Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Element bis Hebel
Person:
Lueger, Otto Frey, Ernst
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3179976
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3183519
Fladzsfpinnerei 
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Faferbärte werden nun auf die Anlegemafchine (Nadelftabftrecke, Etaleur, 
Spreader) aufgelegt und von diefer zu Bändern verarbeitet, indem die Zuführungswalzen 
(Einziehwalzen) die aufgelegten Faferbärte den Nadeln der fog. Gills (Fallers, 
Barrettes) zuführen und die Gillfläbe, in Schrauben ohne Ende laufend, die Fafer weiter- 
führen und an zwei, Druckwalzen (Verzugszylinder, Streckwalzen, Ausziehwalzen) abliefern. 
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Flg. 2. Fig.3. 
Letztere laufen fchneller als die Zuführungswalzen und wirken alfo verziehend, ttreckend. 
Die vier Bänder auf der fog. Bandplatte werden fchließlich zu einem Bande vereinigt, 
das in die Spinnkanne (Topf) läuft und zur. Weiterverftreckung den Flachsftrecken oder 
Durchzügen vorgefetzt wird. Diefe erite Verzugsmafchine heißt Anlege-, Auflegemafchine 
deshalb, weil bei ihr die Bärte an- bzw. aufgelegt werden (Fig. 4). 
 Die von der Anlege- Q 
i" mafchine gelieferten v 
_ Flachsbänder werden v? "G 
Ä   nun den Flachs- ä w .2 (465;  
  --;;_'ji"llilr t"  ftrecken oderDurch-  
    p  zu gen (Fig. 5) über-  
_    vs. l ggf geben, die diefe in  i. tilgt r  
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   m  J f einandergelegte (ge-  p  51  
 f  doppelte, dublierte)  i" f  
     Bänder verzieht und l l  
    dadurch vergleich- f Hi 
E i: ä! .mäßigt. Je öfter diefer   
Flg.4. Prozeäi des Verzuges  F5 '  
und oppelns wieder-   
holt wird, defto gleichmäßiger wird das Garn; nur muß die Fafer auch vor Jirmüdung" gefchützt 
werden, fo daß ein dreimaliges Dublieren un_d Verziehen das Maximum bildet.  Dies Verziehen 
findet itatt, indem die Bänder zwifchen zwei Walzenpaaren geführt werden, von denen fich das 
eine Paar vor und das andere hinter den Hecheltlaben (Fallers, Ciillftäben) befindet. Das vordere 
Paar, das (ich aus dem Streckzylinder und.der Druckwalze zufammenfetzt, faßt die Fafer an den 
Spitzen unter großem Druck der Walze, zieht diefelbe aus den Hechelitaben (Gills)_ und liefert 
das fo gebildete Band in _die SPIIUIREIUIIE. Die Verfeinerung erfolgt dadurch, daß die hinteren, 
die Zufiihrungszylinder, vier bis fechs Bänder gleicher Schwere zuführen, die vorderen, die Ver- 
zugszylinder, aber, mit vier- bi_s fechsmal fo großer Gefchwindigkeit laufend, aus diefen vier bis 
fechs Bandern_nur_ein Band gleicher Schwere abliefern. Auf diefe Weife verfeinern (ich vier bis 
fechs Bander ll'l eines, und die Ungleichheiten derfelben gleichen iich_ im_ Doppeln aus. Die 
gleichzeitig durch die vier bis fechs Nadelreihen eines Kopfes gehenden 16 vier bis fechs Bander 
werden durch _den Ablieferungskopf auf der Bandplatte vereinigt, und fo bilden dann _4  4 bis 
5 . 6, alfo 16 bis 36 Bänder, l1l.lf.ßlfl Band. Diefer Prozeß wird je nach Notwendigkeit wiederholt 
und dann das Band dem Vorfpinnverfahren unterworfen. Es werden die fo verfeinerten Bander 
der Vorfpinnmafchine (Fleier, Flyer, Banc a broches, Roving irame, Figtä) 
vorgelegt und durch Zufiihrungswalzen den Hechelftiiben (Gillitaben) zugefuhrt. Diefe fuhren die 
Fafer vorwärts zu dem geneften Verzugs- und Abfuhrungszylinder, auf dem ein Holzzylinder 
(in neuerer Zeit. auch Holz mitLeder oder Kautfchuk belegt) den erforderlichen Druck gibt und 
die Fafer V0[W3l'iS_Zl6ht. Da dieverzugszylinder fich fechs- bis zehnmal fchneller bewegen als 
die Zufiihrungszylinder, fo verfeinern fie das angelegte Band ebenfovielmal. _Das fo verfeinerte 
Band fließt aber auf der Vorfpinnmafcliine nicht als Band in CHIC. Spirinkanne, fondern 
wird fofort, wenn es zwifchen den Zylindern hervortritt, durch den Flügel einer Spindel auf- 
genommen, gedreht und auf eine Spule aufgewickelt, genau ir_i derfelben Weife, wie das in 
Bd. l, 5.504, auseinaiidergefetzt worden ift. Dies gedrehte Band ilt das Vorga rn (Vorgefpinit) 
und iit einem dicken Bindfaden gleich, aber weich _und offen. Für die fog. Konus- 
bewegung, Differentialrädergetriebe ufw. haben die verfchiedenen Fabriken meitt ihre befun- 
Lueger, Lexikon der gefamten Technik. 3. Aufl. llI 22
        

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