeit in der Balliitik. 
Wegen der großen in Frage kommenden Gefchwindigkeiten und der kleinen Meßzeiten läßt (ich 
diefe Meffung zuverläfiig nur mit Sondereinrichtungen machen. Näheres f. Bd.l, 8.443, und  
 g W läireuMgiTungbfgurtfchreitendeä Gefchwindigkeit ift endlich nötig im 
  er ä en erie tir die Wahl er richti en Schnitt efchwindi  
   keit. Wird äuf der Drehbaäk ein beftimmtgs 
fit      Material (Gußeifen. Rotguß) mit Hilfe eines 
   Schneidftahls beltimmter Befchaffenheit 
      i   "Ni (gewohnlrcher Wafferftahl, Schnelldreh- 
     
 Sterilität Drehers die Anwendung der jeweils größt- 
  Fig_1_ Schnittgefchwjndjgkeits. zuläiügen SChIlitigCfChWiIldigKEit Zll fOI- 
 meffe_r für die Drehbank. dem; man muß alfo die Drehzahl des 
Werkftückes 'e nach feinem DurchmeiTer 
fo einftellen, daB eine beitimmte Umfangsgefchwindigkeit erreicht. niird. Diefe mißt der Arbeiter 
ohne jede Rechnung, indem er die beiden Räder des Gerätes (Fig. 1) gegen das Werkitück 
drückt, worauf der Zeiger die Umfangsgefchwindigkeit anzeigt. Das innere des Gerätes ilt das 
der unter 3. befprochenen Tachometer. 
In ähnlicher Weife wird die Meffung der fortfchreitenden Gefchwindigkeit auf die Meffung 
der Drehzahl von Rädern bekannten Durchmeffers zurückgeführt bei den Gefchwindig- 
keitsmeffern, mit denen der Kraftwagen ausgerüftet zu fein pflegt. Dabei wird eigentlich 
die Drehzahl eines Hinterrades mittels Tachometers beitimmt; die Tachometerwelle wird mittels 
biegfamer Welle von der Hinterwelle des Wagens oder von einer andern paffenden Stelle aus 
betätigt. Die Skala gibt die Abwicklungsgefchwindigkeit des Hinterrades. Das Gerät am Führer- 
fitz ift ein Tachometer von patfender, den Erfchütterungen gewachfener Bauart. 
2. Zählwerke können an {ich jede Folge von Ereigniffen beobachten laiTen, fie werden 
aber insbefondere zur Meffung der Drehzahl von Mafchinen benutzt. Bei jedem Umlauf 
r der Mafchinenwelle geht ein r 
Zeiger oder eine Zahl um  
die Einheit voran. Beifpiels- t  i 
„  weife kann man den HebelA, 
 in Fig.2 von irgendeinem ' f"  
(x läin ünld her gefhenden geil  f  
 a er a chine au und ab e-   
Ejägfrghäiiävgfiff (f 6 wegen laffen; beim Abwärts-  
a; gang drückt Sperrkegel a das   
  zehnzähnige Rad um einen s;  
äagn voiäwärtsubeim likufwäjrtsgaräg älllldelb Sperrkägel g das s  t 
a , wie er mi zurüc zu e en. in am mian es ades   
die 10 Ziffern von 0 bis Qgangebracht, fo daß jewäils eine der- ' [r  
ein:  aliiaasrfsriiaäsr ß-   
weitere Räder durch die Zehnerfchaltung (Fig. 3) antreiben laffen, wobei das Einerrad t nach 
einer vollen Umdrehung, wenn feine Ziffer alfo von 9 auf 0 fpringf, das Zehnerrad K1 um einen 
Zahn vorwärts fchaltet, während es das Rad in der übrigen Zeit gefperrt hält. Da auch das 
Zehnerrad Ziffern hinter einem Feniter erfcheinen läßt, fo folgt jetzt auf 09, wie es fein muß, 10. 
Ebenfo kann das Zehnerrad ein Hunderterrad betätigen, uff. S. a.  
Diefe Zählwerke mit fpringenden Zahlen lind nur für mäßige Gefchwindigkeiten brauch- 
bar, beifpielsweife nicht für Dampfturbinen mit 3000 Umllmin. Für folche Fälle hat man Zähl- 
werke mit einfach umlaufenden Zeigern: Der fchnellitlaufende Zeiger läuft bei 100 Umdrehungen 
der antreibenden Welle einmal um, feine Skala fit daher von 00 bis 99 beziffert; Hilfszeiger 
laufen einmal um bei 1000, bei 10000   Umlauten der antreibenden Welle, fo daß man wieder 
beliebig große Zahlen ablefen kann, freilich etwas unbequemer als bei fpringenden Zahlen- 
ii) Fig-2-4, 8 und ll find aus Gramberg, Techn. Mefß, 5. Aufl. 1923, Verlagsbuchh. J. Springer, Berlin.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.