Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Bohröle bis Elektrum
Person:
Lueger, Otto Frey, Ernst
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3171668
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3179698
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Elektrizitütszühler 
niederen Tarif verrechnet; mit dem Einfchalten der Lichtgruppe, d. h. bei Einbruch der Dunkel- 
heit, tritt der hohe Tarif in Kraft. Die Schaltung kann dabei fo durchgeführt fein, daß entweder 
die Kraftverbraucher beim Einfchalten der Beleuchtung gefperrt werden, oder aber ihr Ver- 
brauch ebenfalls zum Lichtltrompreis regiftriert wird. lm erfteren Falle arbeitet die Anlage 
nach der fogenannten „Sperrfchaltung", im zweiten Falle nach der „Gemifchten Schaltung". 
Man nennt diefe Zähler „Doppeltarifzäliler mit Handumfchaltung"  Bei Be- 
nützung von Nachtttrom ift ein fehr billiger Strompreis für gewiffe Abnehmer eine unerläßliche 
Bedingung, da die hierfür befonders geeigneten Stromverbraucher, wie Warmwafferverforgungs- 
anlagen, Backöfen, Akkumulatoren, Warmefpeicher ufw., nur bei niederen Strompreifen rationell 
betrieben werden können. Diefe Erwägungen laffen es zweckmäßig erfcheinen, einen Tarif 
anzuwenden, bei welchem drei verfchiedene Strompreife, nämlich Abendpreis, Tagespreis und 
Nachtpreis, aufgeltellt werden. Hierfür werden ,Dreifachtarifzähler' mit Dreifachzähl- 
werk gebaut. Die Steuerung des Dreifachzählwerkes wird von Dreiiachtarif-Schaltuhren über- 
nommen, die zur vereinbarten Tagesttunde von dem einen Zählwerk auf das andere umfchalten  
Bei Großabnehmern findet zweckmäßig der fogenannte Nlaximumtarif Anwendung, nach 
dem zu gewiffen Zeiten für eine über die Norm hinausgehende Stromentnahme eine erhöhte 
Gebühr bezahlt werden muß. Bei den für diefen Tarif in Betracht kommenden ,Zählern 
mit Maximum- oder Höchftverbrauchzeiger' werden die Kilowattftunden durch ein 
normales Zählwerk und die höchtte Belaftung durch einen Maximumzeiger ermittelt. Dabei 
entfpricht die höchtte Belattung nicht etwa Momentanwerten, die in irgendeinem Augenblicke 
auftreten, fondern der während eines beftimmten Zeitabfchnittes, z. B. l Monat, entnommenen 
höchften Durchfchnittsleittung. Der Maximumzeiger fpielt auf einer Kreisfkala, wird von einem 
mit dem Zählwerk gekuppelten Mitnehmer fortbewegt, zeigt die in einer Regiftrierperiode, 
z. B. in 114 Stunde, vorhandene mittlere Belattung in Kilowatt an, wird bei einer fpäter tteigenden 
höheren Belaftung durch den Mitnehmer weiter vorgefchoben, dagegen bei einer geringeren 
Belaflung nicht zurückgenommen, fo daß immer nur die Höchflbelaftung angezeigt wird. Der 
Mitnehmer wird nach jeder Regiftrierperiode mittels eines Uhrwerks auf wenige Sekunden ent- 
kuppelt und meitt durch eine Feder in feine Nullage zurückgeführt. Je nachdem fortlaufende 
oder befchränkte Regiftrierung gewünfcht wird, kommt eine Uhr ohne oder mit Zeitfcheibe 
zur Anwendung. Erftere betätigt nur einen Kontakt, welcher bei normaler Ausführung der 
Uhr alle 15 Minuten das im Zählwerk befindliche Relais auf einige Sekunden kurzfchließt. 
