Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Element bis Hebel
Person:
Lueger, Otto Frey, Ernst
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3179976
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3180518
En twidzlungsfaktor 
Entwicklungsfarben 
bilder an den Bildftellen in verfchiedenen Farben, z. B. Brenzkatechin ohne Sulfit braun, 
Polyoxybenzole grün oder blau; Thiooxybenzol orangefarbig (f. Chromalpapier).  Ent- 
wicklung nach dem Fixieren: Belichtete und dann fixierte Bromiilberplatten (nicht ent- 
wickelte) zeigen keine Bildfpur, enthalten aber Bildkeime, die iich mit phyiikalifchen Entwick- 
lern hervorrufen laffen, z. B. mit Metol, Zitronenfäure und Silbernitrat; erfordert verlängerte 
Belichtungszeit; wurde im Weltkriege zur Geheimfchrift verwendet. 
Gemifchte Entwicklungs- und Fixierungsbäder beitehen aus gewiffen alka- 
lifchen Entwicklern und viel Fixiernatron; das Fixieren darf erit nach erfolgter Entwicklung 
einfetzen; findet zur „Schnellphotographie' befchränkte Verwendung. 
S. a. Entwicklungsfaktor, Entwicklungskurve. 
Literatur: Agfa-Handb., Akt-Gel". f. Anilinfabn, Berlin 1921.  Hauff, Anleit. zum Ent- 
wickeln, Feuerbach bei Stuttgart 1925.  Valenta, E., Photogr. Chemie, 2. Aufl., Halle a. S. 
1922.  Eder, J. M., Rezepte u. Tab. f. Phot0gr., 12. Aufl., Halle a. S. 1926.  Hübl, A., 
Entwickl. d. phot. Bromiilbergelatineplatten bei zweifelh. ExpoL, 5. Aufl., Halle a. S. 1922.  
Entwickeln von Kinofilms: Agfa-Handb. der Kinematogr., AkL-Gef. f. Anilinfabr., Berlin 1925. 
 Crabtree, Entwickl. v. Kinofilms, Die Filmtechnik 1925, S. 132.  Thun, R., Der Film in 
der Technik. Berlin 1925.  Schmidt, H., Die Standentwickl,  Aufl., Halle a. S. 1920.  
Für chromogene Entwicklung: Eder, Pigmentverf., 4. Aufl., Halle a. S. 1925. J. M. Eder 
EIItWÜIKIIIUgSTaKTOT (nach Watkins) gibt an, um wieviel man eine Bromlilberplatte 
länger entwickeln muß, als Zeit bis zum Erfcheinen der erften Bildfpur veritrichen itt. Die 
Faktoren lind für verfchiedene Entwickler verfchieden, z. B. für Metol-Hydrochinonzlli, für 
Hydrochinon:5, für Rodinal:2O. Dient zur fogenannten Zeitentwicklung.  Nicht zu ver- 
wechfeln mit Hurter und Drieffields „Entwicklungsfaktor', i. Entwicklungskurve. .1. M. Eder 
Entwicklungsfarben nennt man folche Farben, die erit durch einen Ent- 
wicklungsprozeß in die endgültige Form übergeführt werden. 
Diefe {ich auf der zu färbenden Unterlage, z. B. auf der tierifchen oder pflanzlichen 
Fafer, vollziehende Entwicklung ift vielfach nicht nur mit einer Aenderung des urfprüriglichen 
Farbentons verknüpft, fondern in zahlreichen wichtigen Fällen bedeutet iie den Aufbau von 
Farbltoffen aus farblofen Zwifcheriprodukten. Hierbei kommt es darauf an, durch die Ent- 
wicklung die Echtheitseigenfchaften der urfprünglichen Färbungen nach Möglichkeit zu fteigern, 
bzw. die zum Aufbau der Farbftoffe dienenden Beltandteile fo auszuwählen, daB die Synthefe 
auf der Fafer leicht und glatt verläuft, und daß die Echtheit der erzeugten Farben den An- 
forderungen genügt. Unter den für die Entwicklung in Betracht kommenden chemifchen Me- 
thoden fpielt die durch Beizen vermittelte Farblackbildung eine wichtige Rolle, ferner die {ich 
in mannigfaltigen Formen vollziehende Oxydation und die Kondenfation. 
