Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Element bis Hebel
Person:
Lueger, Otto Frey, Ernst
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3179976
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3182361
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Fejtigkeitsprüfmafdzinen 
Feftigkeitsprüfmafchinen dienen zur Erprobung der Feftigkeitseigenfchaften 
der Bauftoffe an befonders hergerichteten Probeftäben oder ganzen Konftruktions- 
teilen zwecks Beurteilung deren Widerftandsfähigkeit gegen ruhig wirkende ttatifche 
Belattungen im Gegenfatz zu ftoßweife auftretenden, fog. dynamifchen Betriebs- 
inanfpruchnahmen (f. Schlagverfuch). 
Nach der auszuübenden Belattungsart und dem zu prüfenden Gegenftande unterfcheidet 
man  für Zug-, Druck-, Biege-, Verwindungs- (f0rfions-) ufw. Ver- 
fuche, fowie Draht-, Feder-, Beton- ufw. Prüfmafchinen. Bei weitem die größte Verbreitung 
haben die Mafchinen für Zug- und Druckverfuche gefunden; indeffen ift eine ganze Reihe der- 
felben fo eingerichtet, daß fie nach einem Umbau einzelner Teile zu mehreren der genannten 
Belattungsarten benutzt werden können. Solche fog. Univerfaimafchinen haben vor einer ent- 
fprechenden Anzahl Sondermafchinen wohl im allgemeinen den Vorzug des geringeren Koften- 
aufwandes, für die Befchafiung einer vollftändigen Einrichtung jedoch ftehen diefem Vor- 
zuge infofern Nachteile gegenüber, als mit dem Umbau von einer zur andern Anordnung ftets 
Zeitverlufte verbunden tind, und weil die Eigengewichte der Mafchinenteile nach jedem Umbau 
anders verteilt fein und hierdurch Störungen in der richtigen Wirkung und Kraftanzeige der 
Mafchine verurfacht werden können. 
Das Wefentlichtte an allen hierhergehörigen Mafchinen ift, daß Iie eine ftetige, ftoßfreie 
Belaitungslteigerung zulaffen, die Belaftung zuverlaftig anzeigen und hierauf jederzeit geprüft 
werden können, f. a.  Die angewendeten Mafchinenkonftruktionen unterfcheiden fich in der 
Hauptfache nach: 
1. der Anordnung der Kraftrichtung; 2. der Art der Krafterzeugung; 3. der Art der Kraft- 
meffung. 
Nach der Kraftrichtung unterfcheidet man liegende oder wagrecht wirkende und 
itehende oder fenkrecht wirkende Mafchinen. Die letzttren verdienen für Zug- und Druck- 
verfuche infofern den Vorzug, als bei ihnen der Eintluß des Eigengewichtes der Einfpann- 
vorrichungen fowie des Probettabes felber auf die Genauigkeit der Krafimeffung ohne Schwierig- 
keit befeitigt und leichter zenirifche Belaftung erzielt werden kann als bei den liegenden Mafchinen. 
Die letzteren eignen (ich dagegen befonders und wohl allein zu Zugverfuchen mit Seilen 
(f. Seilprüfungen), Riemen, ganzen Ketten ufw.; nur muß Sorge getragen werden, daß die 
zwifchen der Probe und der Krattmeßvorrichtung eingefchalteten Mafchinenteile in zweckent- 
fprechender Weite reibungsfrei unterttützt find   
Zur Krafterzeugung dient die Schraube oder die hydraulifche Preffe. Die Schraube bietet 
bei geringeren Belaitungen den Vorteil, daB fie mangels meclianifcher Betriebskraft von Hand 
betätigt werden kann und ohne befondere Schwierigkeiten gettatiet, die Formänderung des 
Verfuchsftückes ftetig zu flei- 
 gern, bei den Verfuchen die 
Fx Gefchwindigkeit in weilen Gren- 
, zen zu verändern und die Be- 
X N laftungen unterhalb der Streck- 
   ' ü grenze beliebig lange gleich- 
5'   bleibend zu erhalten. Der letzt- 
lx    genannte Umttand fpielt befon- 
i.   arten "i"   ders dann eine Rolle, wenn die 
  P ' i;   Belatlung ttufenweife geiteigert 
{'17   F  l   und die zugehörigen Formände- 
    t E     rungen zurB-ftimmung der Pro- 
    [ä  e portionalitätsi und Streckgrenze 
 E-Iäwlli  ää äiäriä ' 1'  durch Zeit ertordernde Mef- 
 A  i]!  l   '  '  l'un en ermittelt werden follen. 
  i.  8 
       Zum mechanifchen Antrieb der 
 illlll r H94, llll   Kraitfchraube empfiehlt {ich die 
ißiääßägf" mit Benutzung eines Reibungsvor- 
g j]-      geleges, um leiclitAenderungen 
 "izgiigzaei" in der Arbeitsgefchwindigkeit 
Flg- 1- Fig- 9- vornehmen zu können. lgürolöokhe 
 Belaftungemetwa über5 t g. 
"  ift der Schraubenantrieb nicht zweckmäßig, weil er durch Reibung 
n,  1G einen großen Kraftaufwand erfordert. Hierzu tind hydraulifche Preffen 
 mehr geeignet, die zur Erzielung ftoßfreier Belaitung am betten durch 
einen felbfttätigen Druckfammler betrieben werden. ln letzterem wird 
 eine große Menge Preßfluftigkeit dadurch aufgefpeichert, daß Iie mittels 
 M einer Pumpe un.er einen Kolben gebracht wird, der entweder eiit- 
.mmunmnlluulll wm] fprechend dem gewünfchten Druck mit Gewichten oder Federn be- 
 laftet ift, oder auf deffen anderer Seite durch das Anheben des Kol- 
 bens ein Gasdruck erzeugt wird. Das Druckwaffer wird dann aus dem 
 Druckfgmmleättioßfreifzärn ZälindRer der Prügänafchmengäelirjtenßgä: 
 gigiägi (ianäriäälibalijem lxnfceltrlußeäer lgäinperahrcfi: Feeftigkätsprüf- 
 mafcliine können die Pumpenftöße durch Einfchalten eines Wind- 
I  keffels in die Druckleitung ausgeglichen werden. Hierzu dient auch 
FIg_3, die doppeltwirkende Kolbenpumpe von Amsler Fig. 1-4  Die
        

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