Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Element bis Hebel
Person:
Lueger, Otto Frey, Ernst
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3179976
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3182515
Fette, 
gehärtete 
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Kaliumjodidlöfung und 50 cmß Waffer wird der Halogenüberfchuß unter ftetem Umfchwenken 
mit ljm normaler Natriumthiofulfatlöfung zuriäclilt auf Gelbfärbung und auf Zufatz von Stärke- 
löfung (Blaufärbung) bis zur Farblofigkeit zurücktitriert. Aus dem Unterfchied der Titration 
der mit und ohne Oel angeftellten Verfuche läßt fich die Jodzahl errechnen. Andere Methoden 
{ind die von Margofches  von Rofenmund und Kuhnhenn  Wink1er[13] u.a. 
Für die linolenfäurehaltigen Oele, wie Leinöl,Peri1laöl u. a., ift die Hexabromidzahl 
von Wichtigkeit, tie bezeichnet die nach einem beftimmten Verfahren aus 100g Fettfäure ge- 
fällte Menge Hexabromid ausgedrückt in g (Eibner  Bei Oelen, die hydroxylierte Fett- 
fauren enthalten, fei es, daß diefelben natürliche Beftandteile des betreffenden Oeles lind, 
wie beim Rizinusöl oder Traubenkernöl, fei es, daß diefelben durch Oxydation ungefättigter 
Fettfäuren entftanden tind, wie bei geblafenen Oelen und oxydierten Oelen, wird der Gehalt 
an folchen Säuren durch die Azetylzahl bettimmt. Dies gefchieht dadurch, daß man die Fett- 
fäuren mit Efiigfäureanhydrid azetyliert und dann die azetylierten Fettfäuren wieder verfeift 
und die hierzu nötige Menge Kaliumhydroxyd beflimmt. Die Azetylzahl gibt alfo an, wieviel 
Milligramm Kaliunihydroxyd zur Bindung der aus 1g azetylierter Fettfäure abgefpaltenen Eilig- 
fäure erforderlich itt (f. oben)  
Zum Vermifchen von Fetten und Oelen mit andern Stoffen, als billigeren Oelen, dienen 
meift Mineralöle und Harze. Da die Mineralöle nicht verfeifbar tind, fo finden fie {ich im Un- 
verfeifbaren, was ja bei den reinen Fetten und Oelen nur wenige Prozente ausmacht. Man wird 
alfo zum Nachweis von Mineralölen das Unverfeifbare beftimmen und benützt hiezu am vor- 
teilhafteften die von Fahrion verbefferte Methode von Höitig und Spitz. Es werden 5-10g 
Subftanz mit 50-100 cmß 1], normaler alkoholifcher Kalilauge verfeift und nach dem Verfeifen 
mit dem gleichen Volumen Waffer verdünnt. Man fchüttelt dann mit leicht flüchtigem Petrol- 
äther aus, zieht die untere alkoholifche Schicht ein zweites und eventuell ein drittes Mal mit 
Petroläther aus. Die vereinigten Petrolätherauszüge werden noch zweimal mit 50 "foigem 
Alkohol, dem man etwas Alkali zufetzt, ausgefchüttelt, der Petroläther abdeftilliert und der 
Rtickfland vortichtig getrocknet und gewogen. 
Der Nachweis von Harz gefchieht mit der Reaktion nach Storch-Morawfki, bei 
der man lcma Oel mit Efiigfäureanhydrid gut durchfchüttelt, die Eftigfäureanhydridfchicht 
abtrennt und mit einem Tropfen Schwefelfäure (fpez. Gew. 1,53) verfetzt. Bei Gegenwart von 
Harz oder Harzöl erhält man eine fchöne Violettfärbung. Zur quantitativen Beftimmung von 
Harzfäuren neben Fettfauren benützt man die Methode von Wolff und Scholze  die 
darauf beruht, daß die Fettfäuren durch Behandeln mit Alkohol und Säure leicht vereftert 
werden, während Harzfäuren unvereftert bleiben. 
Literatur: [1] Eibner, Ueber fette Oele, München 1921.  [2] l-lefter, Technol. d. Fette u. 
