Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Element bis Hebel
Person:
Lueger, Otto Frey, Ernst
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3179976
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3183835
Flugzeugbewaffnurig 
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bei ihnen fehr große Beanfpruchungen auftreten können. Oben angeführte Sicherheitsfaktoren 
haben fich für die zur Zeit in Deutfchland verwendeten Flugzeugarten als ausreichend gezeigt. 
Außer den Flügeln werden naturgemäß auch alle andern Teile geprüft, deren Bruch während 
des Fluges Gefahr bringen könnte. Man prüft: die Floffen mit Belaftungen von 300 kglm"; 
Ruder an Floffen mit 150 kgfmz; Ruder, die nicht an Floffen angefchlolien und ausgeglichen 
lind, mit 200 kglmß bei einfitzigen, mit 300 kglm" bei mehrlitzigen Flugzeugen. Entfprechend 
werden Steuerapparate, Fahrgeilell ufw. geprüft. 
Literatur: Anacker, Praxis d. Flugzeugbaues, Berlin 1918.  Bader, Flugzeugbaukunde, 
Berlin 1924.  Derf., Grundl. d. Flugzeugbaues, Leipzig 1920.  Ergebn. d. Aerodyn.Verfuchsanl't. 
Göttingen.  Fuchs-Hopf, Aerodyn., Berlin 1922.  van Gries, Flugzeugfiatik, Berlin 1921.  
v. Langsdorf, Tafchenb. d. Luftflotte 1925.  Derf., Das Leichtflugzeug, Frankfurt a. M. 1925.  
Lachmann, Leichtflugzeugbau, München 1925.  Mifes, Fluglehrc, Berlin 1922- Moedebeck, 
Tafchenb. f. Luftfahrer, Berlin 1923.  Pröll, Flugtechnik, München 19l9.- Techn. Ber. d. Flug- 
zeugmeifterei.  WegenerNom Fliegen, München 1922.  Zeitfchriften: Deutfchland: Flugfport; 
Der Luftweg; lllulinFlugwoche; Zeitfchr. f. FlugtechrLu. Motorluftfchiffahrt; Luftfahrt; Der Flieger; 
Automobilwelt  Flugwelt; Nachr. f. Luftfahrer.- England: Flight; The Aeroplane; The Journ. 
of the Royal Aeronaut. Soc.; Airways; Engineering.  Frankreich: L'Air; L'Aeronautique; 
L'Aeronautique milit.; Les Ailes; L'Aero-Sports; L'Aerophile; La Technique Aeronautique.  
Vereinigte Staaten: Automotive Abstracts; Aero Digest; U. S. Air Serv.; Automotive lndustries. 
 Italien: Rivista Aeronautica; Rendiconti tecnici; Notiziario di Aeronautica; L'Ala d'Italia. 
 Holland: Het Vliegveld.  Spanien: Alas.  Rumänien: Aripa.  Polen: Polskl Plota.  
Belgien: La Conquete de L'Air.  China: Speed.  Tfchechoflowakei: Letectvi.  Oel1er- 
reich: Motor (Oeiterr. Motor. Der Flug). Bartel: 
Flugzeugbewaffnung, je nach den Aufgaben des Flugzeugs verfchreden. 
1. Jagdflugzeuge: Zwei Mafchinengewehre  zu beiden Seiten des Führers 
ltarr eingebaut und mit dem Motor derart gekuppelt, daß nur abgefeuert wird, fobald die Flügel 
des Propellers die Mündung des feuernden  paftiert haben (Fokkerfteuerung für;  
Größte Feuergefchwindigkeit ift erwünfcht. Ge en Ende des Weltkrieges erreichte Deutfchland 
mit dem doppelläufigen Gafl-M.-G. 1200 bis lg700 Schüffe i. d. Min. Ein Motorgewehr (Sie- 
mens) mit etwa 1000 Schüffen je Minute, deffen Schloßmechanismus durch einen Motor betrieben 
wurde, war bei Beendigung des Kriegs im Verfuch. 
2. Beobachtungsflugzeuge: ein bis zwei  für den Führer. Für den Beobachter 
ein beweglich eingebautes  zum Schießen nach beiden Seiten und nach hinten. 