Von untergeordneter Bedeutung lind die anorganifchen Entwicklungsfarben, wie 
Eifenchamois, Chromgelb, Chromorange, Berlinerblau, Manganbilter, die auf der Fafer durch 
wechfelfeitige Zerfetzung gewiffer Metallfalze oder infolge des Einfluffes von Feuchtigkeit und 
Wärme auf Metallfalze flüchtiger Säuren oder durch Einwirkung von Alkali- oder Erdalkali- 
hydroxyden auf Metallfalze und nachfolgende Oxydation der fixierten Metallhydroxyde mittels 
Luftfauerftoffs oder Oxydationsmittel entliehen.  Beifpiele organifcher Entwicklungsfarben 
bieten die Küpentarbttoffe, Anilin- und p-Aminodiphenylainin-Schwarz, Paraminbraun (aus 
p-Phenylendiamin), die Entwicklungen aus m- und p-Aminophenol (Fuscamin und Urfol), Nitrofo- 
blau, die Beizenfarbltoffe einfchlieBlich der nachchromierbaren Azofarbltoffe fowie die für die 
Baumwollfärbereibefonders wichtigen, auf der Fafer erzeugten oder weiter entwickelten Azofarben. 
Namentlich die beiden letzteren Farbengruppen pflegt man als Entwicklungsfarben zu bezeichnen. 
Die auf der Fafer erzeugten Azofarben. Die Bildung diefer Azofarben beruht auf der 
Eigenfchaft der primären Amine der aromatifchen Reihe, unter der Einwirkung von falpetriger 
Säure in Diazoniumverbindungen überzugehen, die in Gegenwart von Alkalien mit Phenolen 
zu Azokörpern zufammentreten. 
Paranitrodiazobenzolchlorid liefert bei der Vereinigung mit Betanaphtolnatrium Para- 
nitranilinrot, kurz Pararot genannt: 
  N0,  CGH,  N,  Cl-l- CmH,  ONa : N0,  CGH,  N,  Cm H,O-t-NaCl. 
Die Firma J. J. Weber in Winterthur war die erfte, die eine leicht und iicher ausführbare 
Methode zur Beteiligung der unlöslichen Azofarben auf der Fafer ausbildete. 1889 veröffentlichten 
die Farbwerke vorm. Meifter, Lucius 8: Brüning in Höchlt forgfältig ausgearbeitete 
 ,Vorfchrilten zur Erzeu- 
   I  l  äälläälfiiäihäatäääit 
 faferl  im Prinzip be- 
Anilin         Orangegelb I Katechubraun lteht das Verfahren im 
Paratoluidin       Gelborange desgl. Durchtränken des zu fär- 
Metanitranilin       feuriges rötl. Gelb bräunl. Orange benden Materials mit der 
Paranitranilin       Scharlachrot desgl. alkalifchen Löfung des 
Nitroparatoluidin     Orange Katechubraun Phenols und dem auf 
Orthonitroparaphenetidin  bläuliches Rot  das Trocknen folgenden 
Alphanaphtylamin     bläul. Bordeauxrot rötl. Puce Durchnehmen durch die 
Betanaphtylamin      Türkifchrot desgl. Löfung der Diazoveibin- 
Aminoazobenzol .     Rot desgl. dung oder Bedrucken mit 
Orthoaminoazotolnol .   gelbl. Bordeauxrot desgl. derfelben in palIend ver- 
Benzidin        Puce Dunkelbraun dicktem Zuitande. Für die 
Tolidin      .  . t Puce desgl. Erzeugung einer guten
        

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