Oele, Berlin 1908.  [3] Ubbelohde, Chemie, Technol. u. Anal. d. Fette u. Oele, 3 Bde., Leipzig. 
 [4] Lewkowitfch, Technol. d. Fette u.Oele, 2Bde., Braunfchweig.  [5] Marcuffon, Die Unter- 
fuch. d. Fette u. Oele, Halle 1921.  [6] Holde, Die Fette u. Oele u. Kohlenwafferilofföle, Berlin 1924. 
 [7] Grün, Die Ana1.d.Fette u.Oele, l.Bd., Berlin 1925.  [8] Deutfche Fettanalyfen-Kommiftion, 
Chem. Umfchau auf d. Geb. d. Fette, Oele, Harze u. Wachfe, S. 189, Stuttgart 1925.  [9] Dinglers 
Polyt. Journ. 1884, S. 251 u. 281.  [10] Zeitfchr. angew.Chem.1898, S.291 ; Berl. Ber. 1898, S. 750; 
Chem. Revue 1898, S. 137, u. 1899, S. 5.  [11] Margofches, Hinner u. Friedmann, Zeitfchr. Deutfch. 
Oel- u. Fettind. 44, 1924, 3.97 u. 295; Chem. Umfchau 1924, 8.41; Berl. Ber. 57, 8.996 (1924), u. 
Zeitfchr. angew. Chemie 37, 8.982 (1924).  [12] Ebend. 1924, S. 5 u. 58; Chem. Ztg. 1924, 8.91; 
Pharm. Zeitg. 1924, S. 120 u. 180.  [13] Winkler Z. U. N., 1916, 8.358.  [14] Normann, Chem. 
Revue 1912, S. 205.  [15] Spitz u. Hönig, Zeitfchr. angew. Chemie 1891, S.565.  [16] Wolft u. 
Scholze, ebend. 1914, 8.369, 382 u. 430. Bauer 
Fette, gehärtete, werden in der Technik im großen aus flüftigen Fetten 
und Oelen durch Anlagerung von Wafferttoff bei gleichzeitiger Anwefenheit eines 
Katalyfators hergeitellt. ln der Hauptfache werden dabei die ungefättigten Fett- 
fäiiren in den Glyzerineltem der flüffigen Fettfäuren (Oelfäure bzw. die noch 
ftärker ungefättigten Säuren, wie Linol-, Linolen- und Tranfäuren) in die fette 
Stearinfäure übergeführt. Als Kontaktfubitanz wird entweder zum Oxyd ver- 
glühtes Nickelnitrat, das bei 250" zu Nickel reduziert wird und fich auf Bims- 
fteinltückchen aufgetragen befindet, verwendet, oder aber man benützt andere 
Metallfalze, die man auf Kiefelgur, Ton, Afbett in Löfung aufbringt, die Mifchung 
mit Soda- oder Natronlauge behandelt, wodurch das Metallfalz als Karbonat oder 
I-lydroxyd auf den indifferenten Träger niedergefchlagen wird. Durch Glühen 
verwandelt man die Karbonate oder Hydroxyde in Oxyde und reduziert iie mit 
Wafferitoff, fo daß man auf dem Träger das fein verteilte Metall als Katalyfator 
hat. Die katalytifche Reduktionsbefchleunigung ifl der Oberfläche proportional, 
es ift fomit die Möglichkeit feiner Verteilung des reduzierten Metalls für einen 
glatten Verlauf der Wafferftoffanlagerung von ausfchlaggebender Bedeutung. 
lm allgemeinen wird nach zwei Methoden gearbeitet: Bei der einen Methode wird der 
Katalyfator in einem befonderen Apparat hergeltellt, mit Oel fein emulgiert und mit dem zu 
reduzierenden Oel durch Streudüfen bei etwa 160" in geheizte Autoklaven fein zerltäubt ein- 
geführt. Von unten her wird in den Autoklaven Wafferfloff bei einem Druck von etwa 10 at 
durch einen Konus eingepreßt, wobei im Gegenftromprinzip das Reduziergut in etwa 1 Stunde 
in gehärtetes Fett übergelührt wird. Bei dem andern Verfahren erfolgt die Reduktion der Metall-
        

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