3. Schlachtflugzeuge: eine größere Zahl  Flugzeugkanonen und Brifanz-, 
Nebel- und Gasbomben. Mit der Erhöhung der Tragfähigkeit iteigert {ich die Bewaffnung 
diefer Flugzeuge. In den Vereinigten Staaten ift ein Schlachtflugzeug mit 30  in Verfuch 
genommen worden, und Frankreich baute eine Mafchine, welche außer mehreren  zwei 
Schnellfeuergefchütze, eins Schußrichtung nach vorn, das andere nach hinten, führt. Das Kaliber 
der Flugzeugkanonen, im Weltkriege 2 bis 3,7 cm, erreicht heute 5 cm: Frankreich foll fogar 
den Einbau einer 7,5-cm-Kanone planen. Zum Schutz der Befatzung und des Motors wird 
diefe Flugzeugart teilweife gepanzert. 
4. Bombenflugzeuge: Neben einigen  bilden Minen und Brandbomben ihre 
Bewaffnung. Erliere zum Zerltören wichtiger Bauten und  im Seekriege  zum Angriff auf 
Kriegsfchiffe, letztere zum lnbrandfetzen von Ortfchaften und Magazinen. Die mitgeführte 
Bombenlalt erreichte zu Ende des Weltkriegs 1500 kg, neuerdings 2000 kg. 
Die Bomben haben Tropfen- oder Torpedoform und Flügelanfätze als Steuerflächen. 
Sprengbomben, meift 12,5 kg fchwer, find ftarkwandig  aus Granatftahl  und mit 
Sprengfloff von etwa  ihres Gewichts gefüllt. Sie follen ftarke Splitterwirkung gegen lebende 
Ziele geben. Die Nebel- und Gasbomben, dünnwandig, haben eine dem Sonderzweck ent- 
fprechende Ladung (vgLGaskampfmittel). Brandbomben zünden nur, wenn fie in un- 
mittelbarer Nähe brennbarer Stoffe auftreffen; fie müffen deshalb in großer Zahl ausgeflreut 
werden und lind zu dem Zweck nur 1kg(deutfche Elektronbombe) bis 10 kg fchwer. Als 
Brandmaffe enthalten iie Gemenge aus Thermit, Azeton. Erdwachs u. a. Minenbomben erhalten 
zur Erzielung ftarker Luftdruckwirkung eine möglichft große Sprengladung; fie lind dünnwandig und 
50 bis 1000 kg fchwer. Als Sprengladung diefer Bomben wird, im Hinblick auf Stoßlicherheit, 
meift Trinitrotoluol verwendet.  Von den Zündern muß gefordert werden, daß eine Gefährdung 
der Befatzung auch bei harter Landung oder Bruch des Fahrzeugs ausgefchloffen ift. Deshalb 
lind alle nicht ftoßlicheren Präparate, wie Knallqueckfilber, möglichft zu vermeiden (an ihrer 
Stelle Bleiazid) und ift, abgefehen von der Transportficherung durch Vorliecker, eine befondere 
Zünderficherung (Fliehbolzen), die erft nach einer beftimmten Faliftrecke die Zündung freigibt, 
anzuwenden.  Es werden Auffchlag- und Zeitzünder gebraucht, erltere mit Einrichtung für 
Fein- und für verzögerte Zündung. Die Verzögerung wird nicht durch Zwifchenfchalten eines 
Pulverfatzes, fondern durch den Wideriiand einer Federfpannung. der fich der Fallhöhe und 
dem Zielwiderfiand felbfitätig anpaßt, erreicht. Um auch beim Ueberfchlagen der Bomben die 
Zündung zu gewährleiften, verwendet man Zeitzünder mit Stellung über Fallzeit oder bringt 
mehrere Zünder an.  
Die A b w u rfv o r r i c h tu n g muß gegen unbeablichtigtes Abfallen der GefcholTe iichern und 
im oder nahe dem Schwerpunkt des Flugzeugs liegen. Man verwendet Abwurfmagazine oder 
Aufhängegeftelle mit zentraler Auslöfevorrichtung durch Druckknopf (Sperrhebel) oder Auslöfe- 
hebel mit Seilzug für Einzel-, Reihen- oder Maffenabwurf: auch lind Lanzierrohre mit Ausiloß- 
feder verfucht worden.  
Das Treffen im Bombenwurf aus einem Flugzeug ift fchwierig; meift verfpricht nur MalTen- 
einfatz Erfolg. Als Zielvorrichtungen werden Bombenvifiere mit Zielfernrohr und Vorrichtungen 
Lueger, Lexikon der getarnten Technik. 3. Aufl. IIl 24
        

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