Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Element bis Hebel
Person:
Lueger, Otto Frey, Ernst
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3179976
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3182222
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Ferndrzzzker 
Ferndrucker, ein vereinfachter Typendrucktelegraph von der Form einer 
Schreibmafchine, bei dem das Abtelegraphieren eines Buchttabens, einer Ziffer 
oder eines Satzzeichens lediglich durch das Niederdrücken einer Knopftafte 
erfolgt, zu deffen Bedienung alfo Schreibmafchinenfertigkeit ausreicht. Der 
Apparat heißt deshalb auch Fernfchreibmafchine. Mit dem Ferndrucker 
können 1000 bis 1200 Wörter in der Stunde befördert werden. 
Der Ferndrucker foll eine Ergänzung des Telephons bilden; er fetzt an Stelle des Ge- 
fprächs das gedruckte Wort, was für gewiffe Arten des gefchäftlichen Verkehrs von großem 
Wert ift. Der Ferndrucker [l] von Siemens 81 Halske, Berlin, ilt im Reichstelegraphen- 
gebiete zum Betriebe von Nebentelegraphenanlagen, d. h. von Anlagen zugelaffen, die zum 
Anfchluffe eines W0hn- oder Crefchäftsraumes an eine Telegraphenanftalt dienen, und auf denen 
z. B. die für den Inhaber der Anlage angekommenen oder von ihm aufgelieferten Telegramme 
befördert werden. Weiterhin betreibt die Gefellfchaft Elektrifcher Ferndrucker in 
Berlin feit l. Oktober 1904 unter Aufficht der ReichstelegraphenVerwaltung eine „Ferndrucker- 
zentrale", durch die Börfen-, Handels- und Zeitungsnachrichten den angefchloffenen Teil- 
nehmern übermittelt werden, und mit deren Hilfe die Teilnehmer wie beim Fernfprecher un- 
mittelbar miteinander durch den Ferndrucker in Verbindung treten können. 
Das 'l'al'tenwerk des Ferndruckers von Siemens 8: Halske (Fig. 1) belteht aus vier 
Reihen von je 7 Druckknöpfen, von denen 26 mit je einem Buchftaben und einer Ziffer oder 
einem Satzzeichen verfehen lind. Von den übrigen beiden Taften dient die eine als Anfangs- 
oder Buchtlabentafte, die andere mit der Auffchrift „Zahl" verfehene als Zahlen- oder Satz- 
zeichentatte. Durch den Niederdruck einer diefer 
beiden Taften wird das Typenrad auf Buchftaben- M; M2 
oder Zahlengebung eingetiellt. Das Laufwerk wird O E O E 
durch einen kleinen Elektromotor angetrieben. Der r ,  4 4  
Lauf des Typenrades wird durch ein Fortfchalt-     
elektromagnetfyftem geregelt; die in Verbindung 
liebenden Apparate erhalten diefelben Stromttöße m, n. 
und führen einander zwangläufig mit. Zum Betrieb 5,5l! rußjti 
des Ferndruckers dienen Wechfelftröme aus einer  1'444? 
Sammlerbatterie von zwölf Zellen. Diefe Batterie ift  i"; 
in der Mitte geerdet bzw. bei Doppelleitungsbetrieb m? 
mit der Rückleitung verfehen. Die beiden Batterie- W 
hälften von je 12 Volt Spannung liefern die zum 
Betriebe erforderlichen Linien- und Ortstiröme, wäh- M  w,  
rend die gefamte Batterie zum Antrieb des Elektro-    
 x,  . .2. 
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       a- piotoäs MibzjvMlä (Izjig. a) 
 1  I: 5'    ' wg ür as au wer ien. 
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   E; T    lierten Zah- 
 3 T      nen beliebt, 
 fchleift eine 
 Metall- 
bürtte b. die 
an der fenk- 
wg L rechten Achfe 
des Kommu- 
tators befettigt itt und mit ihr von der Laufachfe des Apparats durch Zahnradüberfetzung be- 
wegt wird. Je nachdem ein Segment des mit dem poütiven oder mit dem negativen Pole der 
Batterie in Verbindung ttehenden Radkranzes von der Bürtte beliriclien wird, gelangtem poli- 
tiver oder negativer Strom durch das polaritierte Relais R1 zum fernen Amte und hier durch 
ein gleicliartiges Relais R2 zur Erde. Durch die Ströme wechfelnder Richtung werden die 
Relaiszungen zwifchen zwei Kontakten hin und her bewegt, von denen der eine mit dem 
potitiven und der andere mit dem negativen Batteriepole verbunden itt. Die vorbefchriebenen 
Linienltröme werden fo in Ortsttromkreife übertragen, in die ein polarifierter Fortfchaltelektro- 
magnet F, bzw. F2 und ein nichtpolarilierter Druckelektromagnet D1 bzw. D2 eingefchaltet 
lind. Der Druckelektromagnet ift magnetifch fo träge, daß er auf die fchnellen Wechfelltrome 
nicht anfpricht, fondem nur durch Ströme längerer Dauer betätigt wird. Der Anker des Fort-
        

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