Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Element bis Hebel
Person:
Lueger, Otto Frey, Ernst
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3179976
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3182208
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Ferzjlerrofe 
Fermente 
w  "  Fenlterrofe, Rundfentter      
i;   mitMaßiverkdd.)ausPaiffen  reit;  2 
   (f. d.) und Schneußen (Fig. 1), .Y_  j 
    im Gegenfatz zum Radfenfter,  i;  i; 
   bei  dem fich  ltrahlenformig  QWQÄVW-iü I 
"   i Speichen aus einer Nabe eni-       
r   wickeln (Fig. 2). Senat  Genug  r  
  wer"    Fenftervorhang. 1. innerer, auf. i     
    2. äußerer Vorhang (Markife) aus    
.1)    l Segeltuch,über einen l-lolzltab aufge-   1-  
1,.  rollt oder durch Schriurzüge gerafft,     w;  2 
   am unteren Ende durch einen Eit" n-         i 
 "i? {pi "ä-n-tr-r ftabbefchwert und geitrafft, der durch f"  p an  i.  
Fig_1_ feitliche Leitfchienen feitgehalten     fifiwrfi  z 
(hinausgeltellt) werden kann. Senff T 5    1:; fg.)   
Fentons Pulver (Farbenfchießpulver), ein wg, 
durch Gummiwaffer verdicktes Gemenge von Kalium-   
chlorat, Ferrozyankalium und Zucker, dem je nach der Färbung, welche die beim 
Abbrennen entltehende Flamme zeigen foll, Nitrate von Barium, Strontium, 
Kalzium ufw. beigemifcht werden. Mezger 
Fergufonit, brauner Yttrotantalit. Ungefähre Zufammenfetzung: lf(Nb Ta) 0, 
mit geringem Gehalt an Heliu m. Tetragonal, braunfchwarz, mufcheliger Bruch. 
Härte 5,5-6; fpez. Gew. 5,6-5,9. Fundorte: Kap Farewell (Grönland), Itterberg, 
Helle bei Arendal, Schreiberhau im Riefengebirge, Llano in Texas. Brduhäufer 
 Fermente find katalytifch wirkende Stoffe, welche die lebende Zelle erzeugt. 
Ihre Wirkfamkeit ift nicht an das Leben der Zelle gebunden; iielöfen chemrfche 
Reaktionen aus, ohne daß {ie felbft verändert werdemgreifen aber nur Subftanzen 
von ganz beftimmter Zufammenfetzung an. Zwifchen Fermenten und Kon- 
ta ktf ubf tanzen beltehen gewiffe Beziehungen. Beide Stoffe wirken katalytifch. 
Unter Katalyfe verfteht man die Aenderung der Gefchwindigkeit einer von 
felbft verlaufenden Reaktion durch einen Stoff, welcher im Endprodukt der Reaktion 
nicht erfcheint. Man kann die Fermente gewiffermaßen als durch die lebende 
Subitanz hervorgebrachte Katalyfatoren betrachten. Es gibt Reaktionen be- 
fchleunigende und verzögernde Katalyfatoren (pofitive und negative), 
zu erfteren gehören die Fermente. Da es aber auch fogenannte Antiferm ente 
gibt, fo produziert die lebende Zelle auch im gewiffen Sinne negative Katalyfatoren. 
Fermente und Katalyfatoren löfen einfache und fogenannte gekoppelte Reaktionen aus. 
Bei den einfachen Reaktionen wird ein Körper unter Aufnahme der Elemente des Waffers 
in einfache Bauiteine aufgefpalten, bei den gekoppelten, auf Kelten des Waffers {ich ab- 
fpielenden Oxydations- und Reduktionsvorgängen wird das Waffermolekül gefpalten, wodurch 
auf der einen Seite ein Oxydationsprodukt, auf der andern Seite ein Reduktionsprodukt entfteht. 
Die Fermente {ind in gewiffem Sinne Biokatalyfatoren und untericheiden {ich von den an- 
organifchen Katalyfatoren hinfichllich ihrer Wirkung durch ihre Spezitität. Ciewiffe Fermente 
wirken nur auf Kohlenhydrate, andere nur auf Proteiniioffe und Fette. Man nimmt an, daß das 
erfte Stadium der Fermentwirkung auf einer Addition von Ferment und Subllrat beruht. Das 
entiiandene Additionsprodukt fetzt {ich dann viel fchneller als das Subftrat allein um. Kleine 
Katalyfatorenmengen bringen große Wirkung hervor, ebenfo ill es bei den Fermenten. So 
koaguliert z. B. Lab das 30millionenfache feines Gewichtes an Kafein. Allem Anfchein nach 
{ind die Fermente nähere oder entferntere Abkömmlinge der Eiweißltoffe, lyophile Kolloide, 
d. h. Subltanzen mit kompliziert zufammengefetztein Molekül, die zum Lölungsmittel eine ge- 
wiffe Verwandtfchaft zeigen. Die meiften Fermente {ind wafferlöslich, bilden aber nur fcheinbare 
Löfungen. Die einzelnen Kolloidteilchen vermögen die in Löfung befindlichen Stoffe zu adforbieren. 
Nach ihrem Verhalten gegen elektrifche Ströme ift anzunehmen, daß die Fermente amphotere 
Elektrolyte lind. Die Fermente {ind durch wafferlösliche organifche Löfungsmittel (z. B. Alkohol, 
Azeton) aus ihren Löfungen fällbar. Fermente {ind thermolabil, d. h. {ie werden fchon bei 
verhältnismäßig niederen Temperaturen (um 60" herum) zerllött. Gegen chemifche Agenzien 
{ind {ie vielfach fehr empfindlich, jedoch zeigen {ich hier fehr große Verfchiedenheiten, z. B. itt 
das im Magenfaft vorkommende Pepfin in 0,3 "loiger Salzfäurelöfung wirkfarn. An Gefetzinäßig- 
keiten bezüglich der Wirkfamkeit der Fermente ließen {ich folgende erkennen: 
1. bei konlianter Katalyfatormenge ilt die Reaktionsgefctiwindigkeit der jeweiligen Kon- 
zentration des {ich umfetzenden Subltrats proportional; 
2. bei konitanter Subtiratkonzentration ift die Reaktionsgefcliwindigkeit der Katalyfator- 
menge proportional. 
Vorkommen und Darftellung. Fermente werden von lebender Subitanz erzeugt, 
find {ür den Lebensprozeß unentbehrlich, aber von ihm unabhängig, ihre Wirkfamkeit erlifcht 
auch nicht mit dem Leben desjenigen Wefens, das {ie gebildet hat.
        

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