Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Element bis Hebel
Person:
Lueger, Otto Frey, Ernst
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3179976
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3184658
Galvanokaußik 
Galvanotedznik 
in folgendem: Auf einer verlilberten Kupferplatte wird die Zeichnung mit einer der Drucker- 
fchwärze ähnlichen Farbe ausgeführt, dann die ganze Platte mit einem leitenden Pulver von 
verlchiedener Kornftärke eingeltaubt. Hierbei bleiben die gröberen Körner an den dicklten Farb- 
rllellen (den Schatten), die feineren an den dünnen Stellen (den Lichtern und Halbtönen) hängen. 
Von diefer Platte wird nun auf galvanoplaltifchem Wege ein Abklatfch gemacht, der als Tief- 
druckplatte dient (Eders Jahrb. f. Photogr. 1897, S. 479). J. M. Eder 
Galvanokaultik, galvanilches Gravieren oder hydroelektrilche 
Metallätzung, ein Aetzverfahren auf galvanifchem Wege, das fowohl für 
graphifche oder Buchdruckzwecke als zur I-lerltellung von Druckwalzen für 
Tapeten, Kaliko ufw. verwendet wird, da lich fehr tiefe Aetzungen ausführen 
laffen, ohne daß angrenzende Linien durch die Aetzflüfligkeit unterfreffen werden. 
Es wird dabei eine Metallplatte (Mefling, Kupfer) mit einem Aetzgrunde bedeckt, in den 
man die Zeichnung radiert; diefe Platte wird wie bei der Galvanoplaftik in ein Kupferbad ge- 
bracht und mit dem politiven Pol einer galvanifchen Kette verbunden, worauf eine raich 
wirkende, nach der Tiefe gehende Aetzung eintritt; für Stahl dient ein Elektrolyt von Eilen- 
vitriol, Chlorammonium ufw. (ltets ein Elektrolyt, der für fich allein das Metall nicht angreift). 
Literatur: [1] Eder, Heliogravüre, Halle a. S. 1920.  [2] Le Chatelier, Zeitlchr. f. phylik. 
Chemie 1901, 37. Bd., S. 123.  [3] Prelinger, Phot. Korrelp. 1903, S. 68.  [4] Silbermann, 
Fortlchr. auf d. Geb. d. photo- u. chemigraph. Verf. 1877-1906, Leipzig 1907. J. M. Eder 
Galvanotechnik, eine Anwendung der Elektrolyfe, von Jacobi in Dorpat 1837 
begründet. Sie umfaßt zwei Gebiete, die Elektro plattierung oder Galvano- 
f te gie (Veredelung oder Ausfchmückung eines Metalles durch Ueberziehen mit 
einem andern Metalle) und die Galvanoplaftik (Herltellung naturgetreuer 
Kopien von Gegenltänden verfchiedenlter Art mittels des galvanifchen Stromes 
in folcher Stärke, daß {ich die Kopie als Ganzes von dem abzubildenden Gegen- 
ltande abheben läßt). 
Die mafliven Metallniederfchläge aus wäfferigen Löfungen ihrer Salze (G alva n oplaft i k) 
dienen zur Herltellung von plallilchen Bildwerken, zum Kopieren von Münzen u. dgl., zur An- 
fertigung von Gegenftänden der Kunltindullrie, die fonlt in Bronze gegoffen werden, zur 
Maffenherftellung von Schmuckfachen, Verzierungen für Möbel u. dgl., zum Kopieren gellochener 
Kupferplatten und Holzfchnitte, um die Originale lchonen zu können, zur Anfertigung von 
Druckplatten, zum Teil unter Zuhilfenahme der Photographie, zur Herltellung von Formen für 
Schriftgleßerei, zur Anfertigung von kupfernen Röhren, Metallbändern und Drähten, zum Ueber- 
ziehen von Gegenltänden aus vergänglichen oder zerbrechlichen Stoffen. 
Die Metallniederfchläge aus wäfferigen Löfungen dienen, foweit lie nur aus dünnen Ueber- 
zügen auf andern Metallen beltehen (Elektroplattierung), zur Verlilberung und Vergol- 
dung von Tafelgeräten, Schmuckfachen und Kunllgegenfländen, zum Verllählen von gravierten 
Kupferplatten behufs Verringerung der Abnutzung beim Druck, zum Verkupfern und Ver- 
meflingen von Elfen und Zink zwecks Erzielung eines befferen Ausfehens fowie zum Schutze 
gegen äußere Einflülfe.  Beide Arten von Nlederfchlägen werden mit den gleichen Einrich- 
tungen erzielt. In einem Gefäß, das die betreffende Metallfalzlöfung enthält, lind Platten des 
niederzufchlagenden Metalls als Anoden (4- Pol; bei Elementen: Kohle oder Kupfer) ein- 
gehängt, denen gegenüber als Kathode  Pol, bei Elementen: Zink) lieh die zu iiberziehenden 
Gegenliände mit metallifcher oder leitend gemachter Oberfläche befinden. Als Stromquelle 
können galvanifche Elemente (f. Galvanismus), Akkumulatoren (f. d.) oder 
Gleichltromgeneratoren (f. Dynamomafchine) benutzt werden. Elemente lind nur 
für ganz kleine Anlagen verwendbar, wenn andere wirtfchafilichere Stromquellen nicht zur 
Verfügung liehen. Am geeignetlten ift das Bunfenelement, die Chromfäure-Tauchbatterie oder 
das Kupronelement. Beffer ift die Verwendung von Akkumulatoren, befonders für Nacht- 
betrieb. Am vorteilhaftelten lind Gleichftrommafchinen von niederer Spannung (3-10 Volt). 
Es kommen nur Nebenfchlußmafchinen in Frage, die je nach der Stromltärke mit einem Kollektor 
(bis etwa 1000 Amp) oder mit zwei Kollektoren (über 1000 Amp) ausgerültet lind. Wird der 
Strom von einer Glelch- oder Wechfelftromzentrale bezogen, fo muß er (von meilt 110 oder 
220 Volt) auf die niedere Spannung (3-10 Volt) gebracht werden, was durch ein Umformer- 
aggregat oder (bei einer Gleichltromzentrale) auch durch einen Einankerumformer (f. Um- 
former, eiektr.) erfolgt. Ein Regulierwlderlland regelt die Mafchinenfpannung, außerdem 
erhält jedes Bad einen folchen neblt einem Voltmeter. Die Widerltände mülTen in kleinen 
Intervallen einftellbar fein (Fig. 1). 
Der Strombedarf hängt von der Art des Bades und von der Warenfläche ab; bei log. 
ruhenden Bädern (d. 1'. folche, bei denen malchinelle Trommel- und Schaukelapparate nicht be- 
nutzt werden) genügen Spannungen von 3-35 Volt, während bei Apparaten für Maffengalva- 
nilierung Spannungen von 6-10 Volt erforderlich lind. Für ruhende Bäder rechnet man 
folgenden Strombedarf. im l äggwsliilrffläche Badfpannung 
Vernicklung von Elfen und Mefling . . 0,5 Amp 2,5-3,5 Volt 
Vernicklung von Zink      . .  1,0 . 4-5 „ 
Verkupferung    . .      0,3 , 3 , 
Verlilberung.    .  t     0,3 „ 1 , 
Vergoldung     . .      0,1 „ 1-4 , 
Kupfergalvanoplaltik         1,5 , 1,5 „
        

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