Letztere erhält noch einen zweiten Kontakt und eine Zeitfcheibe mit Stellhebeln, die zur Be- 
tätigung des Kontaktes dienen und den Stromkreis während beliebig einftellbarer Zeiten öffnen 
bzw. fchließen. Hierdurch ift die Möglichkeit gegeben, die Maxima nur zu beltimmten Zeiten 
des Tages zu regiltrieren (Maximumzeiger mit befchränkter Regittrierperiode). Die Rückltellung 
auf Null erfolgt Ilets von Hand   
Es gibt auch Maximumzähler, bei welchen die Maximumzeigervorrichtung noch mit einem 
zweiten kleineren Zeiger verfehen ift (SSW), der mit dem eigentlichen Maximumzeiger durch 
eine Zahnradüberfetzung (l:10) verbunden itt, der die Angaben des letzteren entfprechend 
unterteilt und damit eine größere Ablefegenauigkeit geftattet. Ferner laffen {ich diefe Zähler 
leicht zu Doppeltarif-Maximumzählern ausbilden. 
Soll außer der mittleren Höchftleittung auch noch der Zeitpunkt Berückfichtigung finden, 
in dem das Maximum aufgetreten ift, oder foll jede Ueberfchreitung des vereinbarten Maxi- 
mums fetlttellbar fein, fo werden ,Zähler mit regiftrierendem Maximumzeiger", 
d.h. Jchreibende Höchftverbrauchzähler" verwendet. 
Spitzenzähler (Ueberverbrauch-, Subtraktionszähler) dienen dem Spitzentarif, welcher 
bezweckt, den vom Abnehmer über eine vereinbarte Belaltungsgrenze hinaus entnommenen 
Verbrauch zu erfaffen und gefondert zu verrechnen. Entfprechend den beiden Spitzentarifarten 
unterfcheidet man auch zwei Arten von Spitzentarifzählern. Der eine für Kleinabnehmer beftimmte 
Zähler läuft nur von einer beltimmten Belaftung ab, regittriert alfo nur den Ueberverbrauch. 
Der unter der vereinbarten Belaftungsgrenze liegende Verbrauch itt paufchaliert. Das hierzu 
notwendige rückwirkende Drehmoment wird durch Anwendung einer mechanifchen Bremsvor- 
richtung oder einer befonderen Schaltung oder bei Wechfelftrom auch durch den Einbau eines 
kleinen Paufchalmotors, eines Ferrari-Laufwerks mit Differentialgetriebe oder durch eine befondere 
Spule auf dem Stromeifen, die ihren Strom von einer Sekundärfpule des Spannungseifens 
erhält, erzeugt. Diefe Spitzenzähler haben nur ein Zählwerk und keine Uhr. Die für Großab- 
nehmer beftimmte Ausführungsart erhält zwei Zählwerke, von denen das eine den Gefamtltrom, 
das andere den oberhalb der vereinbarten Grenze liegenden Verbrauch regiftriert. Weiterhin 
werden auch noch „Spitzenzähler mit Signalkontakt" gebaut, um dem Stromabnehmer die 
Ueberfchreitung der Paufchalgrenze durch ein Signal anzuzeigen   
Vergütungszähler (Rabattzähler) finden in Verbindung mit einem normalen Zähler 
Verwendung bei Lichtabnehmern, die Kleinmotore, hauswirtfchaftliche Apparate u. dgl. _zu 
Kraftftrompreifen betreiben wollen, indem durch den Vergütungszähler die von den Heiz- 
apparaten verbrauchte Energie befonders gemeffen wird. Da der Hauptzähler die Qefamt- 
energie anzeigt, fo wird dem Abnehmer auf fo viel von dem Hauptzähler angezeigte Kilowatt- 
flunden Preisnachlaß gewährt, als der Vergütungszähler angezeigt hat. Da die Energieaufnahme 
der Koch- oder Heizapparate praktifch ziemlich konftant ilt, genügt es im allgemeinen, den 
Vergütungszähler als Zeitzähler auszubilden, der auch in Kilowattfrunden geeicht werden kann. 
Derfelbe arbeitet mit einem Strom- oder mit einem Strom- und Spannungsrelais. Statt Zeitzahler 
kommen auch normale tragbare Elektrizitätszähler als Vergütungszähler zur Verwendung. Der 
Anfchluß von Apparaten von bellimmter Stromttärke oder Leittung itt dann nicht mehr Be- 
dirlgI-tng. Sie find meilt an beliebige Steckkontakte anfchließbar. Um zu verhindern, daß auch 
Licht zum Kraftttrompreis bezogen wird, wird der Zähler-Anker durch eine Bremsfahne bis
        

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