Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Element bis Hebel
Person:
Lueger, Otto Frey, Ernst
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3179976
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3183233
Filter 
fchmutzhaut befähigt das Filter, auch die feinllen Suspenfionen zurückzuhalten. Eine weitere 
Wirkung der Sandfiltration foll in der Oxydation organifcher Subftanzen beftehen. Ueber diefen 
Vorgang fowie über die zu erfüllenden Bedingungen beliufs möglichit vollftändiger Bakterien- 
zurückhaltung durch die Sandfilter fehlen noch genauere Auffchlüffe. Unzweifelhaft dagegen 
beliebt die Möglichkeit, durch die Filtration ein klares Waffer zu gewinnen und deffen Qualität: 
als Nutzwaffer zu verbeffern  [501-[55]. 
Die Einrichtung des Filters ilt in der Regel fo, daß eine Schicht feinen Sandes 
von 600--1200 mm Stärke horizontal auf einer nach unten allmählich gröber werdenden Lage 
von Kies und Steinen ruht, die aus grobem Sand, Perlkies, Erbfenkies, Bohnenkies, Nußkies ufw. 
ii kleinen Schichtenhöhen gebildet itt. Die unterlle Schicht ift durch eine Reihe von Kanälen, 
die in einen die Mitte des Filters durchziehenden Sammelltrang münden, drainiert; das hier 
efaßte Filtrat geht fodann durch Rohrleitungen zum Reinwafferbehälter.  Man kann die 
Bildung der notwendigen Filterfchmutzhaut dadurch fördern, daß man mit der Fillration erit 
beginnt, wenn das Rohwaffer längere Zeit über dem Filter ruhig geltariden hat. Andernfalls 
fchließt man entweder das lI'l der erften Zeit gelieferte Filtrat aus, oder man verbindet die 
Rohwafferräume und Reinwafferräume der Filter durch Heberleitungen gegenfeitig fo, daß jedes 
Filter fein Filtrat an zwei andere zur Nachfiltration abgeben kann. Die Nachfiltration (Doppel- 
filtration) gettattet angeblich eine wefentliche Verbefferung der Wafferqualität. Näheres in  
Die Wahl des Sandes hängt bei bettimmtem Rohwaffer  
von Verfuchen ab, die insbefondeie dann angetlellt werden miiffen, äET-"gfge-iihifriliiliß? 
wenn verfchiedene Sande zur Verfügung liehen. Ueber die An-   Jl 
ordnung der Verfuche flehe [l6] S. 28. 5::   4-9 
Die Aufeinanderfolge des Filtermaterials ift in  
Fig.1 veranfchaulicht, enlfprechend dem Hamburger Filter. Als         
Minimalmaße dürften geltenzwafferhöhe 600, Filterland 600, grober   1""         
Sand 50, Erbfenkies von 10-20 mm Korndurchmeffer 80, Bohnen- rar;  
kies von 20-30 mm Korndurchmeffer 120, Nußkies 150, große gar--  
Steine 200. alfo Minimaltiefe des Filterbodens unter Normalwaifer- kann v   
land 1800 mm. Eine Ueberficht der bei deutfchen und englifchen L-Yängfif  
Filtern üblichen Materialiolge gibt  Die Drainage am Filter- är-jieriyrr-xfiilxzvsqw ß, "Fiwß-mmffl 
boden ilt fo anzuordnen, daß das Filtrat bis zur unterlten Filter- V    "M   "f 
fchicht eine möglichlt fenkrechte Bewegung erhält; je näher   
die Drains aneinander liegen, bzw. je gröber das zu unterlt liegende Material im Filter ifi, 
um fo beffer wird diefe Forderung erfüllt. Auch die Gleichmäßigkeit diefer Bewegung ritt 
wefentlich. Sie wird nicht ftattfinden, wenn die Fllterfchmutzfchicht eine verfchiedene Porofität 
zeigt, fei es, daß diefelbe an einzelnen Stellen durchbrochen ilt, fei es, daß von vornherein 
die Bedingungen für deren gleichmäßigze Entwicklung gefehlt haben. Die letzteren fehlen ins- 
befondere dann, wenn das zugeleitete ohwaffer fehr viele grlbe Sedimentationen liefert und 
in {einer Befchatfenheit während einer Filtrationsperiode rafch wechfelt. Es empfiehlt tich 
deshalb, der Fillration die Ablagerung (LAblagerungsbecken) vorhergehen zur laffen. 
Befchaffenheit des Filterkörpers. Alle zum Filterbett verwendeten Materialien 
follen möglichft gleichmäßig und rein fein; die mittlere Korngröße des Sandes für die oberfte 
Lage im Filter foll aus praktifchen Rückfichten 0,5 mm überttelgen. ln der Regel fucht man 
Sand mit etwa l mm Korngroße zu 
 13 3! verwenden. 
352 j   g     i] i]: Die Größe eines Filter- 
   5   f  1   beckens ilt nicht allein durch die 
E2;   i  1 es.   {jggg erforderliche Filterfläche gegeben; es 
5,;  l ; l 1 l l; l l;  l: l  mijjs außerdem lläJCh ddiä Möhglichlgeit 
ä;  3 ;   g"   ge oten ein. wä re_n es etrie es 
jj-n- !V FA-   wTre-zm au" w:  j T l s iig n jr l-jjuu runnzn ,   
5:   EWU":     z; i: ftänden zwei erforderlich find. 
 3 g E f f j  [t E: Große Becken belitzt Hamburg (Flg. 2) 
 f; j : g j  j j; j j: j j; j i; {f mit 7500 m" Filterfläche; für kleine 
 E];    ; j: i; Betriebe nimmt man in der Regel 
E: E     j 3 l {E  Flächen von 700-3388, fjlrnigjittllgre 
if  "   {E z] olche von 1200- m  ie 
ii  i! i: dem Kollenminimum entfprechende 
m" o Zahl der Unterabteilungen für den 
wm_ Fall, daß mehr als zwei iolclier Ab- 
  2-     ist 
übrigen werden die Filterbecken offen und überdeckt hergeltellt. Offene Becken empfehlen {ich 
dort, wö Eisbildungen fetten vorkommen, wie z. Bin dem Küftenklima Hamburgs. Als Vorzug 
derfelben gilt, daB Luft und Sonne ihre Desinfektion erleichtern  Große Störungen und 
Veifchlechterungen des Filtrates [18] entltehen aber durch die Eisbildung llTl ftrengen Klima 
und verdienen in diefem die überdeckten Filter unbedingt den Vorzug. Die Ueberdeckurig er- 
folgt gewöhnlich durch Ueberwölben (Fig. 3) oder mit flachen Decken in Eifenbetonkonltruktion; 
doch dürfte in vielen Fällen eine heizbare Ueberbauung {ich noch mehr empfehlen. 
 Der Filterbetrieb hat vor allem dafür zu feigen, daB die Bewegung des Waffers in 
der oberen Sandfchiclit nur durch kapillare Zwifchenräume erfolgt; deshalb muß bei der 
lnbetriebfetzung das Filter von unten nach oben durch Reinwaffer gefüllt werden, da beim
